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Verfahrenstechnik 12/2016

Verfahrenstechnik 12/2016

MESSEN, REGELN,

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN Mehr Information, mehr Nachhaltigkeit Analysieren, Visualisieren und Freigeben von Daten aus allen Betriebsbereichen Christoph Papenfuss Als sich die neue Heineken-Brauerei in Sevilla, Spanien, langsam aber sicher ihren technologischen Grenzen näherte, setzte man dort ein neues Datenanalysetool für die Überwachung von Energie und Wasser ein, um die Nachhaltigkeit über die technologischen Grenzen hinaus zu steigern. Im Jahre 1864 in Amsterdam gegründet, ist Heineken mit Niederlassungen in 71 Ländern und mehr als 250 Marken die Nummer 1 unter den Braukonzernen in Europa und die Nummer 3 weltweit. Nachhaltigkeit ist für Heineken schon immer ein Kernanliegen gewesen. Die Heineken España Brauerei im spanischen Sevilla ist die erste Autor: Christoph Papenfuss, Regional Manager, OSIsoft Europe GmH, Frankfurt/M. in Westeuropa von Heineken 2006 auf einer grünen Wiese errichtete Brauerei. Heute ist sie die größte sogenannte „Greenfield- Brauerei“ Europas mit einer Kapazität von 5,2 Mio. hl. Als Ersatz für die La Cruz del Campo Brauerei erbaut, wurde sie in vielen Aspekten optimiert und arbeitet wesentlich effizienter als die alte Brauerei. Als Teil seiner kontinuierlichen Nachhaltigkeitsanstrengungen hat Heineken 2010 einen umfassenden 10-Jahres-Nachhaltigkeitsplan ins Leben gerufen, der alle Aspekte seiner Betriebsabläufe abdeckt. Für die Brauerei in Sevilla bedeutete dies, gegenüber dem Niveau von 2008 den Wasserver- brauch um 25 % und die CO 2 -Emissionen um 40 % zu reduzieren. Als sich 2012 die Sevilla-Brauerei langsam ihren technologischen Grenzen näherte, erkannte man, dass man neue Instrumente brauchte, wenn man die für 2020 gesteckten Ziele einhalten wollte. „Wir wussten, dass wir bald an technologische Grenzen stoßen würden. Uns war klar, dass wir für eine Weiterentwicklung ein Reporting-System für die Überwachung von Energie- und Wasserverbrauch benötigten, denn wir haben 80 % unserer Zeit mit dem Sammeln von Informationen und 20 % mit deren Analyse verbracht, während es genau umgekehrt sein sollte“, erläutert Consuelo Carmona Miura, Projektmanagerin für das Energiemanagement bei Heineken España. „Vor zwei Jahren haben wir begonnen, nach Monitoring-Lösungen für Energie und Wasser zu suchen, aber keine konnte mich überzeugen. Als ich schließlich das PI-System sah, sagte ich mir, das ist genau das, was ich suche. Es ist äußerst flexibel, man kann Modifikationen am System ohne Hilfe durch den Hersteller durchführen und es ist für jeden zugänglich – deshalb haben wir uns für das PI-System entschieden.“ Strukturierte Daten 2012 hat Heineken España das PI-System in seiner Brauerei in Sevilla installiert. Darüber hinaus hat man sich für das Asset Framework (AF) als Kernstück der Lösung entschieden. „Wir haben beschlossen, dass das AF als Basis für alles dienen sollte, was im PI-System entwickelt wird“, erklärt Miura. „Wir haben viele Silos, nicht-intuitive Signalbezeichnungen und eine Menge Geräte über die verschiedenen Prozesse hinweg – AF ist ein flexibles Asset-Modell, mit dem wir die Daten für unser PI-System organisieren und strukturieren können.“ Neben der Möglichkeit, Daten zu organisieren und benutzerfreundlicher zu machen, hat AF der Sevilla-Brauerei bessere Berechnungen beschert. Sind Maschinen jetzt einmal in AF definiert, so sind die primären Nachhaltigkeitsattribute (Strom, Wasser und thermische Energie) ebenfalls definiert. Dies bedeutet, dass Nachhaltigkeitsdaten für jede einzelne Anlage und als Rollup-Daten über ganze Geschäftsbereiche hinweg zur Verfügung stehen: n als absolute Werte in Echtzeit n als Gesamtwerte pro Schicht, Tag oder Woche n als wöchentliche und monatliche Verhältniswerte für Wasser, Strom und thermische Energie pro Hektoliter gebrautem Bier Darüber hinaus konnte die Sevilla-Brauerei mithilfe von AF ihre Daten und Nachhaltig- 36 VERFAHRENSTECHNIK 12/2016

