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Verfahrenstechnik 5/2017

Verfahrenstechnik 5/2017

TOP-THEMA I

TOP-THEMA I SCHÜTTGUTTECHNIK Würzige Mischung Gewürzspezialist setzt auf Pflugschar-Mischer für Großchargen Ein Hersteller von Gewürzen war auf der Suche nach einem neuen Mischersystem für seine Produktionsanlage, die sich über fünf Ebenen erstreckt. Für die richtige Mischung der zahlreichen Produkte sorgen jetzt fünf Großmischer, die in der hocheffizienten Anlage im Einsatz sind. Autor: Dipl.-Ing. Holger Köhler, Vertrieb/Sales Life Science Technology, Gebrüder Lödige Maschinenbau GmbH, Paderborn Horizontale Pflugschar-Mischer sind äußerst flexibel einsetzbar Nicht nur im Hinblick auf die Qualität und Vielfalt der Erzeugnisse setzt der Gewürzhersteller Avo Maßstäbe, sondern auch in der Herstellung. Am Stammsitz in Belm bei Osnabrück betreibt das Unternehmen eine ausgesprochen leistungsfähige Produktion, die im Jahr 2011 um einen Neubau erweitert wurde. In dieser Anlage, die sich über fünf Ebenen erstreckt, erfolgen alle Abläufe weitestgehend automatisiert: Angefangen bei der Lagerung der Rohstoffe in Silos über deren Befüllung, die Dosierung und Verwiegung, den Mischprozess bis hin zur Abfüllung. Um angesichts stark schwankender Chargengrößen und häufig wechselnder Rezepturen eine effiziente Produktion zu ermöglichen, bietet die Anlage ein hohes Maß an Flexibilität. Bereits bei der Planung stand daher fest: Als zentraler Bestandteil der Herstellung sollten auch die dort eingesetzten Mischer ausgesprochen flexibel sein. Zudem mussten sich die Maschinen problemlos in dem Neubau unterbringen lassen. Hier zeigte sich, dass horizontale Mischer sowohl verfahrenstechnisch als auch geometrisch besser in das Gesamtkonzept zu integrieren waren, als die bis dato vorhandenen vertikalen Systeme. Nach intensiver Recherche und Tests fiel bei Avo die Entscheidung, in horizontale und äußerst flexibel einsetzbare Pflugschar- Mischer zu investieren. Heute sind in der neuen Produktion insgesamt fünf Großchargenmischer im Einsatz. Ausgesprochen schonend Der für die Aufbereitung von Schüttgütern konzipierte Mischer vom Typ FKM zeichnet sich durch ein hygienisches und wartungsarmes Mischwerk, sehr kurze Mischzeiten bei höchster Mischgüte sowie eine hohe Reproduzierbarkeit der Chargen aus. Der Chargenmischer arbeitet nach dem von Lödige in die Mischtechnik eingeführten Verfahren des mechanisch erzeugten Wirbelbetts. In der horizontalen, zylindrischen Trommel des Mischers rotieren als Mischelemente die auf einer Welle angeordneten Pflugschar- Schaufeln. So werden die Schüttgüter in eine dreidimensionale Bewegung versetzt und unter ständiger Erfassung des gesamten Produkts schnell und exakt vermischt. Mithilfe einer variablen Drehzahl des Mischwerkes kann die Produktbehandlung dabei auch ausgesprochen schonend erfolgen, denn durch die spezielle Form der Werkzeuge wird das Mischgut in der Radialbewegung von der Trommelwand abgeho-

