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Verfahrenstechnik 5/2018

Verfahrenstechnik 5/2018

BETRIEBSTECHNIK Gute

BETRIEBSTECHNIK Gute Planung Explosionsschutz in der Gefahrstofflagertechnik In der Gefahrstofflagertechnik spielt der Explosionsschutz eine nicht zu unterschätzende Rolle – Betreiber und Hersteller haben weitreichende Pflichten. Die Atex-Produktrichtlinie und die Atex-Betriebsrichtlinie der Europäischen Union finden idealerweise direkt Anwendung in der Entwicklung neuer Produkte – etwa bei Fasshandling-Geräten. Autor: Bastian Bröhenhorst, Teamleiter Development, Denios AG, Bad Oeynhausen Der Betreiber ist für die Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer verantwortlich. Wenn ein Ex-Bereich vorliegt, muss er ein Explosionsschutzdokument erstellen, das ein wesentlicher Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung gemäß §5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und damit auch ein maßgeblicher Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutz-Managements ist. Der Hersteller von Produkten zum Einsatz in Bereichen mit explosionsfähigen Atmosphäre ist dazu verpflichtet, diese entsprechend sicher zu entwickeln und in Verkehr zu bringen. Hier ist Fingerspritzengefühl gefragt, denn Produkte mit einer potenziellen oder wirksamen Zündquelle sind kennzeichnungspflichtig. Wichtig ist, dass der Hersteller bewertet und damit auch festlegt, in welcher Zone das Produkt eingesetzt werden darf. Der Betreiber hingegen muss über sein Explosionsschutzdokument vorgeben, welches Produkt eingesetzt werden darf. Beispiel Fasshandling Anhand eines von Denios entwickelten Produktes zum Einsatz im Ex-Bereich wird deutlich, welch große Rolle die Atex-Richtlinien bereits im Entwicklungsprozess spielen. Es handelt sich dabei um die ergonomische Fasskarre Secu Comfort in der ableitfähigen Version. Dieses Produkt kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Anwender im Bereich der Gefahrstofflagertechnik 200-Liter-Fässer transportieren und handhaben muss. Bereits in der Konzept- und Entwurfsphase wurde auf die Vermeidung potenzieller Zündquellen geachtet. In diesem Fall gab es bspw. keine heißen Oberflächen, jedoch kann es gerade beim Handling mit dem Secu Comfort zu statischen Aufladungen kommen. Um nicht nur die offensichtlichen Zündquellen zu betrachten, wird beginnend mit der Entwurfsphase, begleitend durch die Konstruktion bis hin zur Serienreife des Produktes, eine Gefährdungs- und auch eine Zündquellenanalyse erstellt. Die Erkenntnisse aus diesen beiden Analysen sollten dann bereits in der laufenden Entwicklungsphasen entsprechend berücksichtigt werden. Eine Betrachtung am Ende der Produktentwicklung würde eine dringend notwendige Änderung gegebenenfalls gar nicht mehr zulassen. Bezogen auf die Secu Comfort wurden vor allem mechanisch erzeugte Funken durch Reibung und auch die statische Aufladung betrachtet. Konstruktiv bedingt konnte der erste Punkt der Funkenbildung ausgeschlossen werden. Um auch die statische Entladung als Zündquelle ausschließen zu können, ist die Fasskarre Secu Comfort komplett ableitfähig konstruiert worden. Das Produkt muss also nicht durch einen direkt angeschlossenen Potenzialausgleich geerdet werden. Gemäß der Atex-Produktrichtlinie werden die Informationen vom Hersteller umfangreich in der Betriebsanleitung zur Verfügung gestellt. Das Thema Atex in der Gefahrstofflagertechnik ist bei systematischer und strukturierter Betrachtung und unter Einhaltung der entsprechenden Vorschriften und Richtlinien durchaus anwenderfreundlich zu bewältigen. www.denios.de 46 VERFAHRENSTECHNIK 5/2018