NEWSLETTER Der E-Mail-Service für Verfahrens ingenieure in der Prozessindustrie. Aktuelle und branchenüber greifende technische Informationen über Anlagen, Komponenten und Systeme. Die Brauerei wurde 2006 auf der grünen Wiese errichtet keitswerte nach Nutzerrollen gruppieren. Damit können Nutzer die Daten für ihren Verantwortungsbereich in einer Struktur sehen, die sie auch verstehen. Genaue Analyse „Obwohl das PI-System noch nicht so lange in der Sevilla-Brauerei installiert ist, konnten wir bereits eine Menge Vorteile ausmachen. Durch das PI-System sind Informationen leichter zugänglich. Jetzt verbringen wir 10 % unserer Zeit mit der Akquisition der Daten und können diese den Rest der Zeit in Ruhe analysieren – die Situation, die wir vor einigen Jahren gesehen haben, hat sich genau ins Gegenteil verkehrt“, erklärt Miura. Das PI-System hat auch die Datenqualität verbessert. „In der alten Software fehlten uns Effizienzdaten, Verhältniswerte, historische Werte und Flexibilität bei der grafischen Darstellung. Jetzt können wir in Echtzeit unsere Effizienz, den Energieverbrauch, Druck-, Durchsatz- und Effizienzwerte der letzten 24 h, der letzten Woche und des letzten Monats kontrollieren.“ Und da das PI-System einfach zu beherrschen ist, konnte die Sevilla-Brauerei ihre Daten weiteren Benutzern zuführen. „Jede Abteilung muss für ihren eigenen Verbrauch Verantwortung tragen“, so Miura. „Mit dem PI-System ist es wirklich einfach, maßgeschneiderte Bildschirmansichten zu entwickeln und den Verbrauch in Echtzeit zu steuern. Deshalb haben wir uns für das PI-System entschieden – man muss kein Spezialist sein, um es zu benutzen und man kann seine eigenen Darstellungen und Berichte in wenigen Minuten entwickeln.“ Alles in Echtzeit Dank verbesserter Daten und der Möglichkeit, Nachhaltigkeitswerte in Echtzeit zu verfolgen, kann die Sevilla-Brauerei ihre Betriebsparameter in Echtzeit mit den für das Jahr vorgegebenen Nachhaltigkeitszielen wie auch historischen Prozesswerten abgleichen und dynamische Prozessanpassungen vornehmen. Im Rahmen der nächsten Implementierungsphase plant die Sevilla- Brauerei, von festen auf dynamisch angepasste Jahresziele umzusteigen, die sich automatisch und in Echtzeit auf aktuelle Produktions- und Klimabedingungen anpassen. Neben einem besseren Zugriff auf Echtzeitdaten hat das PI-System der Sevilla- Brauerei neue Instrumente für die Diagnose und Behebung von historischen Problemen beschert. „Wir verwenden PI-Datalink und PI-Processbook für die Analyse historischer Probleme. Mit dem Playback lassen sich Vorgänge der Vergangenheit sekundenweise analysieren. So können wir die Ursachen von Problemen identifizieren“, freut sich Miura. „Für die Zukunft liegt für uns der Schlüssel darin, eine tägliche Analyse auf Basis der bereitgestellten Daten vorzunehmen und rasch entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, so Miura. „Mit dem PI-System können wir rasche Reaktionen auf jede Abweichung bekommen und Effizienzverluste antizipieren. Das PI-System hilft uns hierbei enorm.“ Fotos: Fotolia, Osisoft www.osisoft.de Jetzt kostenlos anmelden! IMMER AKTUELL INFORMIERT http://bit.ly/News_VFV

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