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Verfahrenstechnik 3/2015

Verfahrenstechnik 3/2015

Ganz einfach zum

Ganz einfach zum Wunschgewicht Zuverlässiges Portionieren von Gemüsekonserven Ein spanischer Hersteller füllt jährlich mehr als 2000 t Oliven in Gläser, Dosen oder Plastikbehälter ab und bereitet sie für den Export vor. Von den rund 80 Mitarbeitern erfordert dies stets höchste Konzentration und präzises Arbeiten. Das Unternehmen stand 2013 vor der Herausforderung, den Prozess des manuellen Befüllens der Verpackungen zu optimieren. Eine vernetzte Lösung erhöht nun den Durchsatz und gibt Auskunft über die Effizienz einzelner Arbeitsplätze. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage in Spanien und Europa hat sich der andalusische Hersteller Palmoliva mit Sitz in Cordoba dem Grundsatz verschrieben, Innovationen rund um seine Produkte zu schaffen. Ein Fokus des Herstellers liegt deshalb seit einiger Zeit auf dem variantenreichen Befüllen von Oliven, etwa mit Paprika, Sardellenpaste, Knoblauchzehen und vielen anderen Nahrungsmitteln, was eine Modernisierung der Verpackungslinie erforderlich machte. Die Verantwortlichen implementierten einen flexibleren Prozess, um sich auf die individuellen Wünsche einzelner Kunden flexibel einstellen zu können. Dazu wurden die Fertigungslinie bestehend aus zehn Tischen für die Produktverarbeitung sowie die Förderbänder zum Transport der Gefäße modernisiert. Auch die Dosieranlage für die Salzlake, der Pasteurisator zum Abtöten von hitzeempfindlichen Mikroorganismen sowie Etikettierer, Chargenbilder und Heizungsraum befinden sich auf dem neuesten Stand der Technik. „2012 haben wir beschlossen, in einem zweiten Schritt den manuellen Prozess des Befüllens der Produktgefäße zu optimieren. Früher lag es in der Verantwortung unserer Bediener, artikelabhängig die richtigen Füllgewichte und Toleranzen an den alten, nicht vernetzten Waagen einzustellen. Dieser Prozess war sehr anfällig für Bedienerfehler“, erklärt María del Carmen Nieto, Geschäftsführerin von Palmoliva. „Unser Ziel war es deshalb, die Qualität des Produktionsprozesses weiter zu erhöhen, Giveaways zu reduzieren und eine Möglichkeit zu schaffen, den Lohn der Angestellten gemäß ihrer erbrachten Leistung zahlen zu können.“ Toleranzgrenzen ausloten Nach intensivem Auswahlprozess entschied sich Palmoliva für eine Lösung von Bizerba, die das Portionieren von Oliven und anderen Gemüsekonserven wie Essiggurken deutlich vereinfacht. „Keiner der lokalen Wettbewerber im spanischen Markt konnte dieses hohe Maß an Integration in die EDV leisten – ein Aspekt, der schließlich ausschlaggebend für unsere Entscheidung war.“ Im Zuge des Modernisierungsprozesses installierte Bizerba im Januar 2013 40 Waagen am Standort Palma del Rio. Sie sind über die Schnittstelle Connect.Brain mit 18 VERFAHRENSTECHNIK 3/2015