BETRIEBSTECHNIK Sicherheitsschrank mit Vertikalauszug Flexibler Ultraschall-Homogenisator Die neuen Sicherheitsschränke mit Vertikalauszug/-auszügen eignen sich zur uneingeschränkten Lagerung entzündbarer Gefahrstoffe in Arbeitsräumen gemäß DIN EN 14470-1 mit einer typgeprüften Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 min (Typ 90). Die GS-Zertifizierung ist beantragt und folgt. Die V-Line-Schränke sind mit einem oder zwei elektromotorisch gesteuerten Vertikalauszügen, wahlweise im Laboroder Industriedesign, mit unterschiedlichen Ausstattungsvarianten sowie in zwei Breiten (45 und 81 cm) erhältlich. Mit einer Tiefe von 86 cm nutzen V-Line-Schränke den vorhandenen Platz und bieten bei halber Schrankbreite das gleiche Lagervolumen wie Standardschränke. Eine serienmäßige Schließautomatik sowie elektronische Sicherheitselemente gewährleisten Sicherheit – auch bei Stromausfall. www.asecos.com Mit dem Ultraschall-Homogenisator Sonopuls 4400 erweitert Bandelin die Geräteserie für das Emulgieren, Suspendieren, den Zell- oder Bakterienaufschluss sowie den Einsatz in der Prozesstechnik. Die Geräte erlauben eine direkte Beschallung von μl-Mengen bis zu max. 3 l. Sie verfügen u. a. über eine Amplitudenoder Leistungskontrolle, Pulsierung, Dauerbetrieb oder Timer und Sequenzierung, d. h. mehrere Batches können nacheinander abgearbeitet werden. www.bandelin.com F90 Brandschutzcontainer aus Stahl mit DIBt Zulassung feuerbeständig innen und außen PLUS Zuverlässige Kennzeichnung Selbst komplexe Oberflächen in schwierigen Industrieumgebungen können mit einem professionellen Etikett beständig gekennzeichnet werden. Der Kundendienst und die FuE-Teams von Brady können ein Standardetikett vorschlagen oder neue Etiketten erarbeiten und herstellen, die dem besonderen Bedarf für Kennzeichnungen gerecht werden. Zu den Variablen zählen Materialien, Klebstoffe, Deckschichten, Laminierungen, Größen, Farben, Formen, Layouts und Vordrucke. www.brady.de anz-90-130-vfm_Layout beständig 1• sicher 18.02.18 • lagern 14:00 Seite 1www.protecto.de Protectoplus.indd 1 25.01.2018 07:36:27 Neue Regeln für gefährliche Chemikalien Die CLP-Verordnung (EU-VO Nr. 1272/2008) macht Vorgaben für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Chemieprodukten. Anhand dieser Verordnung entscheidet sich, ob ein Produkt als „gefährlich“ bezeichnet werden muss. Aktualisierungen erfolgen über sogenannte ATP (Adaption to Technical Progress). Seit Februar 2018 gelten angepasste Regeln für die CLP-Verordnung. Zahlreiche Unklarheiten werden darin beseitigt. Hersteller und Importeure von Chemikalien müssen jetzt prüfen, ob die Änderungen für ihre Produkte relevant sind und Etiketten und Sicherheitsdatenblätter anpassen. Nach Beobachtungen der Dekra-Experten wirken sich die Änderungen insbesondere bei Reinigungsmitteln, Klebern und Mörteln, aber auch bei parfümierten Produkten wie Duftkerzen verstärkt aus. Hersteller, Formulierer und Importeure von Chemieprodukten sollten daher unbedingt prüfen, ob sie von den Änderungen betroffen sind. Dann müssen Etiketten und Sicherheitsdatenblätter für die Produkte entsprechend der neuen Regeln angepasst werden. www.dekra.de www.ruwac.de 05226-9830-0 VERFAHRENSTECHNIK 5/2018 47 Ruwac.indd 1 12.03.2018 15:56:13

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