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Verfahrenstechnik 4/2016

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TOP-THEMA I POWTECH

TOP-THEMA I POWTECH Feine Auslese Brand- und Explosionsschutzanlagen sichern Teeproduktion Denis Sauerwald Überall dort, wo in der industriellen Verarbeitung brennbare Materialien in fein verteilter Form vor liegen, kann es durch unterschiedliche Ursachen zu Brand- und Explosionsereignissen mit gravierenden Folgen kommen. Mit modernen Anlagen zur Funkenerkennung und -eliminierung können Personenund Sachschäden sowie kostenintensive Produktionsausfälle effektiv verhindert werden. In manchen Situationen mag es durchaus angebracht sein, abzuwarten und in Ruhe eine Tasse Tee zu trinken. Bei der Herstellung desselben hingegen ist die gegenteilige Autor: Denis Sauerwald, Marketing, Fagus- GreCon Greten GmbH & Co. KG, Alfeld Herangehensweise geboten. Ebenso wie die einstmalige handwerkliche Tee-Herstellung, setzt sich auch die heutige maschinelle Fertigung aus den Schritten Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen und Sortieren zusammen. Bei diesen thermischen und mechanischen Verarbeitungsprozessen besteht die permanente Gefahr, dass durch eingetragene Fremdkörper, wie etwa kleine Steinchen, durch bewegte Maschinenteile, wie Ventilatoren und Messer, Funken oder heiße Teilchen entstehen. Werden diese in pneumatischen Transportleitungen bis in die Filteranlagen transportiert, kann sich das dort vorherrschende Staub-Luft-Gemisch schlagartig entzünden. Die Folge sind teilweise verheerende Explosions- und Brandereignisse, die neben möglichen Personen- und Sachschäden immer auch zu kostspieligen Produktionsunterbrechungen führen. Diese Erfahrung musste auch die Martin Bauer Group aus dem mittelfränkischen Vestenbergsgreuth machen. Im Jahr 1930 als Kräuterverarbeitungswerk gegründet, produziert das Unternehmen an diesem Standort heute pro Jahr viele tausend Tonnen Kräuter- und Früchtetees, Arzneitees sowie aromatisierte Schwarz- und Grüntees. Hinzu kommen unter anderem Kräuter-, Früchte- und Tee-Extrakte sowie pflanzliche Pulver. Nachdem es in der Vergangenheit immer mal wieder zu derartigen Brandereignissen gekommen war, ist das Unternehmen vor 16 Jahren dazu übergegangen, alle relevanten Fertigungsbereiche mit Funkenlöschanlagen aus dem Hause Grecon zu überwachen. Seither werden die in den Rohrleitungen auftretenden Zündinitiale von Funkenmeldern sicher detektiert und rechtzeitig zum Verlöschen gebracht. „Unsere Auftragsbücher sind voll. Einen Produktionsausfall können wir uns nicht erlauben“, bringt der Produktionsleiter von der Martin Bauer Group Konrad Ohlmann die Wichtigkeit einer solchen Brand- und Explosionsschutzanlage auf den Punkt. Sichere Funkenerkennung selbst bei schlechter Sicht Um eine hohe Erkennungsleistung sicherzustellen, kommen bei dem Teehersteller durchweg Grecon-Funkenmelder des Typs „FM 1/8“ zum Einsatz. Diese hochsensiblen Melder sind für den Einsatz in Förderleitungen oder Fallschächten mit hoher Materialbeladung konzipiert. Der „FM 1/8“ erkennt auch die Zündinitiale, die sich mitten im Produktstrom befinden, und das selbst dann, wenn die Optik bereits Materialanhaftungen aufweist. 28 VERFAHRENSTECHNIK 4/2016

