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Verfahrenstechnik 12/2021

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Verfahrenstechnik 12/2021

Für Übergrößen

Für Übergrößen Anspruchsvolle Produkte effizient sieben 01 Mit einer Siebmaschine soll sich das Absieben von Übergrößen aus einem Spezialpolymergranulat perfektionieren lassen. Die Lösung wurde individuell auf den Kunden abgestimmt. Sieben, Fördern, Dosieren – die Spaleck-Gruppe aus Bocholt bietet für diese Prozesse hocheffiziente Förderund Separiertechnik, die höchste Hygiene- und Reinheitsstandards erfüllt und den nötigen Wartungsaufwand auf ein Minimum reduziert. Die Lösungen werden individuell auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt – so auch bei der Siebmaschine, die gemeinsam mit der Inovyn Deutschland GmbH in Rheinberg entwickelt wurde. Die bei Inovyn eingesetzte Siebmaschine perfektioniert das Absieben von Übergrößen aus einem Spezialpolymergranulat. Über 98 Prozent des Materials werden dort abgesiebt, bei Autor: Rainer Elfring, Leiter Marketing, SPALECK GmbH & Co. KG, Bocholt einer Leistung von 3,5 t/h. Dabei ist das Siebmaterial durchaus anspruchsvoll, denn die einzelnen Granulat-Teilchen neigen in diesem Produktionsschritt noch zum Anbacken. Zudem gibt es produktionsbedingt Langteile, die abgesiebt werden müssen. Das Spezialpolymergranulat, das in einem Batch-Prozess hergestellt wird, lässt sich trotz der hohen Anforderungen mit der neuen Lösung sehr zielgenau absieben. Die besondere Raffinesse dabei: Die Siebmaschine ermöglich eine sehr einfache und zugleich effiziente Maschinenbedienung und -reinigung. So unterstützt sie die hohen Qualitätsanforderungen im Produktionsprozess optimal. Ohne Ecken und Kanten Die Siebmaschine ist Bestandteil einer Polymer-Anlage, die die Inovyn Deutschland GmbH in Rheinberg für die Solvay Speciality Polymers Deutschland GmbH betreibt. Diese Polymer-Anlage dient zur Herstellung von Para, einem Polyarylamid, das den Grundstoff für Solvays Ixef Para darstellt. Als Teil von Ineos ist Inovyn der führende Hersteller im Bereich von Vinyl-Produkten in Europa und rangiert weltweit unter den Top 3. Basis der individuellen Lösung für Inovyn bildet eine Siebmaschine der Ausstattungslinie Spaleck Comfortline. Diese Produktlinie ist aus hochwertigem Edelstahl hergestellt und auf eine GMP-gerechte Fertigung ausgelegt. Das macht sie zu einer geeigneten Anlage nicht nur für die Chemie-, sondern auch für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Für Inovyn wurde die polierte Oberfläche im Trog der Maschine – dort wo das Material gefördert und gesiebt wird – mit einer Rauigkeit von unter 8 µm angefertigt. Das ist aber längst nicht das Maximum des Möglichen. Bei Bedarf kann Spaleck auch Maschinen liefern, die eine Oberflächenrauigkeit von weniger als 5 µm haben. Zusätzlich wurde die Maschine ohne spitze Ecken und Kanten gefertigt. Dort, wo sie sich nicht vermeiden ließen, wurden sie abgerundet. „Diese totstellenarme Konstruktion verhindert ebenso Anbackungen des Materials wie Verunreinigungen in der Fertigung“, erklärt Frank Spaleck, Sales Manager Food & Chemical Industries bei Spaleck. Minimierte Stillstandzeiten Ein weiteres Plus: Die Reinigung und der Siebbelagswechsel können bei Comfortline-Anlagen sehr effizient von nur einem Mitarbeiter ausgeführt werden. Möglich wird das, weil sowohl Deckel als auch Siebbelag über Gasdruckfedern leicht aufzuklappen sind und über Schnellspanner 10 VERFAHRENSTECHNIK 12/2021 www.verfahrenstechnik.de

