Aufrufe
vor 8 Monaten

Verfahrenstechnik 3/2018

Verfahrenstechnik 3/2018

TOP-THEMA I

TOP-THEMA I LEBENSMITTELTECHNIK Fein, feiner, am feinsten Hochwertige Mahlanlagen für die Zuckerverarbeitung Unter dem Sicherheitsaspekt ist das Vermahlen von potenziell staubexplosiven Produkten mit besonderen Anforderungen hinsichtlich der Technologie, Qualität und Ausführung einer Mahlanlage verbunden. Gerade in Zuckerfabriken, wo es häufig zu Staubexplosionen kommen kann, sind daher hochwertige und entsprechend ausgelegte Mahlanlagen gefordert. Autor: Markus Eggenmüller, Area Sales Manager, Food Division, Hosokawa Alpine AG, Augsburg Der Markt im Bereich der Zuckervermahlung ist enorm groß. In 120 Ländern werden mehr als 170 Mio. t/a produziert. Die größte Rohzuckerproduktion mit etwa 37 Mio. t findet in Brasilien statt, während der Zuckerverbrauch mit geschätzten „Für uns steht die Sicherheit der Mitarbeiter an erster Stelle, und die zertifizierte, explosionsgeschützte Auslegung des Systems gewährleistet dies.“ 27 Mio. t im Jahr 2016/17 in Indien am größten war. In Zuckerfabriken kommt es seit jeher immer wieder zu Staubexplosionen. Das Problem besteht auch heute noch, und diese Zuckerexplosionen können schwerwiegende Folgen haben. Deshalb müssen auch die dort eingesetzten Mahlanlagen entsprechend ausgelegt werden. In den meisten Fällen werden Mahlanlagen für eine Druckstoßfestigkeit von 10 bar (ü) ausgelegt, sollten aber dennoch deutlich mehr bieten, Sergio Landeta, Betriebsleiter, Puratos Chile damit die Qualität und Lebensdauer der Komponenten sichergestellt werden kann. Hosokawa Alpine ist seit 120 Jahren Experte für das Feinmahlen und hat sich in diesem Bereich einen Namen gemacht. Die älteste Zuckermühle aus dem Hause Alpine nahm im Jahr 1934 die Produktion auf. Und die älteste, noch verwendete Mühle in der Nahrungsmittelindustrie läuft seit 1963. Kompakte Stiftmühle Die Stifmühle Sugarplex ist insbesondere auf die Anforderungen der Zuckerindustrie (z. B. Backwaren, Getränke) zugeschnitten und basiert auf dem bewährten Mahlsystem der Alpine Ultraplex-Feinprallmühle. 20 VERFAHRENSTECHNIK 3/2018