POWTECH I TOP-THEMA Die sogenannten Spülluftadapter, die üblicherweise zur Verhinderung von Anhaftungen zusammen mit den Funkenmeldern verbaut werden, sind bei der Verarbeitung von Tee nicht optimal einsetzbar. Da sich die oft klebrigen Partikel auf pneumatische Weise nicht sicher entfernen lassen, hat man sich bei diesem Anwendungszweck für eine regelmäßige manuelle Reinigung der Funkenmelder entschieden. In Abhängigkeit von der jeweiligen Lage innerhalb der Fertigungsanlagen und der Menge des passierenden Materials werden die Melder von dem Betriebselektriker alle fünf bis sieben 02 Bei der Verarbeitung von Tee können eingetragene Fremdkörper Zündinitiale erzeugen, die in der Lage sind, Brandund Explosionsereignisse auszulösen 01 Die hochsensiblen Funkenmelder FM 1/8 sind speziell dafür konzipiert, in Förderleitungen oder Fallschächten mit hoher Materialbeladung eingesetzt zu werden Tage aus der Rohr- bzw. Schachtwandung herausgenommen und die Optik mit einem Tuch gesäubert. Dies kann nicht nur während der planmäßigen Stillstandzeiten geschehen, sondern auch während der laufenden Produktion. Dafür brauchen die entsprechenden Daten in der Funkenmeldezentrale lediglich kurzzeitig zurückgesetzt zu werden. Das Ablöschen der identifizierten Zündinitiale erfolgt bei der Martin Bauer Group mit etwa 120 °C heißem Wasserdampf. Dieser wird für die Produktionsprozesse ohnehin vorgehalten und eignet sich auch besonders gut für die Löschung in einem Materialstrom. Aufgrund der geringen Menge an Wasser, die dabei in das Material eingebracht wird, reduziert sich der Einfluss auf die nachfolgenden Verarbeitungsschritte auf ein Minimum. Um die Gesamtmenge an eingetragenem Wasser weiter zu reduzieren, erfolgt eine Löschung nur in den besonders gefährdeten Anlagenbereichen. In allen anderen Bereichen werden lediglich bestimmte Anlagenteile kurzzeitig abgeschaltet. Die potenziellen Zündinitiale verlöschen daraufhin von selbst bzw. kühlen sich ab, ohne weitertransportiert zu werden. Bereits wenige Minuten später kann mit der Produktion fortgefahren werden. Bei der Martin Bauer Group sind mittlerweile fünf Funkenmeldezentralen installiert, an die insgesamt 38 Melde- und Löscheinheiten angeschlossen sind. Im Jahr 2014 wurde auf die aktuelle Funkenmeldezentrale mit 10"-Farbdisplay mit selbsterklärender Touch- & Slide-Funktion aufgerüstet, die den Bediener in die Lage versetzt, die gewünschten Informationen schnell und kompakt aufbereitet abzurufen. Auch mit dem Kundendienst zeigt sich Martin Bauer sehr zufrieden. So konnte der Kunde in einem Havariefall in kürzester Zeit mit einem entsprechenden Ersatzteil versorgt werden. Selbst in der kurzen Zeit, in der man keinen Zugriff auf betroffene Funkenmeldezentrale hatte, war man so konsequent, die Produktionsan lage abzuschalten. „Ohne die Funkenlöschanlagen von Grecon zu produzieren, das könnte ich mir heute nicht mehr vorstellen. Das Risiko eines Blindfluges gehe ich nicht mehr ein“, so Produktionsleiter Ohlmann. Halle 4, Stand 201 Fotos: Fotolia, Grecon, Martin Bauer www.grecon.de your competent partner for solids handling! Mechanisch und pneumatisch fördern Prozess-Schnecken Füllen / entleeren Big Bag Handling Chargieren / dosieren Mischen / zerkleinern Staubsauganlagen Wiegen / steuern / regeln EMDE Industrie-Technik GmbH ▪ D-56377 Nassau +49 (0) 26 04-97 03-0 ▪ www.emde.de ▪ info@emde.de Emde.indd 1 16.03.2016 07:57:25 VERFAHRENSTECHNIK 4/2016 29

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