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Verfahrenstechnik 6/2017

Verfahrenstechnik 6/2017

MESSEN, REGELN,

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN Da verklebt nichts Schokoladenhersteller überwacht Zuckersilo mit robuster Füllstand-Messtechnik Ein kanadischer Schokoladenhersteller, dessen Werk in Ontario auf die Produktion von Überzugsmasse für Konditoren spezialisiert ist, hatte immer wieder Probleme mit der Füllstandmessung im Zuckersilo. Um zuverlässigere und präzisere Messungen des 86 000 kg fassenden Silos zu erhalten, setzt das Unternehmen nun auf Messgeräte, die neben genauer Messwerte durch einfache Montage, Robustheit und den äußerst geringen Wartungsbedarf überzeugen. Autor: Baobing Wang, Product Manager, Siemens AG, Nürnberg Schokolade besteht neben Kakao, Milch und anderen Zutaten zu einem großen Teil auch aus Zucker. Wenn dieser im Schokoladenherstellungsprozess also ausgeht, steht die ganze Produktion still. Genau das passierte einer Schokoladenfabrik im kanadischen Ontario. Der kanadische Schokoladenhersteller, der für die Produktion seiner Überzugsmasse viel Zucker benötigt, hatte für die Füllstandmessung im Zuckersilo veraltete Technik im Einsatz, was bisweilen zum Stillstand der gesamten Produktion führte. Um künftig derartige Pannen zu vermeiden, setzt das Unternehmen nun auf Füllstandmessumformer aus dem Sitrans- Portfolio von Siemens. Entweder zu viel oder zu wenig Das Zuckersilo der kanadischen Fabrik fasst mit seinen 15 m Höhe 86 000 kg Zucker. Der Zuckerstand wurde vor Einführung der neuen Technik durch Grenzstandschalter bestimmt – vier Schwinggabeln, die mit der Leitwarte verbunden waren. Jedoch geben Grenzstandschalter keine genaue Auskunft über die tatsächlich im Silo befindliche Materialmenge, da Material an den Schwinggabeln anhaften kann. In der Folge kam es gelegentlich vor, dass weniger Zucker im Silo war als die Geräte anzeigten. In anderen Fällen war mehr Zucker im Silo als an die Leitwarte gemeldet wurde. Das erhöhte das Risiko eines Silo- Überlaufs, wobei die Filter oben am Silo verstopften und dann aufwändig gereinigt 32 VERFAHRENSTECHNIK 6/2017

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN 01 Das Füllstand-Messgerät eignet sich durch seine robuste Edelstahlkonstruktion und die Montagemöglichkeit auf einem bestehenden Flansch besonders gut für Schüttgutanwendungen 02 Durch seine kompakte Größe lässt sich das Gerät leicht transportieren und installieren 03 Über die Einbindung in die zentrale Leitwarte sind die Füllstandwerte für alle Mitarbeiter in der Anlage in Echtzeit verfügbar werden mussten. Hinzu kamen die Kosten für die zusätzliche Lieferzeit der LKWs, die nicht vollständig geleert werden konnten. Perfekt für den Silo-Einsatz Die Lösung für eine präzisere und zuverlässigere Füllstandmessung lieferte Siemens. Aus Kostengründen und unter Berücksichtigung der Einsatzbedingungen entschieden sich die Werksleiter für das berührungslose Radar-Messgerät Sitrans LR560. Mit einem Öffnungswinkel von 4° passt das Gerät perfekt in den schmalen Silo, und durch seine schmale Schallkeule kann der konische Siloboden wie der gesamte Silo mit einer Messgenauigkeit von 1 % abgetastet werden. Durch die robuste Edelstahlkonstruktion und seine Plug-&-Play-Fähigkeit eignet sich der kompakte Sitrans LR560 gut für Schüttgutanwendungen – selbst bei extremer Staubentwicklung und hohen Temperaturen bis + 200 °C. Die abgedichtete Linsenantenne verhindert, dass die Messwertergebnisse durch den klebrigen Zucker verfälscht werden. Der Druckmessumformer wird bündig auf einen vorhandenen Flansch montiert und ragt deshalb nicht in den Silo hinein. Weitere Vorteile dieses abgerundeten Geräts bestehen in der einfachen Anbindung des 4–20-mA-Anschlusses an das Leitsystem, dem Datenzugriff in Echtzeit und dem reduzierten Wartungsbedarf. Der Leiter der Elektrotechnik in der Fabrik zieht ein durchweg positives Fazit: „Die Genauigkeit, die wir erreichen, ist besser als erforderlich.“ Dieser Erfolg blieb auch anderen Unternehmensbereichen nicht verborgen, sodass nun Interesse besteht, die Füllstandmesslösung an weiteren Standorten einzuführen. www.siemens.de/prozessinstrumentierung Rose.indd 1 10.05.2017 11:10:33 VERFAHRENSTECHNIK 6/2017 33

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