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Verfahrenstechnik 9/2015

Verfahrenstechnik 9/2015

BETRIEBSTECHNIK

BETRIEBSTECHNIK Gemischtes Doppel Kombisysteme zur Produktkontrolle sind platzsparend und mehr Ralph Swinka Ein Kombisystem, das zwei Technologien miteinander vereint, spart Platz und nutzt Synergien optimal aus. Wo strenge Sicherheitsauflagen an produzierende Betriebe hohe Anforderungen stellen, helfen Doppelsysteme aus dynamischen Kontrollwaagen und anderen Inspektionstechnologien, diese leichter zu bewältigen und die Prozesseffizienz zu maximieren. S eit einigen Monaten sind auf dem Markt Kombisysteme erhältlich, die aktuelle dynamische Kontrollwaagen mit Metallsuchtechnik oder optischer Inspektion vereinen. Das Kombisystem mit Metallsuchgerät spürt metallische Verunreinigungen zuverlässig auf. Die Variante mit optischer Inspektion überprüft hingegen Etiketten auf bis zu drei Seiten der Verpackung per Kamera-Kontrolle auf angelernte Merkmale. Die integrierte Kontrollwaage deckt je- weils einen eichfähigen Wägebereich von drei Gramm bis zehn Kilogramm ab. Ein neu konstruiertes Transportband-System und die Vier-Rohr-Bauweise schützen die Wägezelle im Inneren vor Erschütterungen und Vibrationen. So lassen sich sehr genaue Wägeergebnisse bei hohem Durchsatz realisieren. Inspektionstechnologien Am Ende der Fertigungslinien von Produktionsbetrieben gesellen sich oftmals verschiedene Inspektionstechnologien. Welche konkret erforderlich sind, bestimmen gesetzliche Verordnungen, Standards wie IFS Food oder BRC sowie HACCP-Analysen. Dabei geht es im Wesentlichen um drei komplementäre Technologien: Fremdkörpererkennung, optische Inspektion und Kontrollwägen. Systeme zur Fremdkörpererkennung machen beispielsweise Lebensmittel sicherer, indem sie Verunreinigungen wie Steine, Knochen und Metallsplitter erkennen. Kontrollwaagen überprüfen das Gewicht beziehungsweise den Inhalt eines Produkts. Sie sind nötig, um die Füllmengenverordnung einzuhalten und teure Überfüllungen zu verhindern. Zur Vermeidung von Etikettenfehlern ist immer öfter auch eine optische Produktinspektion notwendig. Heute ist die Integration von mindestens zwei der drei Technologien keine Seltenheit mehr, was Produktionsleiter durch das begrenzte Platzangebot oftmals vor Herausforderungen stellt. Platz- und zeitsparende Lösung Kombisysteme bieten Herstellern in vielen Fällen einen Weg, diese Herausforderungen zu meistern. Zwei Kontrollsysteme in einem, das spart zuallererst Platz an der Linie ein. Viele Betriebe wollen ihre Produktionsstätten optimal ausnutzen, um sich Raum für Wachstum zu bewahren oder weil sie bereits an die Grenzen ihrer räumlichen Kapazitäten stoßen. Diese Betriebe sollten über den Einsatz einer kombinierten Lösung nachdenken. Die Komplettlösung lässt sich außerdem mit weniger Aufwand installieren und integrieren. Für Strom- und Luftversorgung sowie Netzwerk ist jeweils nur ein Anschluss nötig. Mitarbeiter bedienen beide Technologien an ein- und demselben Terminal. Dort lässt sich bei Produktwechseln die Standardkonfiguration für beide Technologien aufrufen – das spart einen Arbeitsschritt bei Umstellungen. Die Systeme von Mettler- Toledo sind als Qualitätssicherungs-Ge- Autor: Ralph Swinka, Leiter Marketing, Mettler-Toledo Produktinspektion, Giesen

