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Verfahrenstechnik 9/2017

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TOP-THEMA I POWTECH

TOP-THEMA I POWTECH Gefahr erkannt – Gefahr gebannt Individuelles Brandschutzkonzept sichert gefährdete Zerkleinerungsprozesse Überall dort, wo in der industriellen Verarbeitung brennbare Materialien in fein verteilter Form bearbeitet werden, kann es durch unterschiedliche Ursachen zu Brand- und Explosionsereignissen mit gravierenden Folgen kommen. Mit speziell auf die jeweiligen Kundenanforderungen zugeschnittenen Lösungen zur Funkenerkennung und -eliminierung können Personen- und Sachschäden sowie kostenintensive Produktionsausfälle effektiv verhindert werden. C ellulose ist ein vielseitiger Rohstoff, der in allen Branchen Verwendung findet. In der Lebensmittelindustrie (z. B. bei Molkereiprodukten und Teigwaren), in der technischen Industrie (z. B. als Bindemittel für Mörtel und Putz) oder bei der Futtermittelverarbeitung. Zur Herstellung dieses rein natürlichen Produktes sind zahlreiche Verarbeitungsschritte nötig. Als Rohstoff dienen aufgereinigte Faserextrakte, aus denen Cellulose gelöst und im Anschluss zerkleinert wird. Ein wichtiger Faktor für eine gute Qualität sind gleichmäßige Fasern, deren Größe genau auf die jeweilige Anwendung abgestimmt ist. Autor: Denis Sauerwald, Marketing, Fagus-Grecon Greten GmbH & Co. KG, Alfeld Um gleichmäßige Hackschnitzel herzustellen, sind Zerkleinerungsprozesse durch Mühlen nötig. Diese Verarbeitungsschritte bergen viele Brandrisiken. Feiner Staub, Sauerstoff und Zündquellen in Form von Funken oder heißen Partikeln sind eine brandgefährliche Mischung. Geraten Fremdkörper, wie kleine Steine oder Nägel, in die schnell laufenden Mahlwerke, ist Funkenflug unausweichlich. Bewegte Anlagenteile, wie z. B. Ventilatoren, schlagen oftmals – etwa durch Verschleiß – Funken. In der Folge wird ein Funke durch die Absauganlage der Mühle in nachgelagerte Anlagen wie Vorabscheider oder Filteranlage transportiert, dort kann er zu Bränden oder Staubexplosionen führen. Auch die Mühle selbst ist gefährdet. Staut sich Material auf, kommt es zu Überhitzungen. Diese Erfahrung musste auch das schwäbische Unternehmen Jelu machen. Im Jahr 1908 als Getreidemühle gegründet, produziert das Familienunternehmen heute pro Jahr viele Tausend Tonnen Cellulose für die unterschiedlichsten Branchen. Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder zu Brandereignissen gekommen war, werden seit 40 Jahren alle gefährdeten Bereiche mit Grecon-Funkenlöschanlagen ausgerüstet. So werden Mühlen, Transport- und Absaugsysteme auf Funken und heiße Teilchen überwacht und bei einer Meldung durch einen fein verdüsten Wassernebel abgelöscht. „Wir sichern alle potenziell gefährdeten Bereiche mit Funkenlöschanlagen ab“, beschreibt Hubert Ehrler, Leiter Technik bei Jelu, die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen. Passendes Schutzkonzept Nachdem man bereits 1982 die erste Funkenlöschanlage bei Jelu installierte, wurde 40 VERFAHRENSTECHNIK 9/2017

POWTECH I TOP-THEMA 01 Hochsensible Funkenmelder sichern die Mühlen in Rosenberg 02 Hubert Ehrler ist von der Funkenlöschanlage überzeugt, denn so lassen sich bis zu 99,5 % aller Brände im Vorfeld verhindern das Schutzkonzept kontinuierlich erweitert. Im Jahr 2005 wurden alle Zentralen der älteren Generation auf die neue Funkenmeldezentralen-Generation modernisiert. Wird ein Funke oder heißer Partikel erkannt, wird der Anlagenbereich sofort abgeschaltet und die automatische Löschung aktiviert. „Wir konnten das Brandrisiko signifikant verringern. Grecon-Funkenlöschanlagen schließen 99–99,5 % aller Brände im Vorfeld aus“, berichtet Hubert Ehrler. Dazu wurde die Mühle selbst auch mit einer Löschautomatik ausgestattet. Selbst beim Ausschalten der Anlage läuft die Mühle noch bis zu eine Minute weiter und wirbelt Staub auf, der in Verbindung mit Sauerstoff und der Zündquelle eine große Gefahr darstellt. Nach einer kurzen Prüfung wird die Mühle wieder angefahren und die Produktion kann nach minimaler Unterbrechung fortgesetzt werden. Neben dem hochsensiblen Funkenmelder FM 1/8 für die Detektion von Funken und heißen Teilchen in Transportleitungen, werden bei Jelu auch tageslichtunempfindliche Melder vom Typ DLD 1/8 zur Überwachung von Anlagen mit Tageslichteinfall verwendet. Daneben kommen Flammenmelder zum Einsatz. Diese überwachen aus einer großen Entfernung ganze Bereiche wie das Mühlengebäude. „Die Investition in Grecon-Funkenlöschanlagen hat sich in jedem Fall gerechnet. Wir sind sehr zufrieden mit dem speziell auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenen Schutzkonzept und werden in Zukunft auch weitere Bereiche wie die Transportleitung zur neu gebauten Halle mit Grecon-Funkenlöschanlagen schützen“, fasst Hubert Ehrler die Situation zusammen. Halle 4, Stand 201 www.fagus-grecon.com/de Besuchen Sie unseren Stand 4-257 in Halle 4. 26. -28. September, Nürnberg WAM.indd 1 28.08.2017 16:39:42 VERFAHRENSTECHNIK 9/2017 41

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