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Verfahrenstechnik 7-8/2019

Verfahrenstechnik 7-8/2019

VERFAHREN UND ANLAGEN

VERFAHREN UND ANLAGEN Alles aus einer Hand Filterreinigungssystem passt sich den Anwenderanforderungen an Beim Einsatz von Filterreinigungssystemen sind modulare Produkte, die standardisierte Einzelteile zu einer maßgeschneiderten und anwenderspezifischen Lösung vereinen, zunehmend gefragt. Vor diesem Hintergrund wurde ein neues Filterreinigungssystem entwickelt, das mit seiner individuellen Modulbauweise und mit effizienten Reinigungsprozessen bei optimierten Betriebsdrücken überzeugen soll. Immer mehr Anwender setzen auf das Prinzip „Alles aus einer Hand“ und beziehen ihre Filterreinigungssysteme als Allin-One-Lösung von einem einzigen Anbieter, statt Ventile, Tanks und andere Komponenten bei verschiedenen Lieferanten zu kaufen. Eine neue Serie erfüllt genau dieses Prinzip und ist dabei gleichzeitig wesentlich güns tiger als ein oftmals aufwändiger Behälterbau in Eigenregie und die Installation von Zukaufteilen. Konstruktion und Fertigung des neuen Flex-on-Systems basieren auf den Anforderungen der zur Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU harmonisierten Norm EN 13445. Damit ist ein sicherer Einsatz des Druckbehälters von der ersten Inbetriebnahme an ge währleistet, weitere Druckprüfungen und Gefahrenanalysen durch den Anwender entfallen. Das spart sowohl Zeit als auch Kosten. Modularer Aufbau Dank seines modularen Aufbaus nach dem Baukastenprinzip lässt sich das neue Flex-on-System exakt an die spezifischen Anforderungen seiner Anwender anpassen. Der neue Online-Konfigurator bietet Anwendern die Möglichkeit, ihr maßge­ 01 Das neue Filterreinigungssystem ist in Kürze erhältlich 14 VERFAHRENSTECHNIK 7-8/2019

