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Verfahrenstechnik 6/2017

Verfahrenstechnik 6/2017

TOP-THEMA I EX-SCHUTZ

TOP-THEMA I EX-SCHUTZ UND ARBEITSSICHERHEIT Problemfall Toner-Staub Explosionsschutzkonzept in einer Recycling-Anlage Explosionsschutz ist auch in der Recycling- Industrie ein entscheidendes Thema: Beim Trennen, Zerkleinern und Aufbereiten brennbarer Materialien entstehen Stäube, die explosionsfähig sind. Der Beitrag stellt Details zum Explosionsschutzkonzept und den verwendeten Schutzsystemen vor. Autorin: Sandra Fuchs, Team Leader Marketing, Rembe GmbH Safety + Control, Brilon Der schonende Umgang mit Ressourcen und deren Aufbereitung zur mehrfachen Verwendung sind branchenübergreifende Zielsetzungen vieler Unternehmen. Seit einigen Jahren ist auch das „papierlose Büro“ ein Konzept, das aber nicht in jeder Firma umgesetzt werden kann – somit besteht nach wie vor ein großer Bedarf an Druckertoner. Wie jeder weiß: auch wenn die Tonerkartusche vermeintlich leer ist, es befinden sich noch immer Farbreste darin. In der Vergangenheit wurden die leeren Tonerkartuschen entweder wieder befüllt (das wird auch in Zukunft beibehalten), verbrannt oder in einem aufwändigen Verfahren aufgetrennt, um einzelne Bestandteile weiter verwerten zu können. Recycling von Tonerkartuschen Es war bereits vor einiger Zeit absehbar, dass vor allem Letzteres auf Dauer nicht wirtschaftlich realisiert werden kann. Aus diesem Grund entwickelte die Immark AG eine neue Recycling-Anlage, die kürzlich mit dem Swiss Recycling-Award 2017 aus- 01 Diese Einrichtung zur flammenlosen Druckentlastung schützt Mitarbeiter und Umwelt vor einer möglichen Explosion 42 VERFAHRENSTECHNIK 6/2017

EX-SCHUTZ UND ARBEITSSICHERHEIT I TOP-THEMA gezeichnet wurde. Durch den Einsatz dieser Anlage kann, sofern die Tonerkartuschen an die Immark AG gegeben werden, das umweltschädliche Verbrennen der gesamten Kartuschen vermieden werden. Die neue Tonerrecycling-Anlage der Immark AG hat eine Verarbeitungskapazität von 1500 t/a und ist somit in der Lage, den gesamten Schweizer Markt an Tonerkartuschen wiederzuverwerten. Die größte Herausforderung bei der Entwicklung der neuen Anlage stellte die Kontrolle der Staubexplosion, verursacht durch aufgewirbelten Tonerstaub, dar. Dazu wurde ein Inertmittel eingesetzt, das ständig in den Schredder der Anlage eingebracht wird, um eine Explosion zu vermeiden. Zusätzlich wurde, im Sinne eines ganzheitlichen und nachhaltigen Schutzkonzepts, eine Einrichtung zur flammenlosen Druckentlastung (Q-Box) unterhalb des Schredders installiert. 02 In der Recycling-Anlage werden Tonerkartuschen wiederverwertet Entlastung ist nötig Sollte also trotz Inertmittel ein Zündquelle entstehen und zu einer Explosion führen, öffnet die Bertscheibe der Q-Box und der Edelstahl-Mesch-Filter absorbiert Flamme und Druck der Explosion, sodass sowohl die Anlage als auch deren Umgebung und vor allem auch die Mitarbeiter bestens geschützt sind. Eine einfache Berstscheibe war in diesem Fall nicht ausreichend, da die Anlage in einer Halle der Immark AG aufgebaut ist und somit weder Flammen noch Druck einer möglichen Explosion in die Umgebung entlastet werden dürfen. Nach dem Schreddern werden die Tonerkartuschen über eine Förderschnecke in ein Sieb transportiert. Dort wird das Toner- Inertmittel-Gemisch abgesiebt und in Big- Bags abgefüllt. Die weiteren Bestandteile werden anschließend in andere Anlagen, z. B. die Metallverwertung, weitergegeben. „Verwerten statt verbrennen“ war das Ziel von Immark, das mit dieser Anlage realisiert wurde. Dabei immer im Blick: Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Mitarbeiter. Durch das Explosionsschutzkonzept konnte alles zeitgleich verwirklicht werden. www.rembe.de Inserentenverzeichnis Heft 6/2017 ARI-Armaturen, Schloß Holte- Stukenbrock2. US Bauermeister, Norderstedt4 Bosch Industriekessel, Gunzenhausen 17 BOT Oberflächentechnik, Kulmbach8 COG C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG, Pinneberg 25 Denios, Bad Oeynhausen 41 Electrosuisse, CH-Fehraltorf 11 Eltherm, Burbach 18 Fink Chem + Tec, Leinfelden- Echterdingen 45 Gates Europe, B-Erembodegem7 Gather, Wülfrath9 GSR Ventiltechnik, Vlotho 13 Hartmann, Burgdorf 24 IMI Precision Engineering, Bad Oeynhausen 23 Jacob Söhne, Porta Westfalica 26 Magnetrol, B-Zele 35 NürnbergMesse, Nürnberg 21 Protectoplus, Rendsburg 45 Rembe, Brilon3 Rettenmaier & Söhne, Rosenberg 27 Rico, CH-Herisau 43 Rose Systemtechnik, Porta Westfalica 33 Ruwac, Melle 25 SÄBU, Morsbach 47 Schniewindt, Neuenrade 31 Siemens, Nürnberg5 T&B electronic, Alfeld 41 TÜV Süd Chemie Service, Leverkusen 19 Will & Hahnenstein, Herdorf 19 Xylem Water Solutions, Langenhagen 20 Beilage: Haus der Technik e.V., Essen WNNS SCHNLL GHN MSS ...reagiert der neue Explosionsschutzschieber von RICO schneller als Sie es bemerken. / Seit dem 01. April 2017 wird der schnellste Explosionsschutzschieber am Markt in neuer, verbesserter Ausführung auch schneller geliefert. Keller AG, CH-Winterthur4. US Körting, Hannover 15 RICO Sicherheitstechnik AG St. Gallerstrasse 26 / CH-9100 Herisau T +41 71 351 10 51 / info@rico.ch / www.rico.ch

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