Aufrufe
vor 7 Monaten

Verfahrenstechnik 4/2017

Verfahrenstechnik 4/2017

SPECIAL I HANNOVER MESSE

SPECIAL I HANNOVER MESSE Grenzen überwinden Mehr Digitalisierung bis in die Feldebene Mit einer neuen Version seines Prozessleitsystems Simatic PCS 7 eröffnet Siemens Anlagenbetreibern Raum für neue Perspektiven in der Prozessindustrie und schafft einen weiteren Baustein für das Digital Enterprise. Die Version 9.0 unterstützt den Industrial Ethernet Standard Profinet noch weiter als bisher mit zwei neuen dezentralen Peripherie-Linien für die Digitalisierung bis in die Feldebene und bietet zahlreiche Software-Neuerungen. Die Anforderungen an Anlagen in der Prozessindustrie hinsichtlich Flexibilität, Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit steigen kontinuierlich. Bei Anlagenlaufzeiten von bis zu 30 Jahren sind Zukunftssicherheit und Investitionsschutz besonders wichtig. Der Automatisierung kommt eine zentrale Rolle als verbindendes Element zu. Der weltweit führende Ethernet-Standard Profinet ist für die zukünftigen Anforderungen der Prozessindustrie ausgelegt. Er bietet neben leistungsfähiger Kommunikation in Echtzeit offene Standards für den Aufbau einheitlicher Automatisierungsnetze, sicherheitsgerichtete Kommunikation sowie flexible und einfach skalierbare Netzwerkstrukturen. Ein wichtiger Pfeiler der Digitalisierung ist die Kommunikation bis in die Feldebene. Mit dem neuen I/O-System Simatic ET 200SP HA können die Eigenschaften von Profinet dabei optimal genutzt werden. Es ist speziell auf die Anforderungen der Prozessindustrie hin ausgerichtet, hoch verfügbar ausgelegt und kann direkt im Feld bis in Ex-Zone 2 eingesetzt werden. Dank Schutzbeschichtung und einem erweiterten Arbeitstemperaturbereich von –40 bis +70 °C ist das I/O-System in vielen Fällen auch ohne zusätzliche Klimatisierung einsatzbereit. Trotz kompakter und enorm platzsparender Bauweise – die Breite der neuen Baugruppe wurde um knapp die Hälfte reduziert – können bis zu 16 Kanäle bedient werden. Zudem ist die Anzahl der Baugruppen pro Kopfbaugruppe oder pro Station von bisher zwölf auf 56 Stück erhöht, das entspricht knapp 900 I/O-Signalen statt bisher 96 I/O-Signalen (beim Einsatz von 8-kanaligen Baugruppen in einem klassischen Schaltschrank). Ein weiterer Vorteil ist der durchgängig modulare und flexible Aufbau. So können beispielswiese im laufenden Betrieb die Baugruppen komfortabel gesteckt und gezogen werden, im sogenannten „Change in Run“. Durch die stehende Verdrahtung und einheitliche Terminalblöcke ist ein standardisierter Aufbau von Schaltschränken möglich. Dadurch reduzieren sich Planungs-, Montage- und Installationskosten signifikant. Konsequent dezentral Neue Möglichkeiten eröffnet die Simatic Compact Field Unit (CFU) für die Integration von Feldgeräten. Der über Profinet angebundene Feldverteiler überwindet die bisherigen Einschränkungen klassischer I/O-Ansätze und bietet konsequente Dezentralität gepaart mit flexiblen Strukturen. Die Simatic CFU verbindet die einfache 28 VERFAHRENSTECHNIK 4/2017

