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Verfahrenstechnik 5-6/2022

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Verfahrenstechnik 5-6/2022

ZERKLEINERUNGSTECHNIK

ZERKLEINERUNGSTECHNIK RANDBESCHNITTE EINZIEHEN, AUFBEREITEN UND RECYCELN Damit Produktionsreste automatisiert recycelt werden können, bietet Getecha weitgehend standardisierte Zerkleinerungsmühlen. Lesen Sie hier, wie ein Hersteller von Antriebsriemen damit die Wiederverwertung von Kunststoffgranulat aus den Randbeschnitten seiner Extrusionslinien organisieren konnte. Ob in der Extrusion oder beim Konfektionieren von Folien, Schäumen und Platten – die kontinuierliche Gewinnung von Kunststoffgranulat aus Randbeschnitten bietet Kunststoffverarbeitern eine gute Möglichkeit, ihre Rohstoff-, Logistik- und Entsorgungskosten zu senken. „Der Wiedereinsatz des aufbereiteten Materials wirkt sich positiv auf die Produktionsmengen und Erträge aus, und der damit einhergehende Abbau des Materialverlustes ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeit des gesamten Unternehmens“, sagt Eva Rosenberger. Die Expertin für Recyclingtechnik, Vertriebsleiterin und Gesellschafterin des Anlagenbauers Getecha weiß, wovon sie redet. Denn ausgehend von den Zerkleinerungs-, Handling- und Absaugsystemen des Aschaffenburger Unternehmens ist sie immer wieder an der Umsetzung zahlreicher Projekte zur Realisierung moderner Rückgewinnungs- und Wiederaufbereitungslösungen in der Kunststoffindustrie beteiligt. So nahm sich Getecha jüngst beispielsweise der Aufgabenstellung eines namhaften Herstellers von Antriebsriemen und Fördergurten an, der Schneidmühlen benötigte. Sie sollten synchron zur Taktung der Extrusions- bzw. Konfektionierungsanlagen kontinuierlich und gleichzeitig zwei Randstreifen aus TPE oder TPU 50-95 Shore A – bisweilen auch mit eingearbeiteten Inlays aus Stahl – einziehen, zerkleinern und für die weitere Aufbereitung bereitstellen. Die Wahl fiel in diesem Fall auf die Einzugsmühlen des Typs RS 2402 E aus der Rotoschneider-Baureihe von Getecha. UMWELTTECHNIK KOMPAKT UND KUNDENSPEZIFISCH Wie bei vielen anderen Projekten dieser Art, basiert die Systemlösung von Getecha auch in diesem Fall auf der anwendungsspezifischen Individualisierung einer Standardanlage. Abgestimmt auf die speziellen Anforderungen des Riemen- und Gurtherstellers wurden die RS 2402 E mit 4-kW-Antrieben bestückt, die den Einzugsmühlen im laufenden Betrieb Zerkleinerungsleistungen von 80 kg Mahlgut pro Stunde verleihen. Auf Wunsch des Kunden erhielten sie zudem schallgedämmte, kompakte und stabile Maschinengestelle mit integriertem Schaltschrank, die durch Lenkrollen mobil gemacht wurden. Da sie als Einheit sehr schlank bauen (750 × 1.970 × 1.810 mm), lassen sie sich platzsparend direkt neben den Konfektionierungs- oder Extrusionslinien positionieren. Und weil eine Zuführung der zu zerkleinernden Randstreifen schon ab Bodenhöhe möglich sein sollte, stattete Getecha die Schneidmühlen mit zusätzlichen Auslegern und Umlenkrollen aus. Abgesehen von den kundenspezifischen Modifikationen zeichnet sich die RS 2402 E durch eine Vielzahl technischer Feinheiten aus. Dazu gehört beispielsweise die Rollenumlenkung mit einer Bügelsteuerung von der Art eines Tänzerarms, die ein besonders materialschonendes Abziehen der Randstreifen aus den Beschnittanlagen sicherstellt und die auf die Randstreifen wirkenden Zugkräfte und Vibrationen kompensiert. Während zwei gerändelte Einzugswalzen im Inneren der Mühle zudem der Übertragung von Vibrationen auf die Randstreifen entgegenwirken, detektieren eingebaute Sensoren übermäßigen Zug und regeln den Einzug ab, falls Reißgefahr besteht. Des Weiteren ermöglicht ein zweigeteilter Trichter vor der Einzugsöffnung das gleichzeitige Einlaufen von zwei Randstreifen in den Rolleneinzug, ohne dass diese überkreuz laufen und sich