SCHÜTTGUTTECHNIK I TOP-THEMA 02 03 01 Inovyn-Betriebsleiter Götz Höning (links) mit Frank Spaleck an der bereits 2017 installierten Siebmaschine 02 Die polierte Oberfläche wurde mit einer Rauigkeit von unter 8 µm angefertigt 03 Die Comfortline-Siebmaschine vereint sehr gute Siebergebnisse und hohe Anwenderfreundlichkeit fixiert werden können. Weder für die Reinigung noch für den Siebbelagswechsel benötigt der Mitarbeiter daher zusätzliches Werkzeug. Lose Teile, die das Produkt verunreinigen könnten, fallen nicht an. Das integrierte Düsensystem ermöglicht zudem eine CIP-Reinigung. Die extrem einfache Handhabung minimiert also Stillstandzeiten, die beim Reinigen oder dem Siebbelagswechsel normalerweise entstehen. Die Maschine ist zudem so konstruiert, dass sie von außen einsehbar ist. Sollten also doch einmal Verunreinigungen entstehen oder Material anbacken, kann sofort in den Prozess eingegriffen werden. Entwickelt wurde die Lösung für Inovyn gemeinsam im Spaleck-Testcenter. „Die Zusammenarbeit war sehr produktiv und auf die für uns beste Lösung ausgerichtet. Anhand unseres mitgebrachten Ausgangsmaterials haben wir solange mit unterschiedlichen Setups getestet, bis wir das für uns beste Ergebnis erzielt haben“, berichtet Götz Höning, Betriebsleiter der PVC und Para-Anlage bei Inovyn in Rheinberg. Umfangreiche Tests Auf rund 1 400 m 2 Fläche ermittelt Spaleck in seinem Bocholter Testcenter gemeinsam mit dem Kunden die optimale Konfiguration für die geplante Anlage – unter realen Bedingungen. Nicht nur das originale Material kommt zum Einsatz, auch die Größenordnungen und die Variabilität, mit denen getestet wird, sind beachtlich. Große Mengen bis zu 6 m 3 meistern die Testanlagen genauso, wie kleine Mengen hoch anspruchsvoller und kostenintensiver Materialen mit extremen Anforderungen aus dem Lebensmittel-, Chemie- und Pharmabereich. „Unsere Kunden können dort verschiedene Konfigurationen ausprobieren und sehen, wie sich die Anlagen in den unterschiedlichen Ausführungen im späteren Weder für die Reinigung noch für den Siebbelagswechsel wird zusätzliches Werkzeug benötigt Produktionsprozess verhalten“, sagt Frank Spaleck. Gemeinsam mit den Kunden können auf diese Weise maßgeschneiderte Lösungen entwickelt werden – 100 % individuell und optimiert auf die genauen Produktionsbedürfnisse, so der Ingenieur weiter. Auf Wunsch werden die gesiebten Produkte aus den Siebversuchen gesammelt und dem Kunden zur weiteren Aufbereitung zur Verfügung gestellt. Zusätzlich ermöglicht die akribische Datenerfassung der Testdurchgänge eine umfassende Dokumentation. Das sorgt für ein höchstmögliches Maß an Transparenz. Die Daten liefern aber auch die Basis für Rechenmodelle. So kann Spaleck dem Kunden aufzeigen, wie die Anlage mit im späteren Prozess vorgesehenen größeren Mengen arbeitet. Das seit 2014 betriebene Testcenter ist ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept der Spaleck Gruppe und unterstreicht den exzellenten Ruf des „grünen Maschinenbauers“ als Innovationstreiber in der Sieb- und Fördertechnik. Klebrig und brüchig Auch für Unternehmen der Lebensmittelbranche werden leistungsstarke, individuelle Maschinenlösungen entwickelt. So etwa für einen europaweit agierenden Süßwarenhersteller. Die Anforderung hier: Zusammenklebende Süßwaren und Bruchstücke sollten abgesiebt werden. Dafür wurden Eindeckersiebmaschinen mit zwei hintereinanderliegenden Siebschnitten eingesetzt. Bei der Feinsiebung im ersten Schritt werden Bruchstücke abgeschieden, in der darauffolgenden Grobsiebung werden Übergrößen wie etwa zusammenklebende Produkte und mögliche Fremdstoffe entfernt. Um Anbackungen auf ein Minimum zu reduzieren, wurde der Trog für den Süßwarenhersteller aus einem speziellen Waffelblech gefertigt. Selbst die klebrigen Süßwaren haften hier kaum an. Damit keine Lücken entstehen, in denen sich Lebensmittel festsetzen könnten, wurde das Waffelblech komplett spannungsarm verschweißt. Bei Bedarf können die Maschinen auch auf Gegenschwingrahmen aus geschlossenen Edelstahlprofilen geliefert werden. Das minimiert das Übertragen von Schwingungen in älteren Bestandsgebäuden. So fügen sich die Anlagen als individuelle Lösung in den jeweiligen Produktionsprozess der Kunden ein. Fotos: Spaleck www.spaleck.de www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 12/2021 11

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