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Verfahrenstechnik 9/2021

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Verfahrenstechnik 9/2021

BETRIEBSTECHNIK Zur

BETRIEBSTECHNIK Zur differenzierten Bewertung von Investitionsalternativen lässt sich diese Liste in ein Scoringtableau transformieren: Anhand eines Punktesystems werden sowohl die einzelnen Kriterien gewichtet als auch die einschlägigen Performancegrade der getesteten Anschaffungskandidaten bewertet – zuverlässig kristallisiert sich die technologische Optimallösung heraus. Individuellen Bedarf prüfen Schlanke Linie für Prozesse Parameter der Werksreinigung optimieren Der Reinigungsdienst moderner Anlagen ist mit einem Anforderungs-Mix aus ständig verschärften Hygiene- und Umweltstandards sowie zunehmend differenzierten Baustrukturen und Flächennutzungskonzepten konfrontiert. Nur durch konsequente Anpassung des Leistungs- und Ressourcengerüsts an das dynamische Bedarfsszenario lässt sich ein anspruchsvoller Sauberkeitsgrad wirtschaftlich gewährleisten. Auf Jahresbasis sollte das technisch-betriebswirtschaftliche Profil des Maschinenparks zur Betriebsreinigung kritisch begutachtet werden. Besonderes Augenmerk verdienen Indikatoren wie aktueller Leistungsgrad und Kostenstatus, technischer Zustand, Ausfallverhalten, Zeitwert, absehbarer Reparatur- und Retro fitting-Aufwand innerhalb der veranschlagten Restnutzungsdauer. Dieses systematische Screening lässt sowohl drohende Effizienzeinbußen und Kapazitätsengpässe als auch künftig geforderte Maschinenspezifikationen erkennen. Via Investitionsplanung ist das Equipment exakt dem betrieblichen Bedarfsszenario anzupassen. Die sachgerechte Auswahl erfordert eine ausgiebige Geräte- Vorführung, gegebenenfalls einen mehrtägigen Probe-Einsatz. Zur Evaluierung Autor: Wilhelm Pfeuffer, freier Autor, Ochsenfurt der Spitzenkandidaten kann folgender Kriterienkatalog dienen: n Einsatzspektrum: Welche praxisrelevanten Reinigungs-/Desinfektionsmaßnahmen können ausgeführt werden? n Kapazität: Welches quantitative Ergebnis wird pro Maschinen- bzw. Personalstunde qualitätssicher erbracht? n Verbrauchs-Charakteristik: Wie hoch ist der Einsatz an Betriebsstoff, Hilfsmaterial, Reinigungsmittel, Wasser? n Handling: Lassen sich sämtliche Bedien-, Rüst- und Pflegefunktionen intuitiv, einfach und zügig ausführen? n Instandhaltungsbedarf: Welche planmäßigen Wartungsmaßnahmen und typischen Verschleißreparaturen fallen an? n Adaptionsfähigkeit: Entspricht das technologische Konzept absehbaren Veränderungen des Bedarfsszenarios? Konsequente Produktivitätssicherung bedeutet letztlich Fine-Tuning jedes einzelnen Reinigungsvorgangs, von manuellen Arbeiten mit Sprühdose und Wischtuch bis zum Einsatz von Scheuersaugfahrzeugen und -robotern. Nach Maßgabe des Kostenminimums sind per praktischer Verprobung sämtliche Prozessparameter exakt auf den Bedarfsfall abzustimmen, wie er durch Reinigungsobjekt, Verschmutzung und eventuelle Nebenbedingungen (Zeitfenster, simultane Betriebsabläufe etc.) charakterisiert ist. Bei maschinellen Reinigungsverfahren handelt es sich um folgende Optimierungsgrößen (die Klammerzusätze beziehen sich auf das Scheuersaugen, die Standardtechnologie der Großflächenreinigung): n Geräte-Einstellparameter (z. B. Anpressdruck, Flottenausstoß, Bürstendrehzahl) n Ausrüstung (z. B. Bürstenmaterial/-beborstungsmuster, Saugbalkenform/-breite) n Reinigungs-/Desinfektionsmittel (z. B. chemische Spezifikation, Verdünnungsgrad) n Handhabung (z. B. situative Regulierung des Fahrtempos, Zuschalten des Kehrmoduls) n Verbundarbeiten (z. B. vorheriges Kehren, Vorsprühen von Konzentrat, Beräumungen) Die ermittelten Optimal-Daten fließen in die Arbeitsbeschreibungen ein und werden den Personaleinweisungen zugrunde gelegt. Aus dem Prozessprofil resultiert zudem das Mengengerüst der direkten Kosten: benötigte Personalzeit sowie Betriebsstoff- und Zubehörverschleiß. Damit verfügt das Management über zuverlässige Anhaltspunkte für die Budgetierung (mit Planungs- und Kontrollrechnung sowie aufschlussreichen Abweichungsanalysen), für die Einsatzdisposition und für wirtschaftliche Reinigungsprogramme. Nicht zuletzt bieten sich Prozess-Audits als Events an: Neuartige Zubehörteile, Chemikalien, Hilfsmaterialien und optionale Ablaufschemata werden im konkreten Anwendungsfall getestet und bei positivem Ergebnis in die Praxis übernommen. Foto: Kärcher www.kaercher.com 54 VERFAHRENSTECHNIK 09/2021 www.verfahrenstechnik.de

