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Verfahrenstechnik 12/2019

Verfahrenstechnik 12/2019

ARBEITSSCHUTZ I SPECIAL

ARBEITSSCHUTZ I SPECIAL Handling ist entscheidend Richtige Aufstellung von Auffangwannen verhindert Folgeschäden Eine Auffangwanne gehört in vielen Unternehmen zur grundlegenden Sicherheitsausstattung bei der Handhabung von Gefahrstoffen. Egal, ob es sich um Auffang- wannen aus Stahl oder Kunststoff handelt – alle Unternehmen, die Auffangwannen verwenden, sind verpflichtet, diese in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Dies ergibt sich einerseits aus der Arbeitsstättenverordnung und andererseits aus der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Für Letztere hat der Gesetzgeber am 30.04.2019 zahlreiche Änderungen veranlasst, die am 08.05.2019 in Kraft getreten sind. Ein Spezialist für betrieblichen Umwelt- und Arbeitsschutz und Anbieter von Auffangwannen nimmt diese Änderungen zum Anlass, die sachgerechte Handhabung von Auffangwannen in Erinnerung zu rufen. Dies ist insofern von Bedeutung, da eine wesentliche Anforderung der Be trSichV darin besteht, Schutz- und Sicherheitseinrichtungen einer regelmäßigen Kontrolle ihrer Funktionsfähigkeit zu unterziehen und festgestellte Mängel umgehend zu beseitigen. Damit eine Auffangwanne ihre Funktion ordnungsgemäß erfüllen kann, müssen Konstruktion und Bauart dem gewünschten Einsatzzweck entsprechen. Auch bei der Aufstellung und Wartung gibt es einiges zu beachten, um Folgeschäden zu vermeiden. Dabei kommt es maßgeblich darauf an, aus welchem Material eine Auffangwanne gefertigt ist. Richtlinien einhalten Für Stahlwannen mit einem Rauminhalt bis 1 000 l regelt die Stahlwannen-Richtlinie (StawaR) mit spezifischen Angaben, wie mit der sachgemäßen Aufstellung und Wartung umzugehen ist. Auffangwannen aus Kunststoff gelten in Deutschland als ungeregeltes Bauprodukt. Bei Denios verfügen sie über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom Institut für Bautechnik (DIBt). Dort sind Bestimmungen zu Aufstellung und Wartung definiert. In vielen Fällen treten Beschädigungen als Folge unsachgemäßer Handhabung auf. Dabei können bereits bei Aufstellung der Auffangwanne einige Maßnahmen ergrif­ fen werden, damit das Produkt lange zuverlässig Dienste leistet. Beispielsweise sollten Auffangwannen so aufgestellt werden, dass sie kein Niederschlagswasser aufnehmen können. Zudem sollte die Wanne nur auf ebenen und festen Flächen stehen und keinen manuellen Beschädigungen ausgesetzt werden. Die vorgeschriebene Traglast sollte nicht überschritten und ggfs. mit einem gut sichtbaren Hinweis kenntlich gemacht werden. Empfehlenswert ist es auch, die Gebinde so zu lagern, dass die Auffangwanne jederzeit gut einsehbar ist und eine Leckage leicht erkannt werden kann. Sollte die Funktionsfähigkeit bei einer Kunststoff-Auffangwanne nicht mehr gegeben sein, ist diese sofort nach Vorgabe des DIBt auszusondern. Bei Stahlwannen sieht es anders aus: diese dürfen nach beeinträchtigter Funktionsfähigkeit grundsätzlich wieder instandgesetzt werden. Allerdings müssen diese dann wieder einer erneuten Dichtigkeitsprüfung durch den Hersteller oder Fachbetrieb nach dem Wasserhaushaltsgesetz gemäß §62 AwSV unterzogen werden. Hier bleibt abzuwägen, ob eine Neuanschaffung den Reparaturkosten vorzuziehen ist. Fotos: a_bruno/stock.adobe.com, Denios www.denios.de 36 VERFAHRENSTECHNIK 12/2019

