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Verfahrenstechnik 4/2021

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Verfahrenstechnik 4/2021

TOP-THEMA I

TOP-THEMA I DRUCKLUFTTECHNIK Einer für alle Ölfreie Druckluft: Ein Kompressor für mehr als 25 Unternehmen Im Industriepark Willstätt versorgt ein Kompressor alle Unternehmen mit ölfreier Druckluft. Kunden und Umwelt profitieren davon. Hochwertige Flächen in guter Lage: Der Industriepark Willstätt, zwischen Straßburg und Offenburg gelegen, macht seinen gewerblichen Mietern ein überzeugendes Angebot. Und ebenso wichtig ist die „Rundumversorgung“, die das private Betreiberunternehmen B.I.W. GmbH (Betreibergesellschaft Industriepark Willstätt) bietet. Dazu gehört eine hocheffiziente Versorgung mit ölfreier Druckluft durch einen neuen Ultima-Kompressor von Compair. Ursprünglich produzierte die BASF an diesem Standort Tonbänder und Cassetten. Heute ist das Areal, das sich auf einer Fläche von mehr als 40 Fußballfeldern erstreckt, ein bedeutender Technologiestandort im Eurodistrict Strasbourg-Ortenau. Dass die Druckluftversorgung zum Gesamtpaket gehört, versteht sich von selbst. Autorin: Kirsten Waldmann, Marketing Managerin, Compair Drucklufttechnik, Simmern Alexander Reichert, Geschäftsführer der B.I.W. GmbH: „Wir planen und betreiben das Netz mit großer Sorgfalt. Leckagen werden regelmäßig detektiert und beseitigt, und der Netzdruck ist – trotz des weitläufigen Areals – absolut konstant.“ Das fiel kürzlich auch einem Serviceunternehmen auf: Dessen Mitarbeiter vermuteten, der Drucksensor wäre defekt, weil er keine Schwankungen aufgezeichnet hatte − doch die Messergebnisse waren korrekt. Ebenso sorgfältig wird die zentrale Kompressorstation auf dem neuesten Stand gehalten. Aus diesem Grund haben Reichert und sein Team vor einigen Monaten die Investition in einen neuen Kompressor mit großer Sorgfalt vorbereitet. Die Grundanforderung, abgesehen von der ölfreien Erzeugung: Der Kompressor sollte über ein sehr breites Lieferspektrum mit sehr hoher Effizienz arbeiten, denn auf den konkreten Druckluftverbrauch der einzelnen Unternehmen hat die B.I.W. keinen Einfluss. Die B.I.W.-Techniker sondierten den Markt und unterzogen die (wenigen) ölfreien Kompressortypen im gewünschten breiten Leistungsspektrum einer Gesamtkostenbetrachtung. Das Ergebnis, so Alexander Reichert: „Letztlich hat die Ultima am besten abgeschnitten.“ Im Februar 2020 wurde der Kompressor installiert. Eine ältere Maschine bleibt in der Station, die nur als Redundanzanlage und bei einer Wartung der Ultima genutzt wird. Das zentrale Merkmal des energieeffizienten Antriebs der Ultima-Baureihe sind die High-Speed-Permanentmagnetmotoren mit exakt auf diese Motoren abgestimmten Umrichtern. Präzise regelbare Drehzahlen von bis zu 22 000 U/min werden erreicht – bei Wirkungsgraden weit über dem Effizienzstandard IE4. Digitaler Direktantrieb Mit diesem digitalen Antriebskonzept ist es möglich, die Niederdruck- und die Hochdruckstufe mit ihren hochpräzisen Schrauben getriebelos und unabhängig voneinander direkt mit je einem dieser Motoren anzutreiben. Die Steuerung sorgt dafür, dass die Verdichtungsverhältnisse der beiden Stufen in jedem Betriebspunkt optimal aufeinander abgestimmt sind. Das Ergebnis dieses Antriebskonzeptes aus Anwendersicht: Der aktuelle Druckluftbedarf wird stets bei maximalem Wirkungsgrad der Elektroantriebe bereitgestellt. Das führt in der Praxis zu einer Verringerung der Energiekosten um bis zu 13 %. Im Leerlauf verbraucht die Ultima bis zu 45 % weniger Strom als konventionelle zweistufige Verdichter. Bei der hier eingesetzten 160-kW- Maschine U160 sind es nur 8 kWh. 14 VERFAHRENSTECHNIK 04/2021 www.verfahrenstechnik.de