LEBENSMITTELTECHNIK I TOP-THEMA 01 Diese Stiftmühle ist Atex-konform und für Innenzone 20 und Außenzone 22 geeignet 02 Mit der Sichtermühle ist besonders feines Vermahlen möglich Bei der Alpine Sugarplex SX handelt es sich um ein extrem kompaktes System, das weder zusätzliche Filter, Gebläse noch Luftkühlaggregate benötigt, wie sie bei herkömmlichen Anlagenkonzepten für die Zuckervermahlung üblich sind. Somit profitiert der Anlagenbetreiber von niedrigeren Investitionskosten, einem reduzierten Platzbedarf und geringeren Reinigungsund Wartungskosten. Das zylindrische Design der Mühle umfasst einen Behälter mit konischem Produktaustrag und lässt sich ausgezeichnet in ein bestehendes System oder Gebäude integrieren. Der Zuckerverarbeiter Puratos Chile hat sich insbesondere wegen der Kompaktheit und Flexibilität für die Sugarplex entschieden. „Mit der Sugarplex sind wir flexibel genug, um uns neue Märkte zu erschließen”, sagte Sergio Landeta, der Betriebsleiter. „Zudem kommt für uns die Sicherheit der Mitarbeiter an erster Stelle und die zertifizierte, explosionsgeschützte Auslegung des Systems gewährleistet dies.” Effektiver Mechanismus Der Kristallzucker wird über eine Zellenradschleuse durch die Mühlentür direkt ins Zentrum des Mahlwerks eingespeist. Das Mahlwerk, bestehend aus zwei Stiftscheiben, ist komplett in die Mühlentür integriert. Die Tür lässt sich schnell und einfach öffnen und kann weit aufgeschwenkt werden, sodass der Anwender die Mahlwerkzeuge jederzeit problemlos inspizieren oder reinigen kann. Die Mühle wird von einem Direktmotor angetrieben, der nach der europäischen Explosionsschutzverordnung für Atex Zone 22 geeignet ist. Die innere Stiftscheibe sitzt direkt auf der Motorwelle und rotiert mit Geschwindigkeiten bis zu 145 m/s. Eine spezielle Dichtung sorgt dafür, dass kein Öl in den Produktraum eindringt und andererseits kein Zucker oder Spülwasser sich in die entgegengesetzte Richtung bewegen kann. Über einen Frequenzumrichter wird die Motordrehzahl stufenlos geregelt und die gewünschte Feinheit eingestellt. Da die Sugarplex ausschließlich für die Lebensmittelindustrie entwickelt wurde, erfüllt sie alle grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften der EG-Maschinenrichtlinie 98/37 Anhang II sowie alle Sicherheitsund Unfallverhütungsvorschriften der Bundesrepublik Deutschland. Das Konzept und die Bauweise der Mühle entsprechen allen in Betracht kommenden harmonisierten EG-Normen sowie den anzuwendenden nationalen deutschen DIN-Normen. Die Sugarplex ist Atexkonform und für Innenzone 20 und Außenzone 22 geeignet. Die Sugarplex 315 SX erreicht Durchsätze von 2,8 t/h bei Feinheiten von 99 % < 450 µm oder 1,0 t/h bei einer Feinheit von 99 % < 125 µm. Mit bis zu 10 t/h und fünf verschiedenen Ausführungen ist die Sugarplex für nahezu jede industrielle Zuckerproduktion geeignet. Es handelt sich um eine höchst variable und kostengünstige Lösung. Besonders feines Vermahlen Puderzucker bzw. Staubzucker wird zur Herstellung von Getränken, Gebäck, Süßwaren und in anderen Branchen eingesetzt. Die besonders feine Körnung sorgt für ein angenehmeres Gefühl im Mund und wird oft auch zum Dekorieren von Back waren verwendet. Kommt es Kunden auf noch feinere Qualitäten an, so kann dies mit einer Sichtermühle erreicht werden. Die Sichtermühle Mikro ACM kam 1962 als erste Sichtermühle überhaupt auf den Markt. Seither wurde sie kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich stets ändernden Bedürfnisse des Marktes angepasst. Die Mühle wurde zur Zerkleinerung einer Vielzahl von Produkten, wie z. B. von Kakao, Getreidemehl, Milchzucker, Fischmehl etc. entwickelt. Die Kombination aus Prallmahlung mit integriertem dynamischen Sichter sorgt für die perfekte Lösung beim Fein- bis hin zum Ultrafeinvermahlen diverser Produkte. Der Kristallzucker wird der Mikro ACM pneumatisch zugeführt. Die Zerkleinerung erfolgt durch den Aufprall des Mahlgutes auf die rotierenden Mahlwerkzeuge und auf das feststehende Prallfutter. Mit Schlagkantengeschwindigkeiten von mehr als 130 m/s können bei Puderzucker Feinheiten von d99 < 20 µm erreicht werden. Die vom nachgeschalteten Ventilator durch die Mühle gesaugte Kühl-, Transport- und Sichtluft erfasst das Mahlgut und führt es an den Leitschaufeln des Leitrades entlang. Charakteristisch für die Mikro ACM ist der integrierte dynamische Sichter. Das von den Leitschaufeln gleichgerichtete Produkt- Luft-Gemisch wird gleichmäßig dem rotierenden Sichter zugeführt. Im Sichtbereich erfolgt aufgrund der zwei entgegengesetzten Kräfte und der unterschiedlichen Masse der Partikel die Trennung in Grob- und Feingut. Das Grobgut wird vom Sichterrad abgewiesen, in die Mahlzone zurückgeführt und erneut beansprucht. Das Feingut passiert das Sichterrad und tritt aus der Mahlkammer aus. Die Trenngrenze wird über die Drehzahl des Sichterrades eingestellt und lässt sich auch während des Mahlbetriebs stufenlos verstellen. Die Alpine Mikro ACM wird in bis zu 20 Größen mit Antriebskapazitäten zwischen 3 und 450 kW angeboten. Fotos: Fotolia (Freer, #41655351), Hosokawa Alpine Halle 10.1, Stand E9 www.hosokawa-alpine.com VERFAHRENSTECHNIK 3/2018 21

Ausgabe