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Verfahrenstechnik 4/2016

Verfahrenstechnik 4/2016

Analysieren und

Analysieren und automatisieren Industrie-4.0-Lösungen bieten große Potenziale Michael Jungeblut Über Begriffe wie intelligente Fertigung, smarte Produktion oder Industrie 4.0 wird seit geraumer Zeit viel gesprochen. Insbesondere bei der Zukunftsstrategie Industrie 4.0 scheiden sich die Geister. Vielen ist der Ausdruck viel zu schwammig oder die Erwartungen dahinter variieren stark. So fragen sich zahlreiche Unternehmen, wie sie sich im modernen Produktionszeitalter positionieren sollen oder ob das Thema für sie überhaupt relevant ist. Industrie 4.0 bietet ein beachtliches Potenzial – insbesondere für den Mittelstand. Man muss es nur erkennen, bewerten und die richtigen Maßnahmen ergreifen. Und genau da hilft Schulz Systemtechnik. Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Visbek bietet Automatisierungslösungen für die Produktion, die Integration von Robotern und Sondermaschinen, Schaltan lagenbau und Gebäudetechnik aus einer Hand. Mehr als 1000 Mitarbeiter am Standort Visbek und in Niederlassungen in ganz Autor: Michael Jungeblut, Marketing / PR, Schulz Systemtechnik GmbH, Visbek Deutschland, den Niederlanden, Osteuropa bis hin zu Russland und Nordafrika entwickeln und implementieren Prozesslösungen für Unternehmen vom Mittelstand bis zur Großindustrie. Schwerpunkte sind die Chemie- und die Nahrungsmittelbranche sowie die Automobilindustrie. „Für eine umfassende Industrie-4.0-Strategie braucht es eine gute Beratung und vor allem eine Analyse aller Geschäftsprozesse im Unternehmen“, sagt Hendrik Hempelmann von Schulz Systemtechnik. Er ist Experte auf diesem Gebiet und hilft Unternehmen, die richtige Strategie zu entwickeln. „Dafür haben wir einen speziellen I4.0-Check. Mit ihm analysieren Teams vor Ort beim Kunden, was sich digitalisieren, vernetzen und automatisieren lässt.“ Dabei werden immer die Bereiche ausgewählt, die für den Kunden den schnellsten und größten Return on Investment haben. Vollständige Digitalisierung Ein aktuelles Beispiel ist ein Hersteller von Tierernährungsprodukten aus dem Oldenburger Münsterland. Er plant eine umfangreiche Erweiterung der Produktionskapazitäten. Gleichzeitig möchte er die ganze Produktions technik auf den neuesten Stand bringen – gewappnet für das neue Produktionszeitalter. Derzeit installieren die Visbeker Automatisierungsspezialisten den Schulz Productionstar. Dieses Prozessleitsystem steht für die vollständige Digitalisierung der Produktion, angefangen von der Anbindung der Maschinen an das ERP-System über die Vernetzung von Sensoren und Maschinensteuerungen bis zur Kopplung mit mobilen Geräten. „Durch die vollständige Digitalisierung und ganzheitliche Vernetzung kommen die Vorteile von Industrie 4.0 erst zum Tragen. Sie sind sozusagen grundlegende Voraussetzung“, so Hendrik Hempelmann. Das 22 VERFAHRENSTECHNIK 4/2016

