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Verfahrenstechnik 5/2015

Verfahrenstechnik 5/2015

Lernkurveneffekte nutzen

Lernkurveneffekte nutzen Im Stillstandsmanagement Einsparpotenziale erkennen Tobias Kurth Selten müssen bei einer bestehenden Anlage mehr Gewerke koordiniert und gesteuert werden als bei einem geplanten Anlagenstillstand. Für Auftraggeber ist daher eine verlässliche Planung besonders wichtig. Wer darüber hinaus Lernkurveneffekte aus vorangegangenen Stillständen nutzen möchte, muss das Wissen um die Produktionsanlage dauerhaft verfügbar machen. Anlagenbetreiber können dabei in mehrerer Hinsicht von Einsparpotenzialen profitieren. Autor: Tobias Kurth, Projektleiter Projekt- und Stillstandsmanagement, InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG, Hürth Wie Betreiber Stillstandsrevisionen planen und umsetzen, unterscheidet sich stark von der Größe der jeweiligen Anlagen. In der Chemieindustrie oder in kleineren Prozessanlagen geht dabei der Trend zur Beauftragung von möglichst wenigen Dienstleistern. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Marktforscher von Lünendonk zum Thema „Markt für technische Instandsetzung und Reparatur in NRW“. Sie bestätigt auch, dass Unternehmen dabei die Entscheidung für einen Dienstleister stärker von dessen Fach­ kompetenz als von seinen Preisen abhängig machen. Doch in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels sind qualifizierte Partner schnell in anderen Projekten gebunden. Hier ist deshalb deutlich im Vorteil, wer sich über einen Rahmenvertrag längerfristig kompetentes Personal sichert. Dabei profitieren beide Seiten von einer höheren Planungssicherheit sowie von deutlichen Lernkurveneffekten durch den immer tieferen Einblick in den Betrieb. Dies gilt unter anderem beim Thema Sicherheit und Qualität, bei der Planung von Terminen und Budgets, aber auch bei der Optimierung von Abwicklungskonzepten. Im Normalfall kann der eingesetzte Dienstleister damit den kontinuierlichen Verbesserungsprozess des Anlagenbetreibers effektiv unterstützen und so zum Beispiel durch Verkürzung von Stillständen zu einer höheren Anlagenverfügbarkeit beitragen. Bei einem Vertrag mit einem größenabhängig gestaffelten Komponenten-Leistungsverzeichnis definieren Betreiber und Dienstleister im Vorfeld eines Stillstandes die betroffenen Komponenten sowie die notwendigen Arbeiten. Dazu müssen Doku mentationen 52 VERFAHRENSTECHNIK 5/2015

BETRIEBSTECHNIK und Arbeitsanweisungen für die einzelnen Komponenten ausreichend genau beschrieben werden. Dies betrifft nicht nur Kosten für die Instandsetzung selbst, sondern auch den Aufwand für die Unterweisung von Mitarbeitern, die Arbeitsvorbereitung, für Projektkoordination und Administration. Dies ist nur möglich, wenn Dienstleister und Betreiber den Umfang der Arbeiten an einer Komponente realistisch einschätzen können. Im Gegensatz zu einem detaillierten Leistungsverzeichnis ist es jedoch nicht mehr n ötig, die einzelnen Leistungen bis zur letzten Schraube zu definieren. Passendes Planungstool Der Erfolg steht und fällt mit belastbaren Informationen zur Planung der Stillstände. Bei der Erstellung von Planungsunterlagen und Leistungsverzeichnissen für das Stillstandsmanagement behelfen sich viele Anlagenbetreiber im Chemiesektor jedoch mit Eigenlösungen. InfraServ Knapsack hat die praxisorientierte Datenbank-Software „Tarserv“ auf Basis seiner Erfahrungen speziell für Betreiber von Chemie- und kleineren Prozessanlagen entwickelt. In der Datenbank sind eine Vielzahl anlagenspezifischer Daten zur Planung und Ausschreibung von Anlagenstillständen erfasst. So können einzelne Anlagenkomponenten bis ins Detail mit den erforderlichen Gewerken und Arbeitsvorgängen abgebilden und auch Zeichnungen, Fließbilder oder Fotos komponentenspezifisch integrieren werden. Außerdem lassen sich mit den geplanten Daten der Personalbedarf und die benötigte Zeit genau kalkulieren und in ihrer zeitlichen Abfolge vorbereiten, kosten intensive Beschäftigungsspitzen können geglättet werden. Kurze Planungsphase „Unsere Stillstandsplanung hat sich durch die Datenbank deutlich vereinfacht, die Planungsphase selbst verkürzt“, so Klaus-Dieter Kripp, Projektmanager beim PVC-Hersteller Vinnolit, der bereits seit einigen Jahren mit der Infraserv Knapsack auf Projektbasis beim Stillstandsmanagement zusammenarbeitet. „Gleichzeitig dokumentieren wir den jeweiligen Stillstand im Detail und nutzen die Informationen bei der Vorbereitung des nächsten.“ Dazu liegt die Datenbank zentral bei Vinnolit und kann dort frei genutzt werden. Erweiterungen und neue Releases spielt Infraserv Knapsack im Vorfeld eines neuen Planungsauftrags ein, so bleibt die Datenbank beim Kunden jederzeit auf dem neuesten Stand. Die Erfahrungen zeigen ein Einsparpotenzial von bis zu 20 % der sonst üblichen Kosten eines Stillstands, wenn bei der Planung und Abwicklung eine maßgeschneiderte Datenbanklösung zum Einsatz kommt. Doch auch dem Dienstleister beschert ein solches Modell mehr Planungs sicherheit. Aufgrund der Vorteile für beide Seiten ist Infraserv Knapsack dazu übergegangen, die Dokumentation seiner Planungsleistungen in Form von Tarserv einschließlich Nutzungslizenzen an seine Kunden zu übergeben. Neben den Vorteilen bei der Planung eines Stillstands und den erwarteten Lernkurveneffekten gibt es weitere Gründe, die Zusammenarbeit über einen Rahmenvertrag zu regeln. Denn InfraServ Knapsack verfügt über eigene Instandsetzungswerkstätten, Prüfmöglichkeiten und eine Vielzahl von Fachleuten. Das Unternehmen ist während einer Revision zudem durchgängig mit einem erfahrenen Projektleiter beim Kunden vor Ort, hinzukommen in der Regel anlagenkundige Fachhandwerker in den Schlüsselpositionen, wie beispielsweise in der Schwermontage. Der große Anteil von eigenem Personal in der Koordination und Durchführung sichert dem Kunden ein hohes Maß an Qualität, Termin- und Kostentreue. Fotos: istockphoto.com/Infraserv Knapsack www.infraserv-knapsack.de ›› NICHT ALLES IST SO LANGLEBIG WIE HARTMETALL! Frankfurt a. M. Halle 9.0 C13 15. bis 19. Juni durit.de BEGEGNUNG 2015: Besuchen Sie DURIT auf der ACHEMA 2015 und erfahren Sie, wie Hartmetall den Verschleiß minimiert und beim Einsatz mit abrasiven Medien besondere Stärke zeigt. In Halle 9.0 | C13 präsentieren wir Ihnen das Leistungsspektrum, die Effizienz und das Potenzial dieses einzigartigen Werkstoffs – WIR FREUEN UNS AUF SIE!

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