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Verfahrenstechnik 12/2022

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Verfahrenstechnik 12/2022

NEU UND NACHHALTIG

NEU UND NACHHALTIG BERECHNUNG VON CO 2 E-EMISSIONEN Borealis kündigt die Einführung von Neoni an, einem neuen Tool zur Berechnung von CO 2 e-Emissionen. Dieses digitale Werkzeug soll CO 2 e-Emissionsdaten für Polyolefine bis hin zur spezifischen Produktebene liefern. Neoni, das auf der K 2022 in seiner Demoversion vorgestellt wurde, soll zunächst Berechnungen für rund 500 Polyolefinprodukte, die an Borealis-Standorten in Europa hergestellt werden, umfassen. Neoni liefert einen partiellen, produktbezogenen CO 2 -Fußabdruck auf der Grundlage von Ökobilanzen, die auf den von der Herstellung bis zur Auslieferung entstehenden CO 2 e-Emissionen basieren. Das bedeutet, dass zur Berechnung alle CO 2 e-Emissionen berücksichtigt werden, die bis zu jenem Zeitpunkt anfallen, zu dem das Produkt die Borealis-Anlage verlässt. Darüber hinaus wird Neoni den Kunden schon bald die Möglichkeit bieten, jene CO 2 e-Emissionen zu berechnen, die auf dem Weg von Borealis zu ihrem eigenen Betrieb anfallen. Die Einführung von Neoni soll bis zum Ende dieses Jahres erfolgen. www.borealisgroup.com SCHOTT ERREICHT ERSTE ETAPPENZIELE ZUR KLIMANEUTRALITÄT Im Jahr 2020 hat der Spezialglaskonzern Schott das Ziel verkündet, in seiner eigenen Produktion bis 2030 klimaneutral werden zu wollen. Jetzt hat das Unternehmen ein erstes Zwischenfazit gezogen. Trotz Corona-Pandemie und aktuell großer Herausforderungen für die Weltwirtschaft habe der Technologiekonzern wichtige Etappenziele auf dem Weg Richtung Klimaneutralität erreicht. Neben der Umstellung auf 100 Prozent Grünstrom und der damit verbundenen Senkung der CO 2 -Emissionen um 60 Prozent wurden wichtige Entwicklungsprojekte für klimafreundlichere Schmelztechnologien initiiert. Die Spezialglasindustrie benötigt viel Energie. Bisher wurden die Schmelzwannen vor allem mit dem fossilen Energieträger Erdgas betrieben. Sie verbrauchen bei Schott den größten Anteil an Energie. Neben Erdgas, das überwiegend für die Wannenbefeuerung eingesetzt wird, ist Strom der mengenmäßig größte Energieträger. Für den Umstieg hat Schott in einem ersten Schritt auf erneuerbare Energien durch entsprechende Herkunftsnachweise (Energy Attribute Certificates, EACs) gesetzt. Seit 2022 setzt das Unternehmen zudem auf Power Purchase Agreements (PPAs), die einen noch konkreteren Beitrag zur Energiewende leisten. PPAs sind direkte Stromabnahmeverträge mit Betreibern von Erneuerbare-Energien-Anlagen, wie zum Beispiel Windparks. www.schott.de 24 VERFAHRENSTECHNIK 2022/12 www.verfahrenstechnik.de