SPECIAL I ARBEITSSCHUTZ Brandschutzlager verhindert Lithium-Großbrand www.denios.de Der Einsatz energieeffizienter Lithium-Ionen-Akkus ist aus vielen Branchen nicht mehr wegzudenken. Von defekten Akkus geht jedoch ein erhöhtes Gefahrenpotenzial aus, das bei fehlenden Schutzmaßnahmen zu verheerenden Folgen führen kann. Bei einem niederländischen Unternehmen mit Sitz in Appeldoorn wurde der Ernstfall im Dezember 2018 zur Realität: am Abend des 14.12. sind in einem Lagerabschnitt einer Produktionshalle durch einen Kurzschluss ca. 200 Lithium-Batterien in Brand geraten. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Löschfahrzeugen an. Es stellte sich heraus, dass sich der Brand im Inneren eines Denios Brandschutzlagers ereignete, in dem die Lithium-Akkus gelagert wurden. Das Brandschutzlager verhinderte ein Übergreifen des Brandes innerhalb des Gebäudes, da es extra für die Anforderungen brandgefährdender Stoffe entwickelt wurde. So gab es keine Verletzten und es konnten größere wirtschaftliche und ökologische Schäden verhindert werden. Paletten dreiseitig etikettieren ohne Schutzzaun Der Palettenetikettierer AP182 kennzeichnet Paletten mithilfe eines schwenkbaren Applikatorkopfes an bis zu drei unterschiedlichen Seiten. Sieben triggerbare Verfahrwege ermöglichen nicht nur eine GS1-konforme Palettenkennzeichnung auf Stirnseite und Seite, sondern auch die Etikettierung von einer Seite mit zwei verschiedenen Etiketten. Zudem ist die dreiseitige Etikettierung von Paletten (Stirn, Seite, Rückseite) möglich. Möglich sind Spitzengeschwindigkeiten von 120 Paletten pro Stunde bei der zweiseitigen und 90 Paletten pro Stunde bei der dreiseitigen Kenn- zeichnung. Da die Maschine aufgrund ihrer eigensicheren Bauart weder Schutzzaun noch Schutzabschrankung benötigt, reduziert die Anlage nicht nur Kosten, sondern auch Kundenaufwand. Bereits die Standardvariante beinhaltet besondere Features wie elektrischer Schieber, federgelagerter Stempel zur optimalen Applikation des Labels, Anschlussmöglichkeit eines Scanners zur Barcodekontrolle sowie Verwendbarkeit von Rollen mit 350 mm Durchmesser. www.bluhmsysteme.com Filteranlage in W3-Ausführung Die universelle Absauganlage FEX 3000 von IVH Absaugtechnik ist jetzt auch in einer W3-Ausführung verfügbar. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) hat die Anlage nach den ent - sprechenden Vorschriften (DIN EN ISO15012-1 und DIN EN ISO15012-4) geprüft und das Gerät zertifiziert. Dieses Zertifikat ermöglicht das Betreiben der Absauganlage auch beim Schweißen von Edelstählen (Chrom-Nickel-Stählen) im Umluftbetrieb, d. h. die gereinigte Luft darf dem Arbeitsraum wieder zurückgeführt werden. So kann das System auch aus energetischer Sicht sehr effizient verwendet werden. Der mehrstufige Filteraufbau der Filtrationsstufen M, F, H und Aktivkohle wird durch einen Streckmetallfilter ergänzt, der als Funkenschutz zur Vermeidung von Brandgefahr dient. Die Anlage wurde zur Absaugung von Laserrauch, Schweiß- und Lötrauch, Stäuben, Schneiderauch sowie Dämpfen und Lösungsmitteldämpfen konzipiert. Nun erweitert das Absaugsystem FEX 3000 seinen Einsatzbereich um die Beseitigung und Filtration von Schweißrauch bei der Bearbeitung von Edelstählen. Beständig. Sicher. Lagern. Jetzt Katalog anfordern Ihr Umweltpartner für sicheres Lagern Gefahrstoffcontainer ∙ Auffangwannen Sicherheitsschränke ∙ Tankanlagen ∙ Pumpen www.ivh-absaugtechnik.de www.verfahrenstechnik.de www.protecto.de

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Verfahrenstechnik Handbuch Prozesstechnologie 2019