LEBENSMITTEL- UND PHARMATECHNIK I TOP-THEMA 40 Industrie-Terminals Typ es10 verbunden, die die Lastaufnehmer steuern und Schnittstelle zur EDV sind. Auf den Terminals läuft die Bizerba Software PortionControl. Sie verwaltet sämtliche Mitarbeiternamen, Artikeldaten, Tara-Werte und Toleranzgrenzen und schickt diese an die Waagen. Gleichzeitig registriert die Software jede Wägung und erstellt Statistiken, mit deren Hilfe die Produktionsleiter Prozesse beurteilen und optimieren können – beispielsweise die Effizienz der Belegschaft. Da das System in einer anspruchsvollen hygienischen Produktionsumgebung funktionieren und viel Feuchtigkeit aushalten muss, verfügt es über die hohe Schutzart IP68. So ist der Produktionsfluss über das Terminal auch bei Nässe, Staub oder aggressiven Substanzen jederzeit gewährleistet. Grafische Unterstützung Nach Bestelleingang werden die Olivenkonserven sortenrein produziert. Zu Beginn lässt sich das Produkt am Bedien-Terminal aufrufen und der PC schickt die genauen Toleranzangaben an die Waagen. Dann beginnt die eigentliche Kommissionierarbeit: Die Angestellten füllen die Oliven ein und legen sie vor sich auf die Waage, wobei das Display das Gewicht der Portion anzeigt. Grafische Balken lassen den Mitarbeiter auf Anhieb erkennen, ob seine Portion zu leicht oder zu schwer ist und er entsprechend agieren muss, um das Sollgewicht zu erreichen. „Das ermöglicht eine deutlich schnellere Kommissionierung”, erklärt Dieter Conzelmann, Director Industry Solutions bei Bizerba. „Schließlich registrieren Mitarbeiter grafische Signale oft schneller als klassische, numerische Gewichtsangaben.” Bei Sollgewicht drückt der Angestellte eine Taste, sodass das System den Wäge-Vorgang registriert. Er stellt die Ware anschließend zur weiteren Verarbeitung auf ein Förderband. Auf Wunsch von Palmoliva konnte Bizerba die Firmware der 40 Terminals so verändern, dass jeweils zwei Bediener ein Terminal verwenden und demnach bis zu 80 Mitarbeiter gleichzeitig mit dem System arbeiten können. „Die Software PortionControl dokumentiert alle Vorgänge und erstellt aussagekräftige Statistiken, mit deren Hilfe Produktionsleiter ihre Prozesse bestmöglich beurteilen können. Sie erfahren genau, welche Produkte in welcher Menge produziert wurden und wie produktiv die einzelnen Mitarbeiter dabei waren“, beschreibt Conzelmann die Vorzüge der neuen Lösung. „Mit den Erkenntnissen lässt sich die Produktionsplanung so optimieren, dass beispielsweise die Belegschaft optimal ausgelastet ist, also weder über- noch unterfordert ist.“ Alle Informationen sind zudem in einer CSV-Datei speicherbar und auf einen USB- Stick übertragbar. Optimierte Produktion 01 Die Software PortionControl dokumentiert alle Vorgänge und erstellt aussagekräftige Statistiken 02 Mehr als 2000 t eingelegte Oliven und anderes Sauergemüse verarbeitet und verpackt Palmoliva Der Return on Investment (ROI) des Systems hat sich für Palmoliva nach rund zwölf Monaten eingestellt. „Mit der Einführung der neuen Lösung haben wir unsere ursprünglich gesteckten Ziele erreicht. Bizerba unterstützt uns dabei, uns ständig weiterzuentwickeln, was uns zu einem modernen Produktionsunternehmen macht“, freut sich Nieto. „Einerseits ermöglicht uns das System zu kontrollieren, ob alle Chargen, die das Werk verlassen, korrekt befüllt sind, was uns vor teuren Rückläufen schützt. Zudem verhindern wir Überfüllungen, die sich ohne Kontrolle im Laufe der Zeit zu beträchtlichen Materialverlusten summieren würden.“ Auch ist das Unternehmen dank des neuen Systems in der Lage, Produkte bedenkenlos in den Rest von Europa zu exportieren und dabei sämtliche Anforderungen etwa zur Rückverfolgbarkeit mühelos zu erbringen. Obendrein kann Palmoliva die Effizienz von Produktion und Mitarbeitern nun exakt bewerten und hat sein Vergütungssystem auf Basis der Daten, die das Bizerba-System liefert, angepasst. Anuga Foodtec: Halle 10.1, Stand A070, B071 www.bizerba.com VERFAHRENSTECHNIK 3/2015 19 WAM.indd 1 20.02.2015 15:20

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