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Verfahrenstechnik 5/2018

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Neue Möglichkeiten Aus

Neue Möglichkeiten Aus Abfallschlämmen werden Rohstoffquellen Ein neues thermisches Verfahren verarbeitet organisch belastete Stoffströme mit mittlerem bis geringem Flüssigkeitsanteil. Die dabei entstehende Energie lässt sich zur Dampferzeugung nutzen, die Abfallmenge wird minimiert. Autor: Florian Kanzler, Business Development, Kanzler Verfahrenstechnik GmbH, Graz, Österreich Mit dem ThermoDec-Verfahren hat die österreichische Firma Kanzler Verfahrenstechnik (KVT) ein neues Verfahren zur thermischen Verwertung von industriellen und kommunalen Schlämmen entwickelt. Diese fallen in vielen industriellen Verfahren als schwer förderbare und stark schadstoffbelastete Gemische an, die teuer von Spezialunternehmen entsorgt werden müssen. Häufig dürfen sie nicht deponiert werden. Dabei spitzt sich das Thema durch bevorstehende Gesetzesänderungen, die ganz Europa betreffen, weiter zu. Ursprünglich konzipiert für einen schwer zu handhabenden Mong-Schlamm (Matter organic non-glycerol), der in der Glycerin- Herstellung anfällt, beweist sich das Verfahren inzwischen auch in anderen Branchen. Die bislang teure und aufwändige Entsorgung von Schlämmen aus unterschiedlichsten industriellen Produktionsanlagen von Glycerin, Biodiesel, Papier, Lacken, Farben, Holz, Planen etc., stellt sich als optimales Einsatzgebiet für diese Anwendung heraus. Solche Schlämme werden normalerweise gesammelt und zu geeigneten Entsorgungsanlagen abtransportiert. Nach einer Vortrocknung findet die Verbrennung in Großanlagen statt, ohne Rücksichtnahme auf die optimalen Bedingungen für das jeweilige Gemisch. Dadurch entstehen mehr Schadstoffe als notwendig. Lange Zeit wurden Klärschlämme zusätzlich auf Feldern ausgetragen. Das führte zu einer hohen Schadstoffbelastung des Bodens und des Grundwassers. Bei all diesen Vorgängen gingen in den Schlämmen enthaltene Wertstoffe und Energie für die Betreiber stets verloren. Kosten optimieren Mit dem neuen Verfahren werden nicht nur das Entsorgungsproblem gelöst und die Umwelt entlastet, es sorgt zudem für zu- 12 VERFAHRENSTECHNIK 5/2018

IFAT I TOP-THEMA sätzlichen Gewinn. Die ThermoDec-Technologie bringt somit umfassende Verbesserungen in den Bereichen Umweltverträglichkeit, Kosten und Nachhaltigkeit mit sich. Lange LKW-Transportwege zu Abnehmerfirmen werden nun vermieden. Die individuell gestaltete Verbrennung garantiert zusammen mit dem Einsatz des ThermoDec-Reaktors eine minimale Schadstoffentwicklung und schont so die Umwelt. Anstatt andere Unternehmen mit der Entsorgung zu beauftragen, kann die im Schlamm enthaltene Energie selbst genutzt werden. Die Möglichkeit, Rohstoffe zu recyceln und in den Prozess rückzuführen, rundet das Paket ab. So kann man auch in Zukunft auf Änderungen reagieren und gesetzliche Vorgaben einhalten. Das Abfallprodukt wird zunächst in einer Vorverdampfung aufbereitet. Gibt es andere Stoffströme, aus denen man Wertstoffe zurückgewinnen möchte, ist es möglich, diese hier zuzuführen. Das aufbereitete Gemisch gelangt in den ThermoDec-Reaktor, der je nach Anwendungsfall bei optimalen Bedingungen zwischen 300–500 °C betrieben wird. Das eigens für dieses Medium entworfene Design schafft die Umgebung für eine fast vollstände Ausbeute des vorhandenen Potenzials. Aus den anfallenden Reststoffen können unproblematisch Wertstoffe zurückgewonnen werden. Der unbrennbare Rückstand an Feststoffen stellt in der Entsorgung keine Herausforderung mehr dar. Dampf nutzen Aus den brennbaren Bestandteilen wird in einer – auf das Gemisch angepassten – Verbrennung Dampf erzeugt. Zusätzlich können hierbei andere Abgas- oder Flüssigkeitsströme aus der Produktion eingeleitet werden. Dies führt zu einer starken Reduktion der Mengen, die entsorgt werden müssen und einer verbesserten Stoffbilanz. Der Dampf liefert die Energie für die Vorverdampfung und den ThermoDec-Reaktor. Ein Überschuss an Dampfenergie kann in anderen Teilen der Anlage oder zur Stromerzeugung sowie zur Einspeisung in ein Fernwärmenetz verwendet werden. Die Durchführung der thermischen Verwertung verringert die Bildung von Dioxinen (PCDD) und Furanen (PCDF), wodurch die Abgasfilter entlastet werden. Außerdem wird ein Großteil der Problemstoffe wie Chlor-, Schwefel-, Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen zu entsprechenden Wasserstoffverbindungen umgesetzt. Dadurch minimiert eine ThermoDec-Anlage die Aufwendungen für die Abgasreinigung und ermöglicht die Rückgewinnung der Wertstoffe. Mit einer ThermoDec-Anlage wird ein Problemstoff zu einer wertvollen Ressource Entwickelt wurde das Verfahren von der Kanzler Verfahrenstechnik GmbH in enger Zusammenarbeit mit der Firma Kremsmüller, die für den Apparate- und Anlagenbau, die Elektrik und Steuerungstechnik sowie Montage und Service verantwortlich war. Halle A3, Stand 200 www.thermodec.com Where Innovation Flows Sicherunter Druck Die Almatec Baureihen AHD und AHS: Druckluft-Membranpumpen für den sicheren Betrieb bei der Filterpressenbeschickung und anderen Hochdruckanwendungen • AHD-Pumpen für max. 15 bar Förderdruck bei max. 7 bar Antriebsdruck, Verhältnis Antriebs-/Förderdruck ca. 1:2 durch interne Druckübersetzung • AHS-Pumpen für max. 15 bar Förderdruck bei max. 15 bar Antriebsdruck, Verhältnis Antriebs-/Förderdruck 1:1, keine interne Druckübersetzung, hohen Antriebsdruck (= Förderdruck) erzielt durch Kompressor oder externen Druckluftverstärker • Max. Fördermenge von 20 m³/h (AHD) und 8 m³/h (AHS) • Automatische Druck-/Mengenanpassung bei Filterpressenbetrieb Halle B1 Stand 417 ALMATEC Maschinenbau GmbH Carl-Friedrich-Gauß-Str. 5 47475 Kamp-Lintfort Tel. 02842/961-0 info@almatec.de almatec.de 18-ALMA-0387 ALMATEC.indd Almatec 1 - AHD print ad for Germany.indd 1 13.04.2018 4/11/1813:13:34 5:05 PM VERFAHRENSTECHNIK 5/2018 13

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