Aufrufe
vor 10 Monaten

Verfahrenstechnik 7-8/2015

Verfahrenstechnik 7-8/2015

VERFAHREN UND ANLAGEN

VERFAHREN UND ANLAGEN Lösung für hochviskose Medien Selbstreinigende Kantenspaltfilter mit Flanschdeckel Iwona Kuegler Ein Hersteller von Systemen, Baugruppen und Komponenten in den Bereichen Ölnebelabscheider, Luft- und Gasfilter, Flüssigkeitsfilter und Füllstands- Messtechnik hat auf Grundlage seines bewährten Kantenspaltfilters ein Filtersystem entwickelt, das auch mit schwierigsten Medien wie Schokolade oder Bitumen zurechtkommt. Die Filtration erfolgt durch das Filterelement von außen nach innen, wobei sich die Feststoffe an der Außenseite anlagern. Die Abreinigung läuft wie folgt ab: Der Getriebemotor dreht das zylinderförmige Filterelement und der am Filterelement angelegte Schaber streift die Feststoffe von der Oberfläche ab. Die Feststoffe setzen sich im unteren Teil des Filtergehäuses ab. Durch Öffnen des Kugelhahns/Ventils werden die Feststoffe durch den Systemdruck im Innern des Gehäuses nach außen abgeführt. Das Austragen der Feststoffe kann generell auf drei Arten erfolgen. Einmal manuell durch Öffnen und Schließen eines Kugelhahns oder automatisch mithilfe eines zeitgesteuerten Ventils sowie ebenfalls automatisch, aber mittels einer elektronischen Steuerung mit Differenz drucküberwach ung, die ein Ablassventil ansteuert. Als zusätzliche Optionen kann das Gehäuseinnere poliert werden. Es ist ein Heizmantel für die Einbindung in vorhandene Heizkreisläufe vorgesehen und der Betrieb ist auch bei hohen Temperaturen möglich. Die Wartung und Reinigung dieses Systems ist ohne großen Aufwand möglich, da lediglich vier Augenschrauben gelöst werden Autorin: Iwona Kuegler, technische Dokumentation/Marketing, Contec GmbH Industrieausrüstungen, Bad Honnef müssen, um den Deckel (mit Getriebemotor) und die Schaberkorb-Einheit heraus nehmen zu können. Der Innenraum des Filters ist dann leicht zugänglich und kann ohne Probleme komplett gereinigt werden. Zur Veranschaulichung der Wirkungsweise des Kantenspaltfilters werden nachfolgend zwei erfolgreiche Anwendungsbeispiele skizziert: zum einen aus der Herstellung von Schokolade bei der Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG, zum andern in der Filtration von hochviskosem Bitumen bei hohen Temperaturen bei Rasco Bitumentechnik GmbH. Schokoladenfiltration Der Lebensmittelhersteller wollte die bislang eingesetzten Nutschen (letzte Stufe vor der Abfüllung) durch ein selbstreinigendes Filtersystem als Polizeifilter vor der Abfüllung der Schokolade ersetzen. Die Schokolade hat eine Viskosität von 1,5–7,5 Pas, bei einem Durchsatz von ca. 1,5 t/h. Das System wird mit einem Druck von maximal 6 bar, bei einer Temperatur von 40 °C betrieben. Die Feinheit beträgt 1,5–2 mm, um eine Entmischung der Schokolade zu verhindern. Nach einem sehr erfolgreichen Versuch mit einem Kantenspaltfilter Typ AS110K Standard wurde dieser für den speziellen Einsatz wie folgt modifiziert: n Der Filter ist einfach durch einen Klappdeckel zu öffnen. n Das Filterelement kann komplett mit dem Schaberkorb ohne Werkzeug nach oben entnommen werden. n Durch einen Heizmantel kann der Filter in die vorhandene Begleitheizung integriert werden. n Ein integrierter Magnetabscheider nach dem Filterelement sorgt für letzte Sicherheit. n Der Ablass ist in 3" ausgeführt, um eine leichte Entleerung des Filters zu gewährleisten. Der Lebensmittelhersteller hat eine Differenzdrucküberwachung in die Leitung eingebaut und dabei festgestellt, dass der Druckverlust lediglich 0,1–0,2 bar beträgt. Hochviskoses Bitumen In der Herstellung von Kaltselbstklebe- Dampfsperrbahnen für große Dachflächen wird hochviskoses Bitumen filtriert. Die Herausforderung war hier das Medium Polymerbitumen, da es bei 130 °C eine Viskosität von ca. 100 000 mPas aufweist und sich diese bei 140 °C auf nur ca. 45 000 mPas verringert. Die Anlage wird bei 130 °C betrieben. Der Hersteller produziert unter anderem kaltklebende Dünnschicht-Bitumenbahnen für Dachflächen über 2500 m² mit einer Dicke von ca. 0,3 mm. Bei diesen geringen Schichtdicken ergeben sich zwangsläufig Probleme bei der Produktion. Polymerbitumen wird bei 140 °C mit einer Schichtstärke 8 VERFAHRENSTECHNIK 7-8/2015

