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Verfahrenstechnik 4/2019

Verfahrenstechnik 4/2019

TOP-THEMA I POWTECH Die

TOP-THEMA I POWTECH Die Wasserdetektive Feuchtemessung zur Qualitätskontrolle im Quarzwerk Sensoren in der Feuchtemessung sind unscheinbar. Wenn sie Pulver, Sande oder Granulate detektieren oder Glasscherben abtasten, sind sie mit bloßem Auge kaum zu entdecken. Doch sie sind unverzichtbar, um die Qualität der Produkte sicherzustellen. Beton ist ein ganz besonderer Stoff: Es kommt auf die richtige Mischung aus Zement, Sand und Kies an. Dann kann das hinzugegebene Wasser die chemische Reaktion des Bindemittels in Gang setzen und aus dem Gemisch einen hochleistungsfähigen, festen Baustoff für alle erdenklichen Einsatzbereiche werden lassen. Es ist also kein Wunder, dass in der Sparte Betontechnik von Liebherr schon immer ein besonders wachsames Auge auf die Bedeutung des Wassers und der Feuchtigkeit bei der Betonherstellung gelegt wurde. Schon seit 1985 entwickelt die Liebherr- Mischtechnik GmbH an ihrem Produktionsstandort für Fahrmischer, Mischanlagen und Betonpumpen in Bad Schussenried Messsysteme für die industrielle Automa- Autor: Thomas Maier, Vertriebsleiter Messtechnik, Liebherr Mischtechnik GmbH, Bad Schussenried tion. Angefangen hat alles mit Sensoren für das Messen der Sandfeuchte in den eigenen Betonmischanlagen. Es hat sich dann sehr schnell gezeigt, dass das, was bei Beton sehr gut funktioniert, auch für andere Anwendungen von Vorteil ist: etwa bei sonstigen Schüttgütern wie Sand oder Mineralkörnungen, im Bergwerkseinsatz, in der Landwirtschaft, bei Nahrungsmitteln, im Chemieund Pharmasektor oder in der Petrochemie. Heute kommt die Liebherr Feuchtemessung in Produktionsanlagen in allen erdenklichen industriellen Bereichen zum Einsatz. Beim Automobilzulieferer in den USA genauso wie in der Papierfabrik in den Niederlanden oder beim Zuckerhersteller auf Guadeloupe. Typische Einbauorte für die Sensoren sind beispielsweise Siloausläufe, Rutschen, Prallplatten, Bänder, Übergabestellen, Trocknungsanlagen, Förderschnecken, Rohre, Tanks und vieles mehr. Feuchtemanagement „live“ Bis zu 40 Messungen pro Sekunde leisten die Sensoren und das im laufenden Prozess. Früher hat man den Feuchtegehalt von Zugabestoffen mit Stichproben im Labor gemessen, um die richtigen Konsistenzen und Rezepturen zu überprüfen und gegebenenfalls korrigierend in die Produktion einzugreifen. Heute kann mit der Liebherr- Technologie das Feuchtemanagement in Echtzeit gestaltet werden – und das mit höchstmöglicher Präzision. Die Messung der Liebherr-Sensorik basiert auf Kurzwellen. Neben der hohen Präzision und Robustheit zeichnet die Messgeräte ihre Reproduzierbarkeit aus. Ist das System einmal kalibriert, können auf dieser Grundlage jederzeit ohne großen Aufwand weitere Messstellen eingerichtet werden oder Geräte erneuerter werden. Die Anlage bleibt so immer verlässlich, unabhängig von ihrer bisherigen Laufzeit und ihrem Alter. Alles Quarz oder was? Die Entwickler und die Vertriebsmannschaft fahren immer wieder zu den Anwendern. Diese unmittelbare Rückkopplung aus der Praxis ist Teil des Erfolgskonzeptes 46 VERFAHRENSTECHNIK 4/2019