BETRIEBSTECHNIK Das CM3570 von Mettler-Toledo kombiniert eine dynamische Kontrollwaage des C3000 Systems mit einem Profile Metallsuchsystem: Fehlerhafte Produkte landen je nach Befund in separaten Auffangbehältnissen samtsystem zertifiziert und werden den Vorgaben des Handels gerecht. Kombi nicht immer geeignet Das System aus Kontrollwaage und Inspektionssystem ist jedoch nicht für jedes Anwendungsszenario sinnvoll. Es ist mitunter notwendig, die Gewichtskontrolle und die Fremdkörpererkennung zu entkoppeln. So kann es sich lohnen, Fremdkörper schon am Wareneingang aufzuspüren, um zu verhindern, dass sie nachfolgende Geräte beschädigen. Komplettsysteme sind nach branchentypischen Produktgrößen und Formaten konzipiert. Wer Sonderformate wie große Butterblöcke prüfen möchte, muss zwei spezielle Einzelsysteme integrieren. Kontrollwaage als Basis Wie bei anderen Geräten in der Produktion sollten Produktionsleiter auch bei Doppelsystemen auf eine durchdachte Bauweise achten. Die Kombisysteme auf Basis der C3000 Kontrollwaage von Mettler-Toledo verfügen beispielsweise über ein robustes Rohrrahmendesign, offene Strukturen und schräge Flächen, durch die sie sich leicht reinigen und warten lassen und sind dank Schutzart IP65 auch in rauen Nassreinigungsumgebungen einsetzbar. Neu konstruierte Abdeckungen machen es möglich, den Zahnriemen eines Transportbands bei laufender Produktion zu überprüfen. Unternehmen, die pulverförmige oder abrasive Erzeugnisse wie Zucker verarbeiten, können zudem auf ein spezielles Granulatband zurückgreifen. Bediener steuern die Kombisysteme mithilfe einer intuitiven Touchscreen-Benutzeroberfläche. Die integrierte Ausschleusprüfung kontrolliert im Bereich der Sortierung, ob ein abweichendes Produkt auch tatsächlich vom Band entfernt wurde. Steuerung vom Büro aus Nicht nur funktionales Design, auch Vernetzungsoptionen sind wichtig, um die Prozesse an der Linie effizienter zu gestalten. Mit Kombisystemen lassen sich zwei Systeme an nur einem Terminal steuern und auslesen. Allein das macht die Datenerfassung und tägliche Dokumentation ein Stück weit einfacher. Wer das Datenmanagement weiter automatisieren möchte – bei Komplettsystemen genauso wie bei einzelnen Geräten – der vernetzt die Kontrollsysteme mit einer zentralen Datenbank-Software. Alle Messdaten der Inspektionssysteme, von der Liniengeschwindigkeit bis zum Anteil der Gutprodukte, laufen dann in einer Datenbank zusammen. Produktionsleiter und Manager können bei einer aktuellen Software auch per Tablet darauf zurückgreifen und haben den Linienstatus in Echtzeit vor sich. Die Werte lassen sich mit der Datenmanagement-Software automatisiert analysieren und gemäß Compliance-Vorgaben formatieren. Zusätzlich bündelt die Software Key Performance Indicators (KPI) zur laufenden Berechnung des GAE-Werts. In der Produktionshalle und auf dem Shopfloor muss indes kaum noch eingegriffen werden, denn bei vernetzten Inspektionssystemen und Kontrollwaagen lassen sich auch Produktumstellungen vom Büro aus anstoßen. Fazit Kombisysteme für die Qualitätskontrolle verbinden gängige Technologien der Produktinspektion. Unternehmen, die genau Warum lohnt sich ein Kombisystem? n Geringer Platzbedarf, n einfachere Integration und Installation, n weniger Anschlüsse und n schnellere Produktwechsel. Daraus ergeben sich: n Gesteigerte Effizienz und n geringere Kosten. diese Kombinationen für die Produktsicherheit benötigen, finden in den Kombis eine effiziente, platzsparende Lösung. Die weitgehend standardisierten Systeme versprechen einen leichten Einstieg mit geringem Integrationsaufwand. Moderne Komplettsysteme sind modular aufgebaut und skalierbar und können mit einer Datenmanagement-Software noch effizienter betrieben werden. Fotos: Fotolia, Mettler-Toledo www.mt.com/pi VERFAHRENSTECHNIK 9/2015 49

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