POWTECH I TOP-THEMA Bauteile werden automatisch entnommen und ausgerichtet fängt schon beim Energiemanagement an. Denn alle Prozessdaten werden mit den jeweiligen Energieverbräuchen verheiratet und eine Produktionsplanung bei optimalem Energieeinsatz ermöglicht. Zudem werden die Energiekosten produktgenau zugeordnet und wichtige Kennzahlen geliefert, damit der Energieverbrauch systematisch und kontinuierlich reduziert werden kann. Eine ganz neue Industrie-4.0-Anwendung kommt bei der Warenanlieferung zum Tragen. Früher wurde durch die Probenentnahme lediglich die Rückverfolgbarkeit sichergestellt. Mit dem Schulz Productionstar geht das viel weiter. Alle Informationen aus der Mischfutterprobe werden gespeichert, ausgewertet und dann für die laufende Produktionsplanung genutzt. „Anhand von Materialeigenschaften wie Feuchte und anderen Parametern wird exakt die Dauer aller Verfahrensschritte vorhergesagt und die Maschinenressourcen optimal genutzt“, so Hempelmann. „Auch der direkte Datenaustausch mit dem Zulieferer ist sinnvoll.“ Wichtige Informationen über die Beschaffenheit der bestellten Rohware können somit ebenfalls von Beginn an berücksichtigt werden – bei der Produktionsplanung und im Energiemanagement. Fehlerquellen beseitigen In der Interaktion von Mensch und Maschine liegt eine weitere grundlegende Idee der neuen Industrieepoche. Nützliche Tools helfen bei der täglichen Arbeit. Bei der Futtermittelherstellung werden oft bestimmte Stoffe von Hand zugegeben. Ein Vorgang, bei dem in der Praxis leicht Fehler passieren. Die Mitarbeiter des Mischfutterherstellers könnten künftig z. B. Datenbrillen tragen, die ihnen visuell mitteilen, welche Stoffe in welchen Mengen hinzuzufügen sind. Ausgeführte Tätigkeiten würden sogleich von der Brille erfasst und dem Leitsystem mitgeteilt. Die Vorteile lägen auf der Hand: Neben einer komfortablen und zü gigeren Arbeitsweise tendierte die Fehlerquote gegen Null und auch die Einweisung neuer Mitarbeiter würde dadurch deutlich vereinfacht. Bei den Aufgaben in Versand und Lager plant der Tiernahrungshersteller nun die Integra tion von Robotertechnik in den Betriebsablauf. Insbesondere das Palettieren auf Säcken ist eine schwere körperliche Tätigkeit, die künftig Roboter übernehmen. Auch das Abholen der Paletten und die anschließende Einlagerung geschehen dann ohne körper liche Anstrengung voll- automatisch über fahrerlose Transportsysteme (FTS). „Der Mischfutterspezialist wird noch mehr profitieren“, weiß Stefan Hitz, Abteilungsleiter Industrieautomation bei Schulz Systemtechnik. „Da wirklich alles miteinander vernetzt ist und man alle relevanten Maschinen- und Produktdaten kennt, ergeben sich auch im Bereich der Wartung und Instandhaltung ganz neue Möglichkeiten. „Ideale Bedingungen für unsere neue Wartungssoftware, die alle Instandhaltungs vorgänge selbstständig plant und durch die Datenkenntnis immer wieder die Instandhaltungsstrategie in Echtzeit optimiert. Dadurch spart der Unternehmer viel Zeit und Geld.“ Alles in allem wird Industrie 4.0 in den nächsten Jahren noch eine ganze Menge bewirken. Jedes Unternehmen kann dabei von der Digitalisierung und Vernetzung profitieren, wenn die Bereitschaft besteht, sich damit auseinanderzusetzen. So wie beispielsweise ein weiterer Kunde aus der Kunststoffbranche. Bis vor einem Jahr wurden in seinem Betrieb bei der Herstellung chaotisch bereitgestellte Teile von Hand der Weiterverarbeitung zugeführt. Das war mühsam und fehlerintensiv. Anhand eines Simulationsmodells konnte Schulz Systemtechnik leicht erkennen, welche Alternative am wirtschaftlichsten ist. Das Resultat: Heute übernimmt ein Roboter diese anspruchsvolle Aufgabe. Ausgestattet mit einem speziellen Visionssystem greift er das Bauteil, prüft die Qualität und übergibt es perfekt ausgerichtet der maschinellen Weiterverarbeitung. Halle 3, Stand 466 www.schulz-gruppe.st Für die Anti-Korrosionspumpe haben wir viel investiert: 2,5 Mio. € Entwicklungskosten, 7.000 Entwicklungstage, 2.000 Prüfstandsmessungen, 600 Gießereimodelle. Alles für ein Ziel: 100 %igen Korrosionsschutz im Badewasser. Durch langjährige Erfahrung gepaart mit neuesten Technologien setzt die technologische Maßstäbe! Herborner Pumpen – die Nummer 1, wenn es um Schwimmbadpumpen geht. HERBORNER PUMPENTECHNIK GmbH &Co KG | Littau 3–5 | 35745 Herborn, Germany Telefon: +49 (0) 27 72 /933-0 |Telefax: +49 (0) 27 72 /933-100 |info@herborner-pumpen.de | www.herborner-pumpen.de Herborner-Pumpenfabrik.indd 1 18.03.2016 08:01:48 VERFAHRENSTECHNIK 4/2016 23

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