Aufrufe
vor 3 Monaten

Verfahrenstechnik 6/2021

  • Text
  • Sensoren
  • Hohen
  • Zudem
  • Anwendungen
  • Einsatz
  • Anforderungen
  • Anlagen
  • Unternehmen
  • Achema
  • Verfahrenstechnik
Verfahrenstechnik 6/2021

BETRIEBSTECHNIK Einfach

BETRIEBSTECHNIK Einfach sicher und sicher einfach Explosionsschutzventil optimiert die Anlagenplanung Sicherheit ist ein Kernthema in Industriebetrieben, bei denen brennbare Stäube verarbeitet werden oder während eines Prozesses entstehen, denn hier kann es durch das Zusammenspiel mit einer Zündquelle und Sauerstoff im schlimmsten Fall zu einem Explosionsereignis kommen. Konstruktive Schutzmaßnahmen sind in den meisten Fällen unabdingbar, um ein höchstmögliches Sicherheitslevel für die jeweilige Anlage zu erhalten. Autorin: Lorena Rigor, Leiterin Produktmanagement und Customer Service, Rico Sicherheitstechnik AG, Herisau, Schweiz Abgesehen von Maßnahmen zur Explosionsunterdrückung, -entlastung oder einer druckstoßfesten Bauweise spielt die explosionstechnische Entkopplung der miteinander verbundenen Anlagenteile eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung eines vollumfänglichen Schutzkonzeptes von industriellen Anlagen. Denn nur auf diese Weise können im Ernstfall die Folgen einer Explosion und deren Ausbreitung minimiert bzw. wirksam verhindert werden. Produktionsstillstand und finanzielle Einbußen wären nur einige der Negativfolgen. Maßgeblich ist jedoch die Unversehrtheit der Mitarbeiter, die für Anlagenbetreiber stets oberste Priorität haben muss. Seit vielen Jahren ist das Ventex-Explosionsschutzventil das Produkt der Wahl und hat die Entwicklung in der explosionstechnischen Entkopplung maßgeblich geprägt. Dessen unkomplizierte Nutzung und Langlebigkeit überzeugt Anwender auf der ganzen Welt. Dennoch wird kontinuierlich geforscht und weiterentwickelt, um zusätzliche Optimierungen zu erzielen und die Handhabung im Sinne des Kunden zu verbessern. So wurde bei der neuen Generation des zertifizierten Explosionsschutzventils die Anlagenplanung für die Kunden noch einfacher gestaltet. Schnelle Integration Das optimierte Explosionsschutzventil bietet erweiterte minimale und maximale Einbaudistanzen verbunden mit einer anwenderfreundlichen Einbaurichtlinie. Die Einbaudistanz im Bereich organischer Stäube liegt je nach Nennweite nun zwischen 2 und 15 m. Dadurch ergibt sich eine erhöhte Flexibilität im Einsatz, die insbesondere durch die neuen Möglichkeiten unterstützt wird, das Explosionsschutzventil nun unmittelbar vor oder nach Rohrbögen in der Rohrleitung zu platzieren. Auch Doppelrohrbögen oder Kombinationen von Rohrbögen in verschiedene Richtungen stellen kein Problem mehr dar. Auf diese Weise werden deutliche Vorzüge bei der Anlagenplanung und während des Anlagenbetriebs gewährleistet, da die Kunden weniger Platz vorhalten müssen und keine Einlaufstrecken aus strömungstechnischen Gründen vorausgesetzt werden. 38 VERFAHRENSTECHNIK 06/2021 www.verfahrenstechnik.de

