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Verfahrenstechnik 7-8/2020

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Verfahrenstechnik 7-8/2020

VERFAHREN UND ANLAGEN Im

VERFAHREN UND ANLAGEN Im Kreislauf Kontireaktoren zur Entwässerung, Trocknung und Entgasung von Reststoffen Autoren: M.Sc. Andre Schillingmann, Dipl.-Ing. Hartmut Schillingmann und Dr.-Ing. Dieter Schillingmann, REW Regenerative Energie Wirtschaftssysteme GmbH, Quakenbrück Wird eine Dünger-Produktionsanlage hinter einer Biogasanlage installiert, lassen sich die Erträge deutlich steigern und die Umweltbilanz verbessern. Diese Anlage lässt sich durch die Kopplung mehrerer Kontireaktoren realisieren. Organische Wert- und Reststoffe aus Klär-, Kompost- und Biogasanlagen sowie der Tierproduktion werden weltweit zu einem Problem. Dabei ist nicht nur die Verseuchung des Grundwassers zu beklagen, sondern auch die umweltzerstörende Wirkung des CO 2 -emitierenden Haber- Bosch-Verfahrens zur Produktion des „verloren gegangenen“, nicht im Kreislauf geführten Stickstoffs. In den organischen Wert- und Reststoffen steckt ein erhebliches Potenzial an Energie und Dünger. Ziel dabei ist es, zum einen mehr und mehr geschlossene Kreisläufe für Düngerstoffe wie Stickstoff und Phosphor zu realisieren und zum anderen den derzeit gestörten Kohlenstoffkreislauf mehr und mehr zu regenerieren. Die Firma REW Regenis – Regenerative Energie Wirtschaftssysteme GmbH – hat verschiedene Kontireaktoren zur Separation, Nachfiltration, Trocknung und Entgasung entwickelt. Insbesondere durch die stoffspezifische Behandlung des zu behandelnden Produktes innerhalb der einzelnen Reaktoren und durch die Kombination verschiedener Kontireaktoren ist das bei geringen Behandlungskosten möglich. Wertstoffe rückgewinnen Mist und Gülleinhaltstoffe werden in den ca. 9 500 deutschen Biogasanlagen (BGA) geschlossen mineralisiert und können anschließend mit dem Regenis Separator getrennt werden. Dabei handelt es sich um einen voll geschlossenen und ziehenden Regenis GE Schneckenseparator, der die Wasserabtrennung und den Pressvorgang der Feststoffe getrennt durchführt. Der Stromverbrauch beträgt im kontinuierlichen Betrieb bei einer 500 kW BGA ca. 0,5 kW. Über einen Ringspalt verlässt der Gärrestfeststoff den Pressbereich, wobei die Klappen lediglich den Stopfen führen, um verschleißarm und mit wenig Stromverbrauch auszukommen. Der Feststoff wird mit dem Eintragsförderer dem Trockner Regenis GT zugeführt. Hierbei handelt es sich um eine von Rauchgasen indirekt beheizte Wirbelstrecke. Auf der Eintragsseite werden sowohl die zu hygienisierenden und zu trocknenden Gärrestfeststoffe, als auch die für den Energieeintrag genutzten Rauchgase im Gleichstrom jeweils in getrennten Reaktorräumen eingetragen. Auf der Austragsseite werden die getrockneten Gärreste nach unten und die abgekühlten Rauchgase nach oben aus den jeweiligen Reaktorräumen ausgetragen. Die Brüden werden mittig oben aus dem Brüdendom in den zweistufigen Brüdenwäscher zur Reinigung und/oder Nachnutzung geleitet. Die Anlage ist mit Spezialisoliermaterial isoliert. Das Trockenprodukt kann anschließend lose als Einstreu, Dünger und Torfersatz oder auch pelletiert im Energie- und Düngerbereich eingesetzt werden. Foto: REW Regenis www.regenis.de 20 VERFAHRENSTECHNIK 07-08/2020 www.verfahrenstechnik.de

