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Verfahrenstechnik 4/2020

Verfahrenstechnik 4/2020

MESSEN, REGELN,

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN I TITEL 03 SAP MII-Leitstand für Abfülllinien von Konsumgütern in Bernburg Weiten Kanadas Züge mit bis zu 177 Waggons zu je 103 t (Zuladung) verfahren, waren im Vorfeld des IVL-Rollouts im Jahr 2017 Anpassungen an der MII-Anwendung vorzunehmen. So hat IGZ zusammen mit den Prozessspezialisten von K+S das Template für KSPC mit Zusatzfunktionen bestückt, über die eine Liefer- und Reihenfolgenbildung für die Zugbeladung sowie eine automatisierte Waggon-Positionierung möglich ist. Zudem wurde zur Unterstützung der Qualitätskontrolle eine Funktion zur Bildung von Probengruppen samt Label- Druck umgesetzt. Darüber hinaus sind eine adäquate Wartungsplanung und Steuerung auf Basis aktueller Maschinenwerte für K+S von fundamentaler Bedeutung. Diese erfolgte oft ungeachtet der tatsächlichen Maschinenlaufzeiten nach einem starren Zeitintervall oder bereits zählerstandsbasiert, jedoch via Handnotiz und manueller Nacherfassung im ERP. Zur Eliminierung von Unschärfen sollten Messwerte von verbauten Motoren, Pumpen, Getrieben und Turbinen automatisiert in das SAP ERP übernommen und dort ausgewertet werden können. Gelöst wurde dies durch die Integration von Sensorwerten aus Prozessleitsystemen mittels SAP MII und der SAP PMgestützten Wartungsplanung. „Vorteil ist, dass die Wartungsplanung jetzt unter Berücksichtigung aktueller Werte, ohne zeitlichen Versatz und medienbruchbedingten Eingabefehlern, erfolgen kann“, wirft Martin Pflüger ein. Auch das neue Kali-Werk in Bethune sowie der Salzstandort Silver Springs in den USA werden demnächst von der SAP MII PM-Integration profitieren, wie aktuell schon Zielitz in Sachsen-Anhalt. Um Störungen zu minimieren und effektiver zu arbeiten, werden mittels SAP MII rund 1 000 Messpunkte über OPC erfasst, zusammengefasst und an das Instandhaltungsmodul im SAP ERP weitergeleitet. Ausgeklügelte Funktionalitäten in der MII-Anwendung ermöglichen die Konfiguration und das Mapping von Sensordaten sowie die Erstellung von Dashboards. Laufzeiten und Zustandsdaten werden direkt online erfasst. Die Kopplung von SAP MII mittels OPC an die Automationsebene wurde durch den im SAP MII enthaltenen Connector SAP Plant Connectivity gelöst. Weitere 4.0-Aufgaben in Arbeit Das jüngst entwickelte OEE-Template- Paket fokussiert die Gesamtanlageneffektivität von Verpackungsanlagen. Neben dem „Weihenstephaner Standard“ finden in der SAP MII OEE-Anwendung auch K+S-spezifische Kennzahlen Berücksichtigung. „Die OEE Onlineerfassung kann das Bewusstsein im Produktionsmanagement verändern. Störungen und Leistungen sind offensichtlich und werden nicht mehr als gegeben akzeptiert, sondern ständig hinterfragt“, ergänzt Martin Hanewinkel, Leiter Siedesalzbetrieb Werk Bernburg. „Man kennt die Laufzeiten und Kosten jedes Artikels und jeder Maschine. Diese Daten helfen uns, Treiber für Verluste und Verschwendung aufzuspüren und zukünftig auszuschließen.“ Nachdem auf Basis der konzerninternen SAP MII-Strategie in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Integrations-Projekte erfolgreich umgesetzt worden sind, hat sich die Dynamik der Digitalisierung der Werke durch die Initiative „Shaping 2030“ nochmals verstärkt. Im Hinblick auf das MES sind hierbei insbesondere verbesserte Echtzeit-Kennzahlen (OEE) sowie ein weiter beschleunigter Rollout der MII-Applikationen „Fill&Pack“, „IVL“ und „PM-Integration“ zwecks Systemkonsolidierung über diverse internationale Werke Die globalen Veränderungen und der digitale Wandel erfordern veränderte Strukturen und Prozesse. von Relevanz. „Bei der Umsetzung der großen Bandbreite von K+S-Werksanwendungen nutzte K+S vor allem die starke Flexibilität von SAP MII sowie die branchenspezifischen Best Practice Lösungen der IGZ“, kommentiert IGZ Bereichsleiter Christian Köllner den erreichten Stand bei K+S. „Historisch gewachsene Prozesse und Strukturen zu ändern, braucht Zeit“, sagt Martin Pflüger. „Angesichts der globalen Veränderungen und des digitalen Wandels ist dies jedoch alternativlos.“ Mit SAP MII als zentralem MES sei K+S bestens gewappnet, weitere Industrie 4.0-Anforderungen anzugehen und erfolgreich umzusetzen. Auch wird die von jährlichen Strategieworkshops begleitete sehr gute Zusammenarbeit mit IGZ fortgesetzt. „Der Schlüssel für erfolgreiche Integrationsprojekte liegt in der engen, interdisziplinären Zusammenarbeit von Automatisierungstechnik und IT, verbunden mit der Expertise innovativer Prozesseigner. IGZ, das SAP Projekthaus für Logistik und Produktion aus Falkenberg, hat in diesem Kontext fortwährend ausgewiesenes Know-how für Prozessleit- und Anlagenintegration inklusive Maschinenanbindung unter Beweis gestellt“, so Pflüger weiter. Der Rückgriff auf SAP MII-Templates habe zudem die Vorhaben beschleunigt und garantiere eine zielsichere Umsetzung. Fotos: IGZ www.igz.com 28 VERFAHRENSTECHNIK 04/2020 www.verfahrenstechnik.de

