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Verfahrenstechnik 5/2019

Verfahrenstechnik 5/2019

BETRIEBSTECHNIK Sicher

BETRIEBSTECHNIK Sicher gekleidet Schutzanzüge für Mitarbeiter im Chemiewerk Mit einer Fläche von circa 550 Hektar gilt Stade als der größte deutsche Produktionsstandort des weltweit tätigen Chemiekonzerns Dow. Rund 1 300 eigene Mitarbeiter und einige hundert Angehörige von Vertragsfirmen stellen dort in zehn Anlagen jährlich rund drei Millionen Tonnen Grund- und Spezialitätenchemikalien her, darunter Propylenoxid, Propylenglykol, Lösemittel für Farben, Perchlorethylen, Rohstoffe für Polyurethane, Celluloseether, Chlor, Natronlauge sowie Wasserstoff. Um die Beschäftigten zuverlässig vor dem Kontakt mit flüssigen und festen Gefahrstoffen zu schützen, sind Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) erforderlich, zu denen auch Chemikalienschutzanzüge gehören. So tragen die Dow Mitarbeiter seit mehr als zehn Jahren fast ausschließlich Schutzanzüge von Dupont Personal Protection aus Luxemburg. Für die Zukunft plant Dow die Ausweitung auf andere deutsche Standorte. Dies ermöglicht nicht nur eine Senkung der Kosten durch Nutzung von Synergieeffekten, sondern dient vor allem dazu, die Sicherheit aller Mitarbeiter durch die Harmonisierung der verwendeten Produkte weiter zu verbessern. Schutz vor Chemikalien und Staub Zum Schutz vor flüssigen Chemikalien kommen bei Dow die Modelle Tychem 2000 C und Tychem 6000 F zum Einsatz. Typische Anwendungen sind Verladetätigkeiten oder Inspektionsarbeiten, bei denen Leitungen geöffnet werden, und bei denen die Gefahr besteht, dass die Mitarbeiter mit dem Gefahrstoff benetzt werden können. Auch bei der für die regelmäßigen Tüv-Prüfungen erforderlichen Leerung und Reinigung der Rohrleitungen kommen diese Chemikalienschutzanzüge zum Einsatz. Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung waren die umfangreichen Permeationsdaten, die Dupont den Sicherheitsverantwortli­ chen von Dow zur Verfügung gestellt hat. Dazu Jens Thiede, SHE Specialist bei Dow in Stade und zuständig für Auswahl und Einsatz von Persönlichen Schutzausrüstungen: „Wir haben hier im Werk rund 2 000 verschiedene Chemikalien und können nicht für jedes Produkt einen eigenen Schutzanzug anschaffen. Wir brauchen Chemikalienschutzanzüge, die unsere Mitarbeiter vor möglichst vielen Substanzen zuverlässig schützen. Daher haben wir uns auf dem Markt umgesehen und eine Reihe von Produkten in die engere Auswahl genommen. Die von Dupont gelieferten Permeationsdaten für zahlreiche organische und anorganische Chemikalien waren sehr hilfreich und haben uns überzeugt, mit den beiden Tychem-Modellen die beste Wahl für unsere Mitarbeiter zu treffen.“ Aber auch in Bereichen, wo die Mitarbeiter einer Gefährdung durch Feststoffe und Stäube ausgesetzt sein können, verwendet Dow seit vielen Jahren Chemikalienschutzanzüge von Dupont. Hier kommen vor allem Anzüge aus der Tyvek-Produktlinie zum Einsatz, so zum Beispiel bei der Produktion von Celluloseethern, die als Füllstoffe und Bindemittel Verwendung finden. Eignung unter Praxisbedingungen Vor der Anschaffung neuer oder überarbeiteter Modelle führt Dow mit seinen Mitarbeitern in den Abteilungen umfassende Tragetests durch, die i. d. R. mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen. Sie sind ein nützliches Instrument bei der Entscheidung, welches Produkt für die Mitarbeiter und ihre speziellen Arbeitsumgebungen am besten geeignet ist und ob es sich unter Praxisbedingungen bewährt. Dazu Thiede: „Bei diesen Tests unterstützt uns Dupont mit der Bereitstellung von Musteranzügen in verschiedenen Größen. Unsere Mitarbeiter tragen ihre Bewertungen in Fragebögen ein, in denen wir Kriterien wie Tragekomfort, Passform, Bewegungsfreiheit, Handhabung, Größenauswahl und natürlich auch das subjektive Sicherheitsempfinden abfragen. Diese Fragebögen werten wir im Anschluss gemeinsam mit Dupont aus. Dabei gibt es mitunter auch Kritikpunkte an den Anzügen, die dann möglicherweise in die weitere Produktentwicklung einfließen.“ Fotos: Dupont www.ipp.dupont.com 38 VERFAHRENSTECHNIK 5/2019