VERFAHREN UND ANLAGEN schneidertes System selbst zu erstellen: Parameter wie Tanklänge, Ventilanzahl, -typ oder -größe sind über ein Drop- Down-Menü indi viduell einstellbar. Technische Daten und CAD-Ansichten in mehr als 60 verschie denen Formaten können anschließend bequem in 2-D oder 3-D herunterge laden werden. Die Integration des Systems in bestehende Anlagen erfolgt schnell und einfach per plug and play. Ein bis zu 3 m langer Tank mit einem Innendurchmesser von 220 mm bildet die Grundlage des Systems. Dieser Tank besteht aus einem korrosionsbeständigen und langlebigen Aluminiumprofil, das wegen seiner glatten Oberfläche besonders unempfindlich gegenüber Staub und Schmutz ist. Selbst ein Einsatz in streng regulierten Lebensmittelanwendungen ist problemlos möglich. Je nach Anforderung lässt sich der Tank mit Filterventilen der Nennweiten DN40 bis 65 bestücken, bei maximaler Länge bietet er Platz für bis zu 20 Ventile. Sie überzeugen mit hohen Druckspitzen, einer geringen Umlenkung des Spülgases und extrem schnellen Öffnungs- und Schließzeiten, die durch den Einsatz hochwertiger TPE-Membranen realisiert werden. Effiziente Abreinigung Die Abreinigung der Filterelemente ist damit besonders effizient, gleichzeitig sinken die Betriebskosten. Die Flex-on- Baureihe ist ausgelegt für einen maximalen Druckabfall auf 0 bar. Das System arbeitet ohne Druckverlust und Leckagen bei einer Medientemperatur zwischen – 20 und + 85 °C, der maximale Betriebsdruck beträgt 8 bar. Abhängig vom Einsatzbereich kann das System um weitere Komponenten ergänzt werden, so bspw. durch Filtersteuerungen – diese zeigen den Verschmutzungsgrad einzelner Filterelemente zu verlässig an und geben das Signal zur Abreinigung, sobald der obere Schwellenwert überschritten ist. Auch Wartungseinheiten ergänzen das System: Ob modulares Einzelgerät oder komplett vormontierte Einheit – die Wartungseinheit sorgt mit neuen Sicherheitsfunktionen und einem kompakten, leichten und dennoch robusten Design für den störungsfreien Betrieb von Anlagen. Fotos: IMI Precision Engineering, Fotolia (#54937299, Dbrus) www.imi-precision.com/de Herr Beckmann, beschreiben Sie doch bitte ganz kurz, wie das neue Filterreinigungssystem funktioniert. Bei der Filterabreinigung dient unser neues Flex-on-System als Druckspeicher, in dem große Mengen Druckluft sozusagen zwischengelagert werden. Sobald die Filtermedien – in der Regel Schläuche oder Patronen – mit einer Staubschicht bedeckt sind und ein Signal zur Abreinigung eintrifft, öffnen die in das Filterreinigungssystem integrierten Ventile nacheinander und senden innerhalb von Millisekunden kurze, starke Druckluftimpulse in die Filtermedien. Diese blähen sich ruckartig auf, wodurch die Staubschicht abgelöst wird. Da der Speicher ein großes Druckluftvolumen fasst und die eingebauten Ventile dank schneller Öffnungs- und Schließzeiten starke Impulse senden, verläuft der Reinigungsprozess besonders effizient. Welche Branchen/Anwender hatten Sie bei der Entwicklung im Kopf? Gibt es hier auch Grenzen in der Anwendung? Wir wollten mit unserem neuen System vor allem den Betreibern von Großfilteranlagen eine effiziente Lösung anbieten. Überall dort, wo große Filterflächen eingesetzt werden und starke Druckluft- impulse nötig sind, kommen kleinere Reinigungssysteme einfach an ihre Grenzen – eine größere Lösung muss her. Bei der Entwicklung hatten wir deshalb keine spezielle Branche im Hinterkopf. Unsere neuen Systeme sind für den Einsatz in Müllverbrennungsanlagen ebenso geeignet wie in Zementwerken oder in der Stahlindustrie. Welche Rolle spielen die Themen Explosionsschutz und Wartung/Instandhaltung beim Filterreinigungssystem? Da unsere Systeme ausschließlich in staubbelasteten Atmosphären zum Einsatz kommen, spielt das Thema Explosionsschutz natürlich eine zentrale Rolle. Mittlerweile sind wir seit über 30 Jahren im Filtergeschäft tätig und daher mit allen Anforderungen, die den Ex-Schutz betreffen, bestens vertraut: Unsere elektromagnetisch angesteuerten Ventile sind genauestens darauf abgestimmt und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Erst kürzlich haben wir eine vollständig modifizierte Ex-Magnet-Generation auf den Markt gebracht, die den aktuellen Fassungen der Atex- und IECEx-Richtlinien uneingeschränkt gerecht wird. Auch in Sachen Wartung und Instandhaltung sind wir bestens aufgestellt: Bei unseren Filterventilen setzen wir auf bewährte Membrantechnologie, die ebenso robust wie lang- 02 Hans-Joachim Beckmann, Business Development Manager Filtertechnik bei IMI Precision Engineering lebig ist und durch verlängerte Laufzeiten und Wartungsintervalle überzeugt. Der Online-Konfigurator klingt schon fast nach Industrie 4.0. Verlangen Ihre Kunden solche Tools mittlerweile verstärkt? Der Trend geht klar in Richtung Konfiguratoren und ähnlicher Tools. Damit haben Anwender die Möglichkeit, selbst tätig zu werden, ihre Systeme nach individuellen Anforderungen zu gestalten und die ersten Planungsunterlagen direkt in ihre technischen Ausarbeitungen einfließen zu lassen. Auf diese Weise werden Arbeitsprozesse schneller und flexibler. (eli) VERFAHRENSTECHNIK 7-8/2019 15

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