en und eine Zerstörung der Partikel wirkungsvoll verhindert. Die sehr kurzen Mischzeiten, die bei den Großchargen je nach Rezeptur zwischen ca. drei bis maximal zehn Minuten liegen, unterstützen dies. Individuell angepasst Jeder Mischer wird von den Paderborner Experten speziell für die jeweilige Anwendung konzipiert. Mischwerkzeuge, Stutzenanordnung, Oberflächen oder Antrieb – je nach Mischaufgabe besteht die Wahl zwischen zahlreichen Ausrüstungsoptionen. So wurden die FKM für Avo beispielsweise mit einer Flüssigkeitszugabe-Option für Oleoresine o. ä. Extrakte ausgestattet, um alle Rezepturen mit dem FKM abdecken zu können. Aufgrund seiner Vielseitigkeit eignet sich der Mischer bestens, um die besonderen Herausforderungen in der Gewürzherstellung zu meistern: Die von Avo hergestellten Gewürzmischungen setzen sich oft aus bis zu 20–30 verschiedenen Komponenten zusammen. Diese weisen zum Teil erhebliche Unterschiede in Schüttgewicht, Korngröße, Fließverhalten auf. So sind Salz, Zucker oder Maltodextrin erheblich schwerer als Kräuter. Daher verfügen die bei Avo eingesetzten Mischer über einen entsprechend dimensionierten energieeffizienten Antrieb. Denn insbesondere bei Großchargen spielen die Energiekosten für einen wirtschaftlichen Betrieb eine entscheidende Rolle. Wie flexibel die Maschinen einsetzbar sind, zeigt sich bei der Herstellung von Mischungen mit Fett- oder Flüssigkeitsanteil. Hierbei erfolgt zunächst die Vermischung der trockenen Komponenten. Erst dann werden Fette, Flüssigkeiten oder hoch-konzentrierte Oleoresine u. ä. Extrakte zugegeben. Prozesstechnisch eine Herausforderung, die der Mischer jedoch zuverlässig und reproduzierbar erfüllt. Das horizontale Konzept erlaubt eine gleichmäßige, schnelle und homogene Verteilung aller Komponenten in kurzer Zeit. Wirtschaftliches Konzept Typische Chargengrößen bei Avo sind 1,5– 2,5 t. Der größte der fünf Mischer bei Avo – ein Pflugschar-Mischer FKM 10.000D – ist für eine Chargengröße von bis zu 5 t ausgelegt. Bei Bedarf können jedoch auf allen Maschinen auch deutlich kleinere Chargen verarbeitet werden. Die Trommel des FKM 10.000D hat ein nutzbares Volumen von ca. 7500 l, ist 5 m lang und hat einen Durchmesser von 1,6 m. Inklusive Antrieb kommt er auf eine Gesamtlänge von 9 m. Je nach Rezeptur benö- Gewürze von Avo Guter Geschmack, hohe Qualität und ein Gespür für Trends haben das Unternehmen Avo zu einem der führenden Gewürzspezialisten in Europa gemacht. Über 500 Mitarbeiter zählt das 1921 als August Vodegel, Osnabrück gegründete Unternehmen heute. Avo beliefert zahlreiche namhafte Lebensmittel-Unternehmen aus Handwerk, Industrie, Groß- und Einzelhandel. Die Kunden können dabei aus einem mehr als 4000 Produkte zählenden Sortiment wählen, das Naturgewürze, Gewürzmischungen, Flüssigwürzungen, Marinaden und Dressings umfasst. tigt die Maschine maximal etwa 10 min, um eine einheitliche Mischung zu erreichen. Das wirtschaftliche Mischerkonzept, das die Produktion der unterschiedlichsten Rezepturen ermöglicht, erstreckt sich auch auf Wartung und Reinigung der Maschinen. Denn die Stillstandszeiten müssen sich – vor dem Hintergrund häufiger Produktwechsel und einer sehr gut ausgelasteten Herstellung – auf ein Minimum beschränken. Das Modell FKM in hygienischer Ausführung zeichnet sich daher durch eine hohe Wartungsfreundlichkeit, minimierte Restmengen, sowie eine gute Zugänglichkeit der Mischerinnenteile aus. Dies gewährleistet eine hohe Verfügbarkeit der Maschinen. Große Inspektions- und Reinigungsklappen sowie vergrößerte Entleeröffnungen und qualitativ hochwertige Oberflächen erleichtern die Reinigung und minimieren die Restmenge bei einem Produktwechsel. Hierbei wird häufig eine Trockenreinigung praktiziert. Die Mischer sind jedoch auch mit einem Washing-in-Place-System – kurz WIP – für die Nassreinigung ausgestattet. Bei der Nassreinigung wird das Wirbelbettverfahren genutzt, das den Einsatz zusätzlicher Reinigungsdüsen im Mischer innen überflüssig macht. Dies spart Zeit und Personal, da die aufwändige Installation der Düsen vor dem eigentlichen Reinigungsprozess entfällt. Alle Mischer bei Avo orientieren sich in ihrem Design an den Leitlinien der European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG). Halle 6, Stand R54 Fotos: Fotolia (Alexander Raths, 136833317), Lödige www.loedige.de © REMBE | All rights reserved T +49 2961 7405-0 info@rembe.de Made in Germany Ihr Spezialist für EXPLOSIONSSCHUTZ und DRUCKENTLASTUNG Consulting. Engineering. Products. Service. Gallbergweg 21 | 59929 Brilon, Deutschland F +49 2961 50714 | www.rembe.de

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