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Verfahrenstechnik 4/2016

Verfahrenstechnik 4/2016

TOP-THEMA I POWTECH mit

TOP-THEMA I POWTECH mit Einbauten oder bei Anhaftungen an der Behälterwand sicher eingesetzt werden. Der Strahl geht an solchen Hindernissen einfach vorbei. Je größer der Dynamikbereich bei Radarsensoren, desto breiter das Einsatzspektrum der Sensoren und desto höher die Messsicherheit. Für Chemie, Pharma und Food Einfacher messen, bequemer bedienen 80-GHz-Radarsensor für Flüssigkeiten sowie Bluetooth-Lösung für Anzeige- und Bedienmodul Die Firma Vega hat rechtzeitig zu den Frühjahrsmessen zwei neue Produkte auf den Markt gebracht, die den Anwendern von Füllstandund Druckmesstechnik die tägliche Arbeit deutlich erleichtern sollen. Im Rahmen einer Pressekonferenz der Vega Grieshaber KG in Schiltach wurden die beiden Neuheiten der Fachpresse vorgestellt: Ein Radarfüllstandmessgerät für Flüssigkeiten, das mit einer Frequenz von 80 GHz misst, und ein universelles Anzeige- und Bedienmodul, mit dem sich alle Prozesssen soren der Geräteplattform Plics einfach, bequem und sicher per App aus der Ferne bedienen lassen. Bei schwierigen Verhältnissen Das erste Radarfüllstandmessgerät für Flüssigkeiten misst mit einer Frequenz von 80 GHz, damit ist eine bessere Fokussierung des Radarstrahls möglich. Selbst bei schwierigen Verhältnissen, wie Heizschlangen oder Rührwerken in Behältern, wird nun eine zuverlässige Messung deutlich einfacher. Bisher galt: Bei einem Radarsensor mit 26-GHz-Sendefrequenz und einer Antennengröße von 80 mm beträgt der Öffnungswinkel etwa 10°. Beim Vegapuls 64 liegt bei dieser Antennengröße der Abstrahlwinkel bei nur noch 3°. Dadurch kann der Sensor selbst in Behältern Der neue Radarfüllstandsensor eignet sich für den Einsatz in der Chemie-, Pharmaund Lebensmittelindustrie. Entsprechende Zulassungen, 3A und EHEDG, stehen zur Markteinführung bereit. Dank seiner kleinen Antenne – der Durchmesser der kleinsten Ausführung ist nicht größer als ein 1-Euro-Stück – und des daraus resultierenden kleinen Prozessanschlusses – es sind Anschlüsse von nur ¾ möglich – ist der Sensor auch für baulich beengte Verhältnisse eine interessante Alternative. Neben Anwendungen in der Mineralölindustrie eröffnen die Sensoren auch Einsatzmöglichkeiten in Technikums- sowie Laboranlagen, in denen bisher auf die Radarfüllstandmesstechnik aus Platzgründen verzichtet werden musste. Vor allem die Blockdistanz des Sensors, die Größe und das Design der Antennen, aber auch die Messunsicherheit am Behälterboden führten dazu, dass oft die Wägetechnik oder Druckmessumformer zum Einsatz kamen. Beim neuen Sensor kann nun das Antennensystem in den Prozessanschluss inte g- riert werden. Da keine Antenne in den Behälter hineinragt, ist es möglich, bis dicht an den Prozessanschluss zu messen. Dies gibt mehr Fle xi bi lität, da das gesamte Behälter volumen ausgenutzt werden kann. Weiterer Pluspunkt für stark regulierte Branchen: Da bestehende Prozessanschlüsse verwendet werden können, lässt sich der neue Sensor einfach auf dem vorhandenen Anschluss installieren. Zur Markteinführung stehen aseptische Prozessanschlüsse zur Verfügung, bei denen nur PTFE als medienberührender Werkstoff dient. Diese Prozessanschlüsse erfüllen die Anforderungen nach 3A, FDA und EHEDG. Da die Radarsignale Schaugläser oder Glasbehälter durchdringen, kann der Sensor teilweise sogar außerhalb des Behälters montiert werden, auch dies ist mit der höheren Sende frequenz deutlich einfacher geworden. 01 Neuer Radarfüllstandsensor für Flüssigkeiten: Die kleinste Antenne ist nicht größer als ein 1-Euro-Stück 24 VERFAHRENSTECHNIK 4/2016