Mobile Heizzentrale Damit die Abwasserreinigung auf hohem Niveau erfolgen kann, müssen die Kläreinrichtungen regelmäßigen Wartungen unterzogen werden. Dabei sind auch wärmeabhängige Prozesse betroffen. So etwa Tanks mit Natronlauge in einem Abwasserwerk in einem Industriepark am Rhein bei Wiesbaden. Die Anlage verfügt über zwei Tanks, die diese Lauge enthalten. Die Temperatur der Lauge darf dabei 18 °C nicht unterschreiten, da die Lauge sonst kristallisiert. Die Tanks sind doppelwandig konstruiert, sodass die Hohlräume zwischen den beiden Wänden mit Wasser befüllt werden können. Dieses Wasser wird beheizt und sichert so die Temperatur der Lauge. Zur Aufheizung des Wassers verfügt jeder Tank über eine eigene Wärmequelle. Im Rahmen der regelmäßigen Wartung der Tanks und der stationären Heizzentralen wurden externe Tanks sowie eine mobile Heizzentrale von Heizkurier gemietet, um den reibungslosen Betrieb der Kläranlage abzusichern. Eingesetzt wurde eine 60 kW Öl-Heizzentrale, die das Wasser in den Tanks während der Wartungsarbeiten auf die erforderliche Temperatur aufheizte. www.heizkurier.de MISCHEN STATT LANGE REINIGEN • Kürzeste Reinigungszeit • Maximale Produktsicherheit Beim Sieben Agglomerate auflösen Der wirtschaftliche Umgang mit unerwünschten Agglomerationen ist in der chemischen Industrie eine wesentliche Voraussetzung. Traditionell werden Agglomerationen durch Klassieren der Pulver über ein Vibrationssieb entfernt. Die neuen Desagglomeratoren der Firma Kitzmann sollen hier eine wirtschaftliche Alternative bieten, weil auf die oft praxisübliche Siebung der Pulver in Gut- und Überkorn verzichtet werden kann. Somit entfallen teure Entsorgungskosten des Materialausschusses, und die gesamte Pulvermischung, ohne Durchsatzverluste, wird dem Verarbeitungsprozess zugeführt. Die Kombination aus spezieller Werkzeug- und Siebgeometrie sorgt für eine schnelle und schonende Auflösung der Agglomerate. Ein sauberer Produktfluss ist garantiert, kostenintensive Anlagenausfälle durch Materialstau und Verstopfungen werden somit vermieden. Durch den besonderen Aufbau des Desagglomerators ist ein hoher Wirkungsgrad gewährleistet, es können Durchsatzleistungen bis hin zu 8 000 kg/h erreicht werden. www.kitzmann-gruppe.de Kraftwerke bauen Umweltservice weiter aus RWE Power hat weitere rund 10 Mio. EUR in die Klärschlamm-Mitverbrennung investiert. Gleichzeitig nimmt das Unternehmen zwei weitere Förderstrecken in Betrieb: Neue Pumpen transportieren zusätzliche 60 t/h Klärschlamm zu den Kraftwerkskesseln. Dort wird das Material zusammen mit Braunkohle thermisch verwertet und erzeugt so Fernwärme und Prozessdampf. Das Material kommt ganz überwiegend aus der kommunalen Abwasserreinigung, ist also letztlich Biomasse. RWE Power hat im vergangenen Jahr rund 900 000 t Klärschlamm verwertet. Das entspricht rund der Hälfte des Aufkommens in NRW. Das biogene Material wurde hauptsächlich in den Kraftwerken genutzt, die in Kraft-Wärme-Kopplung und nach dem emissionsarmen Prinzip der Wirbelschicht arbeiten. Sie versorgen die benachbarten industriellen und kommunalen Großkunden mit Fernwärme und Prozessdampf. Die Anlagen sind mit effizienten Entstaubungsstufen ausgerüstet. Zusätzlich wird Herdofenkoks (HOK) als Filtermaterial eingesetzt, um mögliche Schadstoffe zu binden und Emissionsgrenzwerte sicher einzuhalten. Schweiz: T +41 44 871 36 36 gericke.ch@gerickegroup.com Deutschland: T +49 77 31 929 0 gericke.de@gerickegroup.com gerickegroup.com www.rwe.com www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 07-08/2020 21

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Verfahrenstechnik Handbuch Prozesstechnologie 2019