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Verfahrenstechnik 3/2017

Verfahrenstechnik 3/2017

BETRIEBSTECHNIK I

BETRIEBSTECHNIK I INTERVIEW Maximale Sicherheit Brandschutzlager aus Stahl mit aktuell gültiger Zulassung Begehbare Brandschutzcontainer dienen der flexiblen Lagerung von Fässern oder Kleingebinden oder ermöglichen es, einfache Abfüllarbeiten witterungsgeschützt durchführen zu können. Das BLS-Brandschutzlager F90 aus Stahl soll das erste und einzige Lager für Gefahrstoffe sein, das die neueste DIBt-Zulassung hat. Das Lager der Firma Protectoplus ist innen und außen F90-feuerbeständig und bietet nach Angaben des Herstellers mehr Sicherheit bei deutlich kürzerer Planungszeit. Wir sprachen mit Geschäftsführer Paul Fricke. Herr Fricke, das Deutsche Institut für Bautechnik in Berlin (DIBt) hat erstmals einen Brandschutzcontainer aus Stahl der neuen Bauweise zugelassen. Was steckt dahinter und warum ist dieser Schritt so bedeutend? Die technische Entwicklung und die Verschärfung der Sicherheitskriterien in den vergangenen Jahren verlangten von den Herstellern eine Neubetrachtung der F90- Brandschutzlager, um auch weiterhin eine Eignung zur vorschriftsmäßigen Lagerung von Gefahrstoffen nach deutschen Normen zu gewährleisten. Bei allen Herstellern ist daher die Zulassung am 15. September 2016 ausgelaufen. Das DIBt hat Anfang 2016 für das Zulassungsverfahren der Brandschutzcontainer aus Stahl neue Zulassungskriterien beschlossen und sich somit von dem alten Zulassungsverfahren verabschiedet. Alle Hersteller wurden vom DIBt aufgefordert, zukünftig den Feuerwiderstand der F90 Brandschutzcontainer in einer Heißbetrachtung rechnerisch nachzuweisen und diese Theorie durch erfolgreiche Brandkammertests der Türen, Wände, Decke und Einbauteile in der Konstruktion nach beim DIBt hinterlegten Prüfkriterien zu bestätigen. Uns ist es gelungen, die frisch geforderten Nachweise durch ausführliche Brandkammertests vollständig zu erbringen und für die begehbaren Brandschutzcontainer die DIBt-Zulassung Z-38.5-289 zu erhalten. Protecto-Brandschutzlager des Typs „BLS F90“ sind jetzt behördlich attestiert und bieten dem Anwender maximale Sicherheit. So ein aufwändiges Prüf- und Zulassungsverfahren gab es bis dato für Brandschutzcontainer aus Stahl noch nicht. Wie sich aber herausgestellt hat, ist es die richtige Entscheidung des DIBt gewesen, denn es hat sich gezeigt, dass die äußere Tragrahmenkonstruktion verstärkt und die Verbindungsmittel weiter optimiert werden mussten. Dieses Mehr an Material und die Optimierungen der Verbindungsmittel gaben den Ausschlag für den erfolgreichen F90-Nachweis und sind, neben weiteren Komponenten, die wesentliche Grundlage für die neue DIBt-Zulassung. Und was passiert mit den Lagern, deren Zulassung ausgelaufen ist? Könnte es da Probleme geben? Grundsätzlich genießen Brandschutzlager, die vor dem 15.09.2016 genehmigt und in Betrieb genommen wurden, Bestandsschutz. Doch Brandschutzlager alter Bauart, deren DIBt-Zulassung spätestens am Stichtag aus-gelaufen ist und nicht mehr verlängert wurde, entsprechen nicht dem Paul Fricke, Geschäftsführer der Firma Protectoplus in Rendsburg heutigen Stand der Technik. Sie dürfen nicht mehr als DIBt-zugelassenes Brandschutzlager in Verkehr gebracht werden. Was daraus resultiert und nicht auf den ersten Blick klar ist: Die ausgelaufenen Zulassungen, die heute nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, gelten nicht mehr als Verwendbarkeitsnachweis für eine Zustimmung im Einzelfall. Die Baubehörden der Bundesländer, 36 VERFAHRENSTECHNIK 3/2017

INTERVIEW I BETRIEBSTECHNIK Brandschutzlager mit zwei-flügeliger Tür auf der Längsseite und optionaler Auffahrrampe Sachverständige und die Sachversicherer könnten die alten ausgelaufenen Zulassungen nicht mehr akzeptieren und würden in der Folge die Inbetriebnahme der Brandschutzcontainer alter Bauart ablehnen. Welche Anwendervorteile hat denn das neue Brandschutzlager? Bei der Entwicklung konnten wir auf unsere langjährige Erfahrung beim Bau standardisierter Gefahrstofflager ebenso zurückgreifen wie auf das Feedback durch unsere Kunden. Jedes begehbare Protecto-Brandschutzlager BLS F90 bietet 90 Minuten Brandschutz von innen und außen. Es bildet einen in sich geschlossenen Brandabschnitt. Die Brandschutzlager sind mit einer vorschriftsmäßig WHGzugelassenen 5 mm starken Auffangwanne ausgestattet. Der Container kann im Freien ebenso wie als brandschutztechnisch abgetrennter Bereich im Innenraum aufgestellt werden. Wir runden mit dem neuen Lager unser Gesamtportfolio im Bereich der Brandschutzlager ab und bieten neben dem erfolgreichen Werkstoff Beton auch ein DIBt-zugelassenes Brandschutzlager in Stahlbauweise an. Gewährleistet wird so die maximale Sicherheit bei der Lagerung von entzündlichen, brandfördernden und giftigen Stoffen, sowie organischen Peroxiden in Kleingebinden, Fässern oder IBC. Sie sprechen auch von kürzeren Planungszeiten. Was ist damit gemeint? Neben der Gewissheit, ein sicherheitstechnisch aktuelles Produkt erworben zu haben, genießen unsere Kunden ab sofort außerdem den Vorteil, ihre Bauvorhaben mit kürzeren Planungszeiten realisieren zu können, denn die gültige DIBt-Zulassung sorgt für eine allgemeine Anerkennung durch die bauaufsichtlichen Behörden und die Sachversicherer. Die Nutzer erhalten ein behördlich anerkanntes System, das Umfangreiches Zubehör Protecto Brandschutzlager des Typs „BLS F90“ werden mit Lagerflächen von 1–31 m 2 betriebsfertig angeliefert. Diverses Zubehör, je nach Anwendungsfall, rundet das Angebot ab und bietet universelle Möglichkeiten. Optional erhält der Anwender praxisgerechte Ausstattungsvarianten, wie Leuchten, technische Lüftung, Luftstromüberwachung, Heizkörper, Türfeststellanlage, Gaswarnanlage, Auffahrrampe oder Fachbodenregale. ihnen das Genehmigungsprozedere erleichtert und eine schnelle Inbetriebnahme ihres Gefahrstofflagers ermöglicht. (eli) www.protecto.de IMPRESSUM vereinigt mit BioTec erscheint 2017 im 51. Jahrgang, ISSN 0175-5315 Redaktion Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli) Tel.: 06131/992-325, E-Mail: e.linder@vfmz.de (verantwortlich für den redaktionellen Inhalt) Redaktion: Dipl.-Chem. Katja Friedl (kf), Tel.: 06131/992-336, E-Mail: k.friedl@vfmz.de Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro), Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de Dipl.-Ing. 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