Herr Skowaisa, die Firma Vega ist seit 1991 mit Radar-Messgeräten auf dem Markt und hat diese Technologie ständig weiterentwickelt. Können Sie uns die Meilensteine der Radar-Geschichte bei Vega kurz aufskizzieren? 02 Jürgen Skowaisa, Produktmanager Radarmesstechnik bei Vega Grieshaber KG, Schiltach Vega beschäftigt sich seit 1991 mit Radargeräten. 1997 haben wir das erste 2-Leiter-Radar weltweit eingeführt und im Jahr 2000 kamen wir mit 26-GHz-Radargeräten auf den Markt. 2004 haben wir dann erstmals das Thema Radar für Schüttgüter optimiert und in diesem Bereich 2014 die 80-GHz-Technologie eingesetzt. Vor ca. 18 Monaten konnten wir den Vegapuls 69 zur kontinuierlichen Messung von Schüttgütern mit großem Erfolg präsentieren. Auch dieser misst, statt der bis dahin weit verbreiteten Frequenz von 26 GHz, mit einer um den Faktor 3 höheren Sendefrequenz. Der Markt gibt diesem technologischen Trend recht – seit der Markteinführung wurden über 10 000 Füllstand sensoren des Typs Vegapuls 69 installiert. Diese bewähren sich besonders bei Medien, die über schlechte Reflexionseigenschaften verfügen, in Förderschächten von bis zu 120 m Tiefe oder in Silos mit vielen Einbauten, die erhebliche Störsignale verursachen. Und jetzt mit Vegapuls 64 das Pendant für Flüssigkeiten. Welche Vorteile bietet der Sensor, und für welche Anwendungen sehen Sie da einen Bedarf? Bisher ist kein Radarsensor für Flüssigkeitsanwendungen auf dem Markt, der einen ähnlichen Dynamikbereich wie der Vegapuls 64 abdeckt. Das bedeutet, dass Medien mit geringen Reflexionseigenschaften, also kleinen Dielektrizitätszahlen, deutlich besser gemessen werden können, als mit bisherigen Radarsensoren. Aber auch bei Schaum, extrem turbulenten Füllgutoberflächen, Kondensat oder Anhaftungen an der Antenne misst das Gerät durch die höhere Messsicherheit noch zuverlässiger. Der Strahl geht durch die deutlich bessere Fokussierung einfach an Einbauten oder Anhaftungen vorbei. Durch die neue Technik lässt sich auch der Füllstand sehr nah am Behälterboden ermitteln. Dies eröffnet neue Perspektiven bei der Ermittlung des Füllstandes in kleinen Behältern in der Pharma- und Biotechindustrie, aber auch beim Ermitteln der Restmenge in Großtanks mit Treibstoffen. Die Genauigkeit liegt bei ± 2 mm, selbst bei einem Messbereich von 30 m. Einen Bedarf für diesen Sensor gibt es auf jeden Fall in der Chemie, im Labor, aber auch in der Pharma industrie. Wir haben bereits erste Anwendungen für Industrieabwasser, Bitumen, in der Nylonherstellung und in der Destillation, aber auch bei Abfüllanlagen, wo bisher gewogen werden musste, um den Füllstand zu bestimmen. Unsere ihr ihr innovative lösungen hygienic Design Technologie VorsprUng nUTzen Technologietransfer Flexible Auslegung einfach zu reinigen schnelle chargenwechsel eheDg Taktisch überlegen! Per App aus der Ferne bedienen Mit der nächsten Generation des universellen Anzeige- und Bedienmoduls Plicscom bringt Vega eine Bluetooth-Lösung auf den Markt, mit der sich alle Prozesssensoren der Geräteplattform Plics einfach und sicher per App aus der Ferne bedienen lassen. Die drahtlose Blue tooth-Kommunikation ist insbesondere für schwer zugängliche Stellen, raue Industrieumgebungen und Ex-Bereiche interessant. „Das Beste an unserem neuen Modul ist, dass es abwärtskompatibel ist und sich für alle Plics-Sensoren nutzen lässt, die seit 2002 in Anlagen rund um den Globus im Einsatz sind – über alle Messprinzipien hinweg, ohne Softwareupdate und mit der bewährten Bedienstruktur“, berichtet Juan Garcia, Produktmanager Kommunikation bei Vega. Die Handhabung ist ganz einfach: Plicscom in das Gerät einsetzen, Tools-App herunterladen und schon kann der Anwender seine Sensoren mit dem Smartphone oder Tablet konfigurieren und parametrieren. Auch Anzeige- und Diagnosefunktionen stehen zur Verfügung. Für Nutzer, die ihre Plics-Sensoren weiterhin direkt vor Ort bedienen wollen, gibt es eine zweite Variante: Ein Magnetstift ermöglicht eine berührungslose Bedienung bei geschlossenem Deckel durch das Sichtfenster hindurch. So bleiben die Geräte stets gut geschützt, auch schwierige Wit terungsbedingungen und Verschmutzungen spielen keine Rolle – ein großer Vorteil gegenüber optischen Verfahren. (eli) Halle 4, Stand 514 www.vega.com Jetzt Technologievorsprung nutzen Sie müssen als Anlagenbetreiber schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren? Sie wollen den Technologievorsprung des führenden Schüttgutexperten für sich nutzen? Sie setzen auf Qualitätskomponenten made in Germany? Hygienic Design ist für Sie ein Thema? Dann nehmen Sie alle Vorteile mit – auf der Powtech 2016, Stand 4-307, Halle 4. www.zeppelin-systems.de VERFAHRENSTECHNIK 4/2016 25 031401603_AZ-Powtech_2016_Verfahrenstechnik_60x265mm_RZ.indd 1 14.03.16 09: Zeppelin.indd 1 16.03.2016 09:32

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