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN Umstellung auf papierlose Wirkstoffproduktion Takeda Ireland Limited, ein entwicklungs- und forschungsgetriebenes Pharmaunternehmen, hat Werums Pas-X Manufacturing Execution System (MES) an seinem Produktionsstandort im irischen Grange Castle eingeführt. Durch die Integration von Takedas Prozessleitsystem über Osisoft PI Historian ruft Werums Pas-X MES automatisch Daten aus der Produktion ab. Auf diese Weise werden rund 94 % aller relevanten Parameter automatisch im jeweiligen Batch Record erfasst. Das MES ist so konfiguriert, dass Rezepte in die Prozesssteuerungsschicht heruntergeladen und das Electronic Batch Recording (EBR) in Echtzeit mit den Prozessdaten synchronisiert wird. Dadurch ist sichergestellt, dass die Eingabe von Chargendaten unmittelbar während des Produktionsvorgangs erfolgt. Zudem gewährleistet das Pas-X-EBR-System nicht nur die grundlegende Datenintegrität, sondern stellt durch zusätzliche Bestätigungen und elektronische Unterschriften der Bediener auch die Einhaltung von GxP-Anforderungen sicher. www.werum.com Zuverlässige Temperaturmessung In der Metallurgie ist ein hohes Aufkommen von Staub, Dämpfen und ähnlichen Störelementen, die die berührungslose Temperaturmessung negativ beeinträchtigen, oft nicht zu vermeiden. Damit auch unter diesen widrigen Voraussetzungen eine zuverlässige Temperaturmessung an Schmelzen oder metallischen Oberflächen gewährleistet werden kann, hat Optris ein neues Quotientenpyrometer entwickelt. Quotientenpyrometer liefern im Vergleich zu Einkanalpyrometern auch bei einer verschmutzten Optik oder bei Objekten, die sich innerhalb des Messfeldes bewegen, noch konstante Messergebnisse. Das Konzept basiert auf dem bisherigen, in vielen Installationen bewährten CTratio mit Glasfaseroptik und separater Auswerteelektronik. Die Erweiterung um ein Modell mit spektraler Empfindlichkeit bei 1,45–1,75 µm (2M) ermöglicht nun bereits Messungen ab 250 °C. Auch nach oben konnten die Modelle durch neue Kalibrierverfahren erweitert werden – maximal können nun 3 000 °C gemessen werden. Besonders hervorzuheben ist laut Hersteller die Genauigkeit, mit der das neue Quotientenpyrometer arbeitet – der Messfehler beträgt lediglich 0,5 %. www.optris.de Erfassend sicher. sichere Datenaufzeichnung und -verarbeitung mittels TÜV-geprüfter Manipulationserkennung Chargenprotokoll mit automatischem Chargenausdruck (bis zu 5 je nach Gerät) individuelle Anpassung an eigene Applikationen sowie Chargensteuerung über ST-Code hohe Schnittstellenflexibilität durch Modbus-Master-Funktionen und PROFINET AMS2750 70053 Bildschirmschreiber JUMO LOGOSCREEN 601 und JUMO LOGOSCREEN 700 Die Bildschirmschreiber der JUMO LOGOSCREEN Serie bieten Ihnen vielfältige Möglichkeiten bei der Registrierung Ihrer Prozessdaten. Von Geräten der Einstiegsklasse bis zu einem hochskalierbare Bildschirmschreiber – JUMO unterstützt Sie bei jeder Registrierungsaufgabe mit der passenden Lösung. Willkommen bei JUMO. www.jumo.net Besuchen Sie uns in Halle 11, Stand C28

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