BETRIEBSTECHNIK Überwachung bei der Gefahrstofflagerung Mithilfe der Webapplikation Denios connect lassen sich die Zustandsdaten bei den mit Sensorik ausgestatteten Raumsystemen wie beispielsweise Temperaturschwankungen, Probleme mit der Lüftung, offenstehende Türen oder der Austritt von Gasen sofort per individueller Alarm-Meldung als E-Mail oder SMS auf Handy, Tablet oder Desktop-PC erkennen. Das digitale Leckagewarnsystem SpillGuard connect überwacht Auffangwannen. Der Leckagesensor kann in jede beliebige Auffangwanne platziert werden und übernimmt dabei die Funktion eines Warnsystems. Via Narrowband IoT funkt der Sensor 24 Stunden und in Echtzeit Statusdaten wie z. B. Umgebungstemperatur oder Batterieladezustand an die Connect-Applikation. Im Leckagenotfall wird sofort ein Alarm per SMS oder E-Mail auf ein Endgerät der Wahl, auch an mehrere Empfänger gleichzeitig, gesendet. Die Zustandsdaten von sämtlichen Connect-Produkten werden in der Cloud lückenlos dokumentiert und können beispielsweise als Report für Audit-Zwecke im Rahmen der wöchentlich vorgeschriebenen Sichtprüfung bei Auffangwannen nach der Stahlwannen-Richtlinie (StawaR)/TRGS 510 herangezogen werden. Spezialfasern widerstehen auch aggressiven Substanzen CeramOptec bietet seine Faseroptiken jetzt auch als Spezialausführungen für den Einsatz in rauen Umgebungen an. Die neuen Fasern sind mit einer hermetisch dichten Metallbeschichtung aus Aluminium versehen und so gegen das Eindringen von Flüssigkeiten und Gasen geschützt. Sie eignen sich für Betriebstemperaturen zwischen –196 und + 400 °C, gasen auch unter Hochvakuumbedingungen nicht aus und widerstehen sowohl organischen Lösungsmitteln als auch anderen aggressiven Substanzen. Die Fasern sind mechanisch deutlich belastbarer als Fasern mit organischen Beschichtungen wie etwa hermetischen Kohlenstoff-Coatings. Ihre Aluminiumbeschichtung akkumuliert keine statische Elektrizität und vereinfacht durch gute Wärmeleitung die Faserkühlung. Auch ein Anlöten der Fasern ist grundsätzlich möglich. Naheliegende Einsatzgebiete für die neuen Faseroptiken sind Hochtemperaturanwendungen in der petrochemischen Industrie sowie in Kernkraftwerken und Versuchsreaktoren. Darüber hinaus kommen AL-Fasern auch für Hochvakuumbeschichtungen in der Elektronikindustrie und angrenzenden Gebieten sowie generell für faseroptische Anwendungen infrage, bei denen Wärmemanagement eine Schlüsselrolle spielt. Im Umkreis petrochemischer Prozesse sind sie vor allem dort von Interesse, wo bei hohen Umgebungstemperaturen ein Maximum an Leistungsstabilität und H₂-Diffusionsdichte erforderlich ist. www.ceramoptec.de www.denios.de Unsichtbare Gasgefahren visualisieren Die optische Gasdetektionskamera MetCam macht Methan- Leckagen auch unter schwierigen Bedingungen hinsichtlich ihrer Quelle und Intensität sichtbar. Mögliche Gefahrenlagen durch austretende Gase können so schneller und genauer beurteilt werden. Austretendes Methan ist nahezu unsichtbar. Bereits kleinste Leckagen des Gases können die Sicherheit auf einer Industrieanlage gefährden und erhebliche Kosten verursachen. Anders als bei Punktdetektoren muss sich die Gasquelle nicht in unmittelbarer Nähe der Gaskamera befinden. Das Sichtfeld ist bereits ausreichend, um das austretende Gas zu erkennen. Damit ist die Detektion unabhängig von Wind oder anderen Einflüssen. Die Gaswolke wird als farbige Überlagerung auf einem Schwarz-Weiß-Videobild visualisiert. Zusätzlich quantifiziert die MetCam selbstständig die Konzentration des austretenden Gases. Sie kann auch zur Emissionsmessung oder als Überwachungskamera mit Farbbild genutzt werden. Die MetCam erkennt eigenständig, wenn die Optik verschmutzt oder verdeckt wird und sendet eine entsprechende Warnung, um Fehlalarme zu vermeiden. Zudem führt die MetCam in regelmäßigen Abständen eine Selbstkalibrierung durch, um sich an geänderte Witterungsverhältnisse anzupassen. Alle Ereignisse und Messdaten werden automatisch gespeichert. www.draeger.com Full-Service-Angebot entlang des gesamten Lebenszyklus Bilfinger fasst große Teile seines Serviceangebots in Deutschland künftig in einer Gesellschaft zusammen. Das Komplettangebot aus einer Hand umfasst Engineering, Projektabwicklung sowie integrierte Serviceleistungen in der Instandhaltung und der Digitalisierung. Über nur eine Schnittstelle können Kunden aus der Prozessindustrie ab sofort einfach und effizient auf das umfassende Know-how der Bilfinger-Experten zurückgreifen. Bisherige Kundenbeziehungen und Ansprechpartner bleiben auch in der neuen Gesellschaft bestehen, ebenso wie das Angebot maßgeschneiderter Lösungen von der Einzelleistung bis hin zum Full-Service- oder EPC-Vertrag (Engineering, Procurement, Construction). Das Portfolio der Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH umfasst den gesamten Lebenszyklus industrieller Anlagen vom Consulting und Engineering über den Anlagenbau, die Montage, Inbetriebnahme und Instandhaltung inklusive Turnarounds bis hin zu Modifikationen, Erweiterungen oder dem Rückbau von Anlagen. Über eine weitere deutsche Bilfinger-Gesellschaft – die Bilfinger Arnholdt GmbH – kann auch Gerüstbau, Isolierung und Korrosionsschutz integriert werden. www.bilfinger.com www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 09/2021 55

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