HANNOVER MESSE I SPECIAL Um die Chancen der Digitalisierung für bestehende Anlagen zu nutzen, sind offene Standards, leistungsfähige Kommunikationsnetze und integrierte Automatisierungs- und Antriebstechnologien von großer Bedeutung. Handhabung bekannter 4–20-mA-Technik mit den Vorzügen digitaler Feldbus-Technologie und vereinfacht den Aufbau von dezentraler Peripherie nachweislich. Rangierschränke und mehradrige Stammkabel könnten bald der Vergangenheit angehören. Denn durch den dezentralen Einsatz der Simatic CFU kommt es zu einer deutlichen Einsparung von Kabeln und Klemmpunkten. Und das bedeutet einen deutlich geringeren Planungs- und Dokumentationsaufwand. Wird beispielsweise ein neues Feldgerät angeschlossen, so initialisiert die Simatic CFU automatisch das angeschlossene Feldgerät und integriert es anschließend schnell und einfach in das Prozessleitsystem. Dauert ein solcher Vorgang momentan um die 30 Minuten, so lässt er sich zukünftig in weniger als 60 Sekunden realisieren. Das gleiche Szenario kann auf einen klassischen Störfall in einer Jürgen Brandes, CEO der Process Industries and Drives Division, Siemens Anlage angewendet werden, wenn beispielsweise ein Feldgerät defekt ist und der Produktionsbetrieb dadurch gestört wird. Durch Plug & Produce resultiert eine einfache, effiziente, sichere und störungsfreie Geräteintegration. Der Feldgeräteaustausch kann sicher und einfach auch von nicht speziell geschultem Personal vorgenommen werden. Frei konfigurierbar Die Simatic CFU ist optimal auf die Anforderungen der Prozessindustrie abgestimmt. Sie ist ein eindrucksvolles Beispiel für Digitalisierung im Feld. Neben den acht Profibus-PA-Anschlüssen stehen zusätzlich acht diskrete I/O-Kanäle zur Verfügung, die sich frei per Software kanalweise als DI (Digital Input) oder DO (Digital Output) konfigurieren lassen. Das massive Gehäuse schützt zuverlässig vor Witterungseinflüssen und ungeplanten Außeneinwirkungen. Simatic PCS 7 hält in der Version 9.0 darüber hinaus zahlreiche Software-Neuerungen für ein produktiveres und flexibleres Arbeiten für Anlagenfahrer und Instandhalter bereit. So ermöglicht Simatic PDM (Process Device Manager) nun ein noch effizienteres Inbetriebnehmen und Verwalten von Feldgeräten mithilfe mobiler Geräte. Das universelle, herstellerneutrale Werkzeug zur Projektierung, Parametrierung, Inbetriebnahme, Diagnose und Wartung von intelligenten Feldgeräten und Feldkomponenten unterstützt Profinet umfangreich. Neue Funktionalitäten in Simatic Batch sichern noch mehr Flexibilität beim Engineering von Chargenprozessen. Der Operator wird bei der Bearbeitung von Alarmen durch einen Alarmassistenten mit zusätzlichen Informationen versorgt und kann so schneller reagieren. Damit die Administration und Verwaltung von installierten Hardware- und Softwarekomponenten vereinfacht wird, wurde die Simatic Management Console in der Version von Simatic PCS 7 in der Version 9.0 weiter ausgebaut. Halle 9, Stand D35 www.siemens.de Kooperation für pharmazeutische Prozessautomation Hannover Messe 24.-28.April 2017 HALLE 9 | STAND G16 Das nennen wir mal Teamwork: Durch die Zusammenarbeit von Siemens und Bürkert entstand die Ventilinsel AirLINE SP Typ 8647, die mit dem Siemens-I/O-System SIMATIC ET 200SP kompatibel ist. Diese ist nicht nur im Handumdrehen installiert, sondern bietet für pharmazeutische Prozesse auch viele Sicherheitsfunktionen wie das neue LC-Display mit Echtzeit-Anzeige von Diagnosedaten oder Rückschlagventile zur Vermeidung von Mediendurchmischung. Gepaart mit höchster Anlagenverfügbarkeit entsteht so eine Lösung für größte Prozesssicherheit. AirLINE SP Typ 8647: Mehr Prozesssicherheit geht nicht. We make ideas flow. www.buerkert.de

Ausgabe