t Die Gewinnung von Kunststoffgranulat aus Randbeschnitten ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeit des Unternehmens. Eva Rosenberger, Vertriebsleiterin und Gesellschafterin, Getecha An einer Extrusionsanlage zur Herstellung von Antriebsriemen und Fördergurten zieht die Schneidmühle gleichzeitig zwei Randstreifen ein und zerkleinert sie zu hochwertigem Mahlgut QUALITÄT AB DEM ERSTEN SCHNITT verwirren können. All diese Maßnahmen sorgen dafür, dass der Randstreifeneinzug effizient, nahezu störungsfrei und stets abgestimmt auf die Geschwindigkeit der Extrusions- bzw. Konfektionierungsanlage ablaufen kann. VOM MAHLGUT ZUM WERTSTOFF „Die richtige Auslegung des Zerkleinerungssystems und die Synchronisation des Zuführtempos sind maßgebende Faktoren für dessen gelungene Integration in die Produktionsumgebung. Ebenso wichtig sind aber auch die Anforderungen des Kunden hinsichtlich der Qualität des Mahlguts“, betont Rosenberger. Unter anderem deshalb verfügt die RS 2402 E über eine intelligente Steuerung zur Regulierung der Einzugsgeschwindigkeiten, die auch eine automatische Umschaltung auf Pufferbetrieb beinhaltet. Bei einem Unterschreiten der minimalen Zuführgeschwindigkeit verhindert diese von Getecha entwickelte Steuerung die Entstehung von störendem Feinmaterial und unerwünschten Staubpartikeln während der Zerkleinerung und gewährleistet so, dass die Mühle selbst bei niedrigen Zuführgeschwindigkeiten im Bereich von 0–6 m/min stets sauberes Mahlgut von sehr guter Qualität fertigt. Rosenberger: „Erreicht wird dies durch die automatische Umschaltung in den Puffermodus bei gleichzeitiger Unterschreitung der optimalen Abzugsgeschwindigkeit. Dabei wird der Tänzerarm als Materialspeicher genutzt und der Einzug in Abhängigkeit zur Stellung des Tänzerarms – sie bestimmt also das Speichervolumen – aktiviert und deaktiviert.“ Über die intelligente Steuerung und den Pufferbetrieb hinaus gibt es zwei weitere Faktoren, mit der die RS 2402 E dem Riemenund Gurthersteller eine hohe Mahlgut-Qualität beschert: Erstens, eine optimale Durchlüftung des Mahlguts während des Zerkleinerungsprozesses, die einer potenziellen Materialerhitzung vorbeugt und bei der Bearbeitung elastischer Materialien – selbst in größeren Mengen – einen optimalen Materialfluss unterstützt. Und zweitens, der Einsatz eines schneidstarken, überaus robusten und offen konstruierten Drei-Messer-Rotors. Er hat einen Durchmesser von 240 mm, bietet eine Schnittlänge von 226 mm und ist bestückt mit Schneidmessern aus hochvergütetem Hartmetall, die sich durch hervorragende Schneidleistungen und lange Standzeiten auszeichnen. Für den Fall, dass auch die Zuführung von Fremdmaterial wie etwa Stahlinlays nicht ausgeschlossen werden kann, lassen sich auch Schneidmesser in Normalqualität oder Schnellarbeitsstahl (HSS) einsetzen. Da die einlaufenden Randstreifen über den Doppelwalzeneinzug der RS 2402 E direkt zwischen die Rotorund Statormesser geführt werden, ist gewährleistet, dass schon mit dem Erstschnitt eine bestmögliche Mahlgutgeometrie entsteht. „Das ist eine wichtige technische Voraussetzung zur Erzielung einer hohen Zerkleinerungsleistung und einer exzellenten Mahlgut-Qualität“, betont Eva Rosenberger. Fotos: Getecha, Pamir – stock.adobe.com www.getecha.de SUPPLEMENT 01/2022 S13