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Verfahrenstechnik 6/2015

Verfahrenstechnik 6/2015

KOMPONENTEN UND SYSTEME

KOMPONENTEN UND SYSTEME I ACHEMA Auf Tauchstation Trockenlaufsichere Pumpe mit bewährter Eigensicherheit Annette van Dorp Zur Förderung von chemischen Flüssigkeiten aus Tanks oder Behältern soll eine neue Tauchpumpe mit vollständiger Trockenlaufsicherheit eine echte Alternative darstellen. Die neue Tauchpumpe TCC ist sicher und langlebig und durch eine angepasste Dichtungstechnologie wirtschaftlich interessant. Als saugende oder selbstregelnde Variante mit offenen oder geschlossenen Förderschaufeln ist sie für alle Industriebereiche geeignet, denn sie verfügt über ein hohes Maß an Eigensicherheit. Sie ist nach der Dryrun-Technologie dauerhaft so ausgelegt, dass ein hundertprozentiger Trockenlauf uneingeschränkt möglich ist. Integrierter Bestandteil der Pumpenkonstruktion ist eine Lager- und Dichtungseinheit, die keinen Kontakt zum Fördermedium hat. Autorin: Annette van Dorp, freie Journalistin, Jüchen Die Lagerung besteht aus fettgeschmierten Wälzlagern, die axial vorgespannt sind. Durch dieses Lagerungsprinzip haben die Wälzlager auch beim Fehlen von hydraulischen Kräften (Laufrad ist ohne Flüssigkeitsfüllung) eine ausreichende Mindestbelastung. Neu ist auch die robuste Wellendichtung mittels Lippendichtungen, die in Back-to-Back-Anordnung mit Sperrgas überlagert werden. Das sorgt gleichfalls für einen vollständigen Trockenlauf. Die Sperrgasüberlagerung verschafft den Wälzlagern eine sehr reine und oxidationsfreie Umgebung. Erfahrungen zeigen, dass damit zusätzlich die Lebensdauer der Lager auf bis zu acht Jahre verlängert wird. Tauchtiefen von 5,50 Meter Weitere Vorteile bietet die modulare Bauweise der Pumpenreihe: Die Basisversion ermöglicht Tauchtiefen bis zu 2,40 m. Durch Gelenkwellen und eine Zwischenlagerung sind Tauchtiefen von 5,50 m zu erzielen. Dabei werden maximal vier Wälzlager eingesetzt. Technisch dicht fördert die robuste Pumpe betriebssicher und äußerst wirtschaftlich chemische Flüssigkeiten aus Tanks und Behältern. Auch die „große Schwester“ der Tauchpumpe – die Sloppumpe Mpatan – übersteht einen Trockenlauf unbeschadet Günstig für die Life-Cycle-Berechnung wirken sich die großzügigen Wartungsintervalle von drei bis fünf Jahren und die Mindest- Lebensdauer der hochgenauen Wälzlagerung von mindestens 32 000 Stunden aus. Die ebenfalls wartungsarme Wellendichtung erreicht die technische Dichtheit einer Doppelgleitringdichtung. Wesentlich unempfind licher als diese läuft sie außerdem absolut reibungsfrei und verzeiht auch schon mal einen Sperrgasausfall unbeschadet. Berücksichtigt man zudem die hohe Verfügbarkeit und die bewährt lange Lebensdauer der Dryrun-Pumpen, so rechnet sich der Einsatz der neuen Tauchpumpe TCC dauerhaft. In der Praxis bewährt Die robuste und betriebssichere Sloppumpe Mpatan, die „große Schwester“ der Tauchpumpe TCC, hat sich seit Jahren in der Praxis bewährt: Der Pumpeneinsatz in Raffinerien, z. B. bei der Förderung von Rohöl oder brennbaren Stoffen, die in Verbindung mit Luft zu einem explosiven Gemisch werden, gehört zu den schwierigen Anwendungen. In diesem Umfeld ist die Pumpe in einem Sloptank seit 2010 im Einsatz. Nur Pumpen, die eine Ex-Zone 0 Zulassung und die damit verbundene Baumusterprüfung vorweisen können, dürfen hier eingesetzt werden. 44 VERFAHRENSTECHNIK 6/2015