BETRIEBSTECHNIK Das neue Ventex-Explosionsschutzventil kann die Sicherheit erhöhen und die Wartung vereinfachen Die neue Generation des Ventex-Ventils verfügt in allen zulässigen Einbausituationen und in sämtlichen Nennweiten über eine Strömungsgeschwindigkeit von mindestens 30 m/s und gewährleistet damit ein noch höheres Maß an Prozesssicherheit und Flexibilität. In bestehenden Anlagen erfolgt die Integration zudem schnell und unkompliziert. Die Vorgängermodelle können bei Bedarf 1:1 ausgetauscht werden. Kurze Unterbrechungen Für Prozesse, in denen metallische Stäube auftreten, ist das neue Explosionsschutzventil zudem nun auch in der Nennweite DN400 zertifiziert. Ebenfalls wurde die vorher nicht angebotene Nennweite DN250 ins Portfolio aufgenommen und ist nun standardmäßig für die Kunden erhältlich. Mit der neuen Generation werden zudem in Sachen Druckabfall bis zu 20 % bessere Werte erzielt. Dies aufgrund gezielter Strömungs- und Dichtungsoptimierungen, die auch in verbesserte Wartungsmodalitäten münden. Sämtliche Dichtungen werden ferner nicht mehr geklebt, sondern mit einer neuartigen Technik gesteckt. Im Sinne des Kunden erfolgt so eine gleichermaßen günstige, simple und schnelle Wartung, was wiederum eine rasche Wiederinbetriebnahme begünstigt. Ein Dichtungswechsel erfolgt innerhalb weniger Minuten, und die Tatsache, dass völlig auf Klebstoffe verzichtet wird, fördert die schnelle Instandhaltung. Hinzu kommt, dass die Dichtungen nicht nur einen möglichen Flammendurchschlag verhindern, sondern auch die hohen Beschleunigungen beim Schließen des Ventils im Explosionsfall dämpfen. In zahlreichen Explosionsversuchen an Produkten wurde bestätigt, dass eine Dichtung aus Sicherheitsgründen essenziell ist und gegenüber einer metallischen Abdichtung weniger anfällig hinsichtlich Verschmutzungen und Montagetoleranzen ist. Über sämtliche Nennweiten hinweg ist der Aufbau des Explosionsschutzventils weitgehend identisch, wobei auch die Teilevielfalt geringer ausfällt. Die Komplexität des Produktes wurde allgemein reduziert, sodass Kontrollen einfach und ohne großen Aufwand erfolgen können. Ziel Certified Safety war es, Hemmnisse und Unsicherheiten hinsichtlich der Wartung abzubauen, damit diese zugunsten der kontinuierlichen Sicherheit wie vorgesehen erfolgt. Denn die regelmäßige Kontrolle und Instandhaltung ist Basis für die Schutzfunktion und lange Lebensdauer des Ventils, die bei Einhaltung der Wartungsintervalle problemlos 20 Jahre beträgt. Der Hersteller bietet sogar eine Garantie für diesen Zeitraum an, sofern das Explosionsschutzventil bestimmungsgemäß verwendet und die Vorgaben eingehalten wurden. Hohe Flexibilität Das Explosionsschutzventil der neuen Generation ist je nach Bedarf auch als Sonderlösung erhältlich. Egal, ob es in einer CIP-Ausführung als Hochtemperaturventil bis +300 °C oder mit einer Korrosionsbeschichtung C4 oder C5 benötigt wird – für nahezu jede Anforderung wird die passende Lösung geboten. Ein weiterer Vorteil: Sämtliche Beschichtungen sind elektrisch ableitfähig oder im Labor als nicht statisch aufladbar geprüft, sodass ein rundum sicheres Produkt geboten wird – und das in jeder Hinsicht. Abgesehen von der langjährigen Erfahrung, die sich bis heute in mehr als 1 000 erfolgreich entkoppelten Explosionen und noch viel mehr eingesetzten Ventilen bestätigt, wird den Kunden ein hohes Maß an Flexibilität in der Ausführung geboten. Fotos: Rico, Olivier-Tuffé/stock.adobe.com www.rico.ch Die in Herisau in der Schweiz ansässige Rico Sicherheitstechnik AG entwickelt und vertreibt seit 1988 unterschiedliche Komponenten zur Explosionsentkopplung. Mithilfe hochwertiger Produkte wie Explosionsschutzventilen und Explosionsschutzschiebern sichert das Unternehmen Betriebe und schützt industrielle Anlagen vor der Ausbreitung von Explosionen. Die Lösungen kommen überwiegend in der Pharmaindustrie, Chemie/Petrochemie, in Forschungslabors, Silos, Mühlen, Trocknern und Abscheidern sowie Absauganlagen zum Einsatz. Darüber hinaus gehören auch Luftabsperrklappen, die Lüftungskanäle 100 % gasdicht absperren können und den seltenen Vorteil bieten, die Dichtigkeit im eingebauten Zustand einfach zu überprüfen, zum Portfolio der Spezialisten. Mögliche Anwendungsgebiete hierfür sind unter anderem die Pharmaindustrie (z. B. Isolatoren), Kernkraftwerke, Chemie/Petrochemie oder Forschungslabore. Dabei steht die Sicherheit immer an erster Stelle. Das Unternehmen ist nach ISO 9001:2015 und Atex-Richtlinie 94/9/EG bzw. 2014/34/EU zertifiziert. Im Bereich Explosionsschutz wird für jede Komponente eine Atex-Baumusterprüfung unter verschiedensten Bedingungen durchgeführt, und auch bei den gasdichten Luftabsperrklappen führt das Unternehmen verschiedene, zum Teil kundenspezifische Qualitätstests durch. Diese richten sich nach den Anforderungen der jeweiligen Anwendung. www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2021 39

Ausgabe