POWTECH I TOP-THEMA 01 Im Leitstand laufen in Echtzeit die Daten der Feuchtemessung ein 02 Auf einem Gleitschuhschlitten „surft“ der Feuchtemess-Sensor über den Sand auf dem Förderband bei Liebherr. Zu diesen Kunden zählt auch die Quarzwerke Gruppe, ein Familienunternehmen in der vierten Generation. In Frechen bei Köln sind derzeit fünf Liebherr-Sensoren in der Feuchtsandverarbeitung in Betrieb. Quarz – oder Siliziumdioxid – zählt zu den wichtigsten gesteinsbildenden Mineralien. Quarz entsteht durch Wasserabspaltung aus Kieselsäure und gehört zu den härtesten Naturmaterialien. Er ist als Rohstoff weitverbreitet und hat Eingang in zahllose industrielle Anwendungen gefunden, die tief in unseren Alltag hineinreichen. So wird beispielsweise Quarzsand und -pulver für die Herstellung von Porzellan und verschiedene Keramikwerkstoffe genutzt, darüber hinaus basieren Glas, Prismen und Linsen auf (kristallinem) Quarz. Auch als Schleifmittel und Füllstoff wird er gebraucht. Zahnpasta, Gummi, Anstrichund Poliermittel – überall kommt Quarz als Werkstoff zum Einsatz. Fußböden und Arbeitsplatten verleiht er eine harte Oberfläche. Und vor allem hält er Computer am Laufen. Für Mikrochips und integrierte Schaltkreise braucht man reines Silizium. Dazu wird das Siliziumdioxid in einem Schmelzofen bei rund 1 400 °C geschmolzen. Während dieses Vorgangs trennt sich der Sauerstoff vom Silizium. Qualitätsfaktor Feuchte Die Lagerstätten der Quarzrohstoffe sind eng mit allen Perioden der Erdgeschichte verbunden. Die bedeutendsten europäischen Vorkommen entstanden durch sedimentäre Gesteinsbildung in der Tertiärund Kreidezeit. Aus diesen Vorkommen beziehen auch die Quarzwerke Frechen seit über 130 Jahren ihre hochwertigen Quarzsande. Diese zeichnen sich durch eine besonders hohe Reinheit von über 99 % aus und werden als Feuchtsand, als Trockensand oder in gemahlenem Zustand als Quarzmehl an die Industriekunden ausgeliefert. Die kontinuierliche, hochpräzise Feuchtemessung während der Verarbei- tungsprozesse in Frechen ist dabei ein wesentlicher Qualitätsfaktor. Um die hier im Tagebau geförderten Quarzsande zu über 200 verschiedenen Qualitätsprodukten aufzubereiten und in 50 Länder zu verkaufen, setzt das Unternehmen auf moderne und effiziente Aufbereitungstechnologien. An fünf einzelnen Produktionsschritten und unterschiedlichen Einsatzbereichen wird die Liebherr Feuchtemessung eingesetzt. Der aus dem Tagebau gewonnene Quarzsand wird zunächst gewaschen und anschließend im Nasssandsilo entwässert. Für die Verarbeitung des Quarzsandes, beispielsweise als Feuchtsand, Quarzmehl oder Filtersand, ist der Feuchtegrad entscheidend. Je genauer gemessen wird, desto schneller und effizienter kann die Qualität gesteuert werden. Halle 4, Stand 540 Fotos: Liebherr www.liebherr-feuchtemessung.de Innovationen rund ums Heizen und Beheizen ® Temperatur-Regler HT 60 • Kontaktlose Schaltleistung bis 16A • Kompakte Bauform • Einfache textgesteuerte Menüführung • OEM-Version www.hillesheim-gmbh.de/ht60 Hillesheim GmbH Am Haltepunkt 12 • D-68753 Waghäusel • Tel.: 0 72 54 / 92 56-0 • E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de • www.hillesheim-gmbh.de

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