Tauchpumpe im Einsatz zur Förderung von: nchemischen Flüssigkeiten aus Tanks und Behältern, bei denen keine Leckagen erwünscht sind nchemischen Abwässern mit Feststoffanteilen nStoffen in Düngemittelanlagen n Schwefelsäure bei niedrigen Temperaturen nWaschwasser (mit Ammoniumnitrat) n Ammoniumnitrat nzur Umrüstung bei häufigen Lagerschäden durch Standardpumpen mit Gleitlagern Flexibles Komponentenkonzept für optimierte Beschaffung und Lagerhaltung Eine weitere Schwierigkeit sind Feststoffanteile im Medium (Rohöl mit Sand vermischt). Sie erschweren die Förderung zusätzlich. Pumpenkonstruktionen, bei denen Gleitlager vom Fördermedium selbst oder vom Fremdwasser gespült werden, erreichen erfahrungsgemäß nur kurze Standzeiten. Sie sind nicht trockenlaufsicher. Die hier eingesetzte Pumpe Mpatan ist zur Atmosphäre hin mit einer trockenlaufenden Magnetkupplung (durch einen keramischen Spalttopf) hermetisch dicht. Es besteht kein Kontakt zur Förderflüssigkeit und zu anderen Gasen. Auch der eingesetzte Super- Duplex-Werkstoff hat sich als gute Wahl für die Kombination der korrosiven und abrasiven Angriffe des Mediums erwiesen. Die einzige Störung, die während der Laufzeit auftritt, verursacht die Verstopfung des Saugsiebs. Den durch die Verstopfung aufgetreten Strömungsabriss und damit Trockenlauf übersteht die Pumpe unbeschadet. Nach der Reinigung des Siebes nimmt die Pumpe ihre Arbeit ohne weiteren Zwischenfall wieder auf. „Eine Besonderheit dieser Pumpe liegt in ihrem Selbstregelverhalten, das alle Pumpen unserer Serie V-AN auszeichnet“, erläutert Frank Bungartz, Geschäftsführer des gleichnamigen Herstellers. Die Pumpen des Typs V-AN passen sich selbsttätig regelnd veränderlichen Zulaufmengen an. Sie arbeiten kavitationsfrei, da der NPSH- Wert bei null liegt. Ob Rohöl, Leichtöl oder Oberflächenwasser (Kohlenwasserstoff-Phase an der Siedegrenze) – selbst bei nur zeitweiligem Betrieb ist die Pumpe störungs- und wartungsfrei im Einsatz. Von Betreibern wird immer wieder bestätigt, dass die Pumpen komplett trockenlauf- und eigensicher auch sehr grenzwertige Medien fördern. Sicherheitselemente – vorsorglich von Betreibern installiert – wurden bisher nicht benötigt. Seit mehr als einem Jahrzehnt sind weltweit mehrere hundert Pumpen störungs- und wartungsfrei als Spezialisten für gefährliche und toxische Medien im Einsatz. Halle 8.0, Stand C1 Fotos: Fotolia, Bungartz www.bungartz.de Erweiterbare Kunststoff-Mehrwegeventilblöcke von GEMÜ vereinfachen Anlagenbau und -erweiterung: • Verkleinerung von Serienanlagen und Modularisierung von Anlagenabschnitten • Verringerung von Verrohrungen, Schweißnähten und Klebestellen • schnelle und einfache Montage • platz- und ressourcenschonender als konventionelle Anlagenerweiterungen ACHEMA Halle 8, Stand F4 www.gemu-group.com

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