BETRIEBSTECHNIK Gefahrstoffe gesetzeskonform lagern Denios hat mit dem Mengen- Checker ein Hilfsmittel entwickelt, um zu überprüfen, ob Gefahrstoffe gesetzeskonform gelagert werden: Die Drehscheibe ist in vier Bereiche gegliedert. Auf den ersten Blick kann der Nutzer bereits erkennen, in welcher Hauptgruppe sich seine Substanz befindet: entzündbare Flüssigkeiten, Gase in Druckgaspackungen, Gase in Flaschen oder sonstige Flüssigkeiten und Feststoffe. Die Stoffgruppen sind mittels GHS-Symbolen am äußeren Rand kenntlich gemacht und damit für jeden Anwender gleich erkennbar. Für jede Stoffgruppe sind eine oder mehrere H-Sätze und gegebenenfalls Lagergruppen aufgeführt (Peroxide, Explosivstoffe oder explosionsfähige Substanzen). Die Rückseite der Drehscheibe enthält Zusatzinformationen für den Anwender: Wie unterscheide ich „lagern“ von „bereitstellen“? Wie viel Auffangvolumen muss eine Auffangwanne aufweisen? Der Mengen-Checker gibt erste Hinweise. Halten Kunden die Mengengrenzen ein, lagern sie gesetzeskonform? Bei Überschreitungen helfen die detaillierten Regelwerke weiter. www.denios.de Großraum-Laborspüler Eine deutliche Effizienzsteigerung verspricht die neue Generation dieser Großraum-Laborspüler, die auf der Labvolution in Hannover zu sehen sein werden. Dafür sorgen innovative Komponenten wie eine drehzahlvariable Umwälzpumpe, die den Ressourcenverbrauch senkt, und das neue Easyload-System für die besonders schnelle und komfortable Beladung der Geräte. Die neuen Laborspüler warten mit 50 % mehr Pumpenleistung als die Geräte der Vorgängergeneration auf und ermöglichen dadurch beste Reinigungsergebnisse. In Kombination mit den optimierten Programmen wird Laborglas gleichzeitig materialschonend aufbereitet. Gegenüber den bisher verfügbaren Geräten sind Verbrauchsreduzierungen von bis zu 27 % beim Wasser und nahezu 30 % bei der Chemie möglich. Alle Gerätetypen bieten deutlich mehr Kapazität als bisher. Bewährte Sicherheitsfunktionen sind auch in der neuen Gerätegeneration enthalten: Die Sprüharmsensierung erkennt Beladungsfehler, die zu Blockaden führen könnten. Das Leitwertmessmodul stellt unerwünschte Inhaltsstoffe im Spülwasser fest und stellt bei Bedarf durch automatisch zugefügte Spülgänge analysenrein aufbereitetes Laborglas sicher. www.miele.de Automatisierte Reinigung von Wärmeübertragern Der Wärmeübertrager in der Styrolanlage der BASF musste von zäh-klebrigen Resten befreit werden. Lobbe entwickelte ein neues Verfahren speziell für diesen Luftkühler in Form einer großen Röhre. Es handelt sich um die Kombination von zwei Systemen. Zum einen dem RLF, der mittels Vortriebseinheit drei Hochdruck- Stahlschläuche computergesteuert in die dünnen Rohre eines Wärmetauschers einführt und reinigen kann. Zum anderen der Navigator des Herstellers Stone-Ag, der das manuelle Reinigen mit Drehbewegungen – in Kontakt zu Wasserhöchstdruck – mit entsprechend hohem Gefahrenpotenzial ersetzt. Dabei wird der Schlauch von einer Trommel aus mit der pneumatischen Fernsteuerung abgewickelt und rotiert somit um sich selbst, während er mit 1 000 bar Wasserdruck in die fingerdicken Rohre des Wärmetauschers vordringt und die Styrolreste wegsprengt. www.lobbe.de Ihre können können Ideen jetzt j anneh ann Form jede Form annehmen... .de/speziallager Unendliche Formgestaltung für Gleitlager aus schmier- und rostfreien iglidur ® Hochleistungspolymeren. Leichteund langlebige Sonderteile von Stückzahl 1bis zur Großserie. Einfach konfigurieren, bestellen und ab 24 Stunden direkt erhalten. motion plastics ® ... for longer life Tel. 02203-9649-145 info@igus.de Besuchen Sie uns: LIGNA, Hannover – Halle 16 Stand D 06 | IFFA 2019, Frankfurt – Halle 11 Stand B 41 igus-MH.indd 1 18.04.2019 08:24:37 VERFAHRENSTECHNIK 5/2019 39

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