NEU UND NACHHALTIG NACHHALTIGE KREISLAUFWIRTSCHAFT DURCH KÜNSTLICHE INTELLIGENZ Um den Kreislauf für Kunststoffverpackungen so weit wie möglich zu schließen, arbeiten 51 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft in zwei Innovationslaboren zusammen: KIOptipack für Design und Produktion sowie K3I-Cycling für das werkstoffliche Recycling. Ziel von KIOptipack ist es, praxisreife KI-gestützte Werkzeuge für das erfolgreiche Produktdesign sowie die qualitätsgerechte Produktion von Kunststoffverpackungen mit hohem Rezyklatanteil in einem KI-Anwendungs- und Datenraum bereitzustellen, zu validieren und in die Anwendung zu transferieren. Dies wird mit der Bildung einer zentralen Netzwerkplattform für das Wertschöpfungsengineering verknüpft. Das Projekt und die darin entwickelten Werkzeuge beziehen die gesamte Wertschöpfungskette vom Sekundärrohstoff, über die Material- und Verpackungsentwicklung, die Prozessauslegung, die Verpackungsproduktion bis hin zur Abfallsammlung und Aufbereitung ein. Ziel von K3I-Cycling ist die signifikante quantitative und qualitative Verbesserung des werkstofflichen Recyclings von Post-Consumer Kunststoffverpackungsabfällen. Zu diesem Zweck entwickelt K3I-Cycling mittels eines Artificial Neural Twin eine neue, offene und standardisierbare KI-Schnittstelle zur sektorübergreifenden Sammlung relevanter Informationen im Sinne eines Leichtverpackungs-Produktpasses. Bei einem Artificial Neural Twin handelt es sich um eine vollständig differenzierbare Abbildung des Gesamtsystems, mit dem Einzelkomponenten in Relation zum gesamten System optimiert werden können. www.ivv.fraunhofer.de RECYCELBARE TUBEN AUS HDPE Milliken präsentiert Tuben aus hochverdichtetem Polyethlen (HDPE), die mit Huhtamaki-Laminaten hergestellt und mit der UltraGuard- Solutions-Technologie von Milliken optimiert wurden. Durch die Verbesserung der Barriereeigenschaften von HDPE-Folien um bis zu 50 Prozent will UltraGuard Solutions zur Nachhaltigkeit beitragen, indem es die Herstellung von Produkten aus einem einzigen Material ermöglicht, die sich dadurch besser recyceln lassen. Durch die verbesserten Barriereeigenschaften ist auch eine Reduzierung der Polyethylen-Folie (PE) möglich, was zu einem leichteren Endprodukt und einer Verringerung der Kunststoffmenge führt, die zum Erreichen des gewünschten Ergebnisses erforderlich ist. www.milliken.com ÖKOLOGISCHE KUNSTSTOFFE Biobasiert, biologisch abbaubar, thermisch/chemisch/ mechanisch recycelt oder Granulate aus Abfallstoffen: Die Palette an Ideen und Möglichkeiten für nachhaltigere Kunststoffe ist groß. Simona setzt mit seiner neuen ISCCplus-zertifizierten Produktlinie zunächst auf den Massebilanzansatz und biozirkuläre sowie zirkuläre Rohstoffe. ISCC steht als Abkürzung für International Sustainability and Carbon Certification. Die dahinterstehende ISCC-Organisation aus internationalen Unternehmen und NGOs zeichnet Rohstoffe aus, die den etablierten Nachhaltigkeitsverordnungen entsprechen. Das Prinzip der Massebilanzierung liegt der neuen Produktlinie „ISCC plus zertifizierte“ Rohre & Formteile zugrunde. Damit erweitert das Unternehmen sein Portfolio um Kunststoffprodukte aus klimafreundlichen Quellen und will auch hinsichtlich Materialqualität und -zusammensetzung einen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz leisten. www.simona.de FEINCHEMIKALIEN DURCH ELEKTROLYSE Basischemikalien, die als Grundstoffe für vielfältige Produkte wie Medikamente oder Waschmittel benötigt werden, lassen sich bislang nur mit hohem Energieund Rohstoffaufwand produzieren. Ziel des vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Co-geleiteten Zukunftsclusters Etos ist es, auf Basis von Elektrolyse nachhaltigere Verfahren zu entwickeln. Mit Strom aus erneuerbaren Energien sollen sie eine Grundlage für die CO 2 -neutrale chemische Produktion schaffen. Mit speziellen Elektrolyseverfahren für die Herstellung von Feinchemikalien will Etos maßgeblich zur Defossilisierung der Chemieindustrie beitragen. „Der Vorteil ist, dass keine Abfälle entstehen, wenn mithilfe von Elektrizität eine Reaktion ausgelöst wird. Es ist ein ‚sauberes‘ Verfahren, erlaubt milde Synthesebedingungen und ist von Natur aus sicher“, sagt Dr. Philipp Röse vom Institut für Angewandte Materialien – Elektrochemische Technologien (IAM-ET) des KIT. Die Forschenden wollen die Elektrolyseverfahren nun so anpassen und bis zum industriellen Maßstab entwickeln, dass sich Energie und Rohstoffe einsparen lassen. www.kit.edu www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2022/12 25