VERFAHREN UND ANLAGEN vogelsang-gmbh.com 01 Kantenspaltfilter im Einsatz in der Schokoladenproduktion 02 Der Schaber streift die Feststoffe von der Oberfläche ab IQ-Serie Setzt Maßstäbe und wird Sie begeistern! von ≥ 0,3 mm auf eine kunststoffkaschierte Trägerfolie aufgebracht. Um zu vermeiden, dass es beim Produktionsprozess zu Störungen kommt, ist es notwendig, die heiße Polymerbitumen-Masse zu filtern. Durch die hohe Viskosität der Masse bei sinkender Temperatur sind Demontage und Wartung des Filters jedoch nur in heißem Zustand möglich. Deswegen wird die heiße Bitumenmasse über einen neu entwickelten Kantenspaltfilter mit Klappdeckel und innenliegender federbelasteter Kupplung filtriert. Zusätzlich ist der Filter mit einem Heizmantel ausgestattet, durch den er in die werksseitig vorhandene Thermalölanlage eingebunden werden kann. Durch diese Konstruktion ist eine werkzeuglose Demontage des Filterelementes bei voller Betriebstemperatur möglich. Der Filter hält die Verklumpungen zuverlässig zurück, sodass die Produktion störungsfrei erfolgt. Ölnebelabscheider Ein weiteres erfolgreiches Produkt des Unternehmens ist der Ölnebelabscheider (COMS), der bereits 1990 mit dem Umwelttechnikpreis ausgezeichnet wurde. In der Regel wird der Ölnebelabscheider auf Schmieröltanks von Turbinen, Kompressoren, Großverdichtern, Turbomaschinen und sonstigen Anlagen mit Ölsystemen installiert. Die Schmierölsysteme erzeugen starke ölhaltige Rauchbildung und Ölnebel, wobei die feinen Öltröpfchen Emissionswerte von 200–300 mg/m 3 erreichen und sogar überschreiten. Die Aufgaben des Ölnebelabscheider liegen in der Filtration, Separation und Rückgewinnung von qualitativ hochwertigem Schmieröl einschließlich aller Additive. Der Ölnebelabscheider ist mit einem Seitenkanalverdichter ausgerüstet, der einen regelbaren Unterdruck im System erzeugt. Dadurch werden Leckagen und das Austreten von Ölnebeln z. B. an Lagerungen verhindert. Die Hochleistungsfilter verhindern, dass Ölnebel in die Atmosphäre abgegeben wird. Die Emissionswerte können nachweislich auf < 1 mg/m 3 reduziert werden, wodurch nicht nur die Richtlinie der TA Luft deutlich unterschritten, sondern vor allem unsere Umwelt nachhaltig geschützt wird. Die gefilterte Abluft ist technisch absolut trocken und sauber. Das zurückgewonnene Öl wird dem Ölkreislauf wieder zugeführt und so umwelt- wie auch kostenschonend recycelt. Aufgrund der langen Standzeit der Filterelemente und der automatischen Rückführung ist der Wartungsaufwand sehr gering. Fotos: Fotolia, Contec www.contec-filtration.de Drehkolbenpumpen für die Chemie- und Lebensmittelindustrie mit innovativen Eigenschaften: • freier Zugriff auf alle Förderelemente nach Abnahme des Pumpengehäuses und ohne Ausbau aus der Rohrleitung • Ausstattung mit InjectionSystem und eingebaute Trockenlaufsicherheit • kompakte Maße, flexibler Einbau in unterschiedlichen Positionen • intelligentes Fremdkörper- Handling steigert die Standzeit um bis zu 150 % ENGINEERED TO WORK Hugo Vogelsang Maschinenbau GmbH 49632 Essen/Oldb. VERFAHRENSTECHNIK 7-8/2015 9 Vogelsang.indd 1 23.07.2014 12:00:56

Ausgabe