DRUCKLUFTTECHNIK I TOP-THEMA Ebenfalls neu und besonders energieeffizient ist das Kühlkonzept der Ultima-Verdichter. Ein geschlossener interner Wasserkühlkreislauf führt Wärme direkt dort ab, wo sie entsteht – an den Motoren, den Frequenzumrichtern und am Verdichterblock. Diese Wasser-/Luftkühlung führt zur entscheidenden Verbesserung der Wärmebilanz. Wie auch bei anderen Ultima-Einsätzen bestätigen sich im Industriepark Willstätt die Vorteile dieser kompakten Maschinen, die ohne aufwändige Luftkanalinstallationen auskommen, wenn sie an einen Wasserkühlkreislauf angeschlossen sind. Da im Industriepark ausreichend Brunnenwasser zur Verfügung steht, konnte dieser wirtschaftliche Vorteil realisiert werden. Weil der Verdichter in dieser Konfiguration 37 % weniger Stellfläche als herkömmliche ölfreie Kompressoren benötigt, wird wertvolle Fläche gespart, sodass Nach- und Umrüstungen in Druckluftstationen auch unter eingeschränkten Platzverhältnissen möglich sind. Der niedrige Schalldruckpegel von 69 dB(A) ist ein weiterer positiver Faktor der flexiblen Einsatzmöglichkeiten. (Fast) ohne Leerlaufzeiten Die Ultima-Maschine im Industriepark Willstätt erzeugt mit ihrem 160-kW-Antrieb zwischen 6,5 und 23 m 3 /min ölfreie Druckluft. Alexander Reichert: „Der Kompressor läuft im 24/7-Betrieb – am Wochenende mit geringerer Leistung, aber ebenso effizient.“ Ein Blick auf das Touchpanel nach 275 Tagen Betriebszeit zeigt: 6 599 Stunden Betriebsdauer, davon 6 596 Stunden unter Last. Das heißt: nahezu keine Schaltungen und nur drei Leerlaufstunden in neun Monaten, was einem Anteil von 0,05 % entspricht. Damit ist die Auslegung fehlerlos, zumal mit dem serienmäßigen iConn-Modul auch die ständige cloud-basierte Überwachung des Kompressors durch den Compair-Service sichergestellt ist. Mit diesem Service ist die Überwachung von Kompressoren ohne Investitionskosten erreichbar: Der Service hat die Maschine immer auf dem Bildschirm. Die Betriebsstunden werden überwacht und jede Fehlermeldung wird sofort per E-Mail versendet und gespeichert. Damit kann das Prinzip der vorausschauenden Wartung, gestützt durch die cloud-basierte iConn-Plattform, umgesetzt werden. Dieser Service ist im „PureCare“-Wartungsvertrag inkludiert, den der Industriepark abgeschlossen hat. Über einen Zeitraum von fünf Jahren übernimmt Compair proaktiv und zum Festpreis die Wartung und Verfügbarkeit der Drucklufterzeugung – ein echtes „Rundum-sorglos“-Paket für den Betreiber. Mit der neuen Druckluftstation setzt der Industriepark auf einen einzigen hocheffizienten, kontinuierlich überwachten Kompressor. Die Effizienz der Druckluftstation ist eine wichtige Voraussetzung, weil mit den Mietern nach Verbrauch zum Kubikmeter-Preis abgerechnet wird, und das sehr genau. Alexander Reichert: „Wir erfassen pro Monat online insgesamt 12 bis 13 Mio. Verbrauchsdaten für sämtliche Medien.“ Und natürlich unterliegt die Relation von Druckluftmenge und Energieverbrauch der Ultima einem kontinuierlichen Monitoring. „Einige unserer Kunden, vor allem die in der Chemieindustrie, durchlaufen regelmäßig Öko-Audits, bei denen auch der druckluftbezogene CO 2 -Ausstoß erfasst und bewertet wird. Hier erreichen wir mit der Ultima-Maschine sehr gute Werte.“ Fotos: Compair www.compair.de UNSER HUHN FINDET KEIN KORN MEHR. UND EUER? WAREX-VALVE.COM

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