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Verfahrenstechnik 12/2016

Verfahrenstechnik 12/2016

VERFAHREN UND ANLAGEN

VERFAHREN UND ANLAGEN Acht Hebel in Bewegung Performance Consulting steigert Effizienz im Tablettierprozess Britta von Selchow Performance Consulting stellt tägliche Routinen auf den Prüfstand: Häufig führen bereits kleine Änderungen an der Tablettenpresse oder am Produktionsprozess zu langfristigen Einsparungen. In der Pharmaproduktion ist und bleibt Effizienz das Gebot der Stunde. Der Kostendruck in den Gesundheitssystemen der Industrienationen steigt weiter. Gleichzeitig wächst in den Pharmerging Markets die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Medikamenten. Effiziente Produktionsprozesse sind dabei für Hersteller von Originalpräparaten und Generika ebenso wie für Lohnfertiger ein zentraler Wettbewerbsfaktor. In den Prozessen steckt oft noch ein erhebliches Potenzial zur Leistungssteigerung – es müssen nur die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt werden. Genau darauf hat sich das Performance Consulting von Fette Autorin: Britta von Selchow, Head of Training & Consulting, Fette Compacting GmbH, Schwarzenbek Compacting spezialisiert. Die Beratung unterstützt Anwender dabei, verborgene Leistungsreserven in der Tablettierung zu entdecken und langfristig Kosten einzusparen. Die Tablettenpresse soll mehr Ertrag bringen, die Reinigungszeiten könnten kürzer sein, ungeplante Stillstandszeiten sollen deutlich reduziert werden – das sind mögliche Ziele für die Leistungsoptimierung. Allerdings kann die Suche nach dem richtigen Ansatz für Anwender sehr aufwändig werden, wenn etwa die Performance der Maschine nachlässt oder ein Prozess nicht so läuft, wie er soll. Dann ist ein Blick von außen hilfreich, um das Problem schnell und gezielt zu lösen. Fette Compacting hat dafür das erforderliche Know-how gebündelt und bietet seinen Kunden spezifische Consulting-Pakete an. Die Berater bedienen insgesamt acht solcher „Hebel“, um die Performance in der Tablettierung zu erhöhen. Analyse vor Ort Das Performance Consulting beginnt in der Regel mit der Anfrage eines Kunden beim Vertrieb oder direkt bei den Beratern. Der Kunde hat oft bereits ein konkretes Anliegen, etwa den Output zu erhöhen oder das Kleben von Tabletten zu verhindern. Fette Compacting geht dann nach der Erfassung der technischen und produktionsbezogenen Daten direkt zur Analyse vor Ort (onsite) über. Dort sehen sich die Berater die Tablettenpresse während der Produktion genau an. Je nachdem, wo das Problem liegt, tauschen sie testweise Maschinenteile aus und ändern einzelne Parameter, bis die Maschine die optimale Leistung erbringt. Die Dauer einer Vor-Ort-Analyse variiert je nach Anfrage. Sie setzt in einfachen Fällen ab einem Tag an – wenn es zum Beispiel darum geht, die Betriebszeit durch aktives Werkzeugmanagement zu optimieren. In komplizierteren Fällen, vor allem bei der Ermittlung von Ursachen für Qualitätsprobleme, nimmt die Analyse vor Ort bis zu vier Tage Zeit in Anspruch. Danach wird ein Reporting erstellt und mit dem Kunden eine preisverbindliche Zielvereinbarung getroffen. Sollte ein Ziel nicht in vollem Umfang erreichbar sein, sinken auch die Consulting-Kosten entsprechend. 12 VERFAHRENSTECHNIK 12/2016

Anwender, die oft Stempelformate austauschen müssen, können durch den richtigen Einsatz eines Wechselrotors erhebliche Reinigungszeit einsparen Benefit Output erhöhen Qualität verbessern Ertrag erhöhen Betriebszeit optimieren Hebel zur Performancesteigerung verbesserte Abstimmung der Tablettenpresse auf das Produkt Identifizierung von Ursachen für Qualitätsprobleme (zum Beispiel alle Formen von Tablettenkontamination sowie Härte-/Gewichtsschwankungen) Identifizierung der Ursachen für Produktverluste Reduzierung der Reinigungs- und Umrüstzeiten Reduzierung der Zeit für das Werkzeugmanagement Reduzierung der ungeplanten Stillstandszeiten durch aktives Wartungsmanagement Reduzierung der ungeplanten Stillstandszeiten durch Ersatzteilmanagement inklusive FMECA (failure mode, effects and critically analysis) Fähigkeiten der Mitarbeiter verbessern Darstellung von Benefit und Hebel zur Performance-Steigerung Routinen auf dem Prüfstand Die Suche nach der im Einzelfall besten Lösung muss nicht immer zu einer umfangreichen Maschinenoptimierung führen. Häufig genügt eine kleine Veränderung in der täglichen Routine, um beachtliche Einsparungen zu erzielen. Zum Beispiel setzte ein Anwender aus der Pharmaindustrie gewohnheitsgemäß mehrere Chargen lang hintereinander dasselbe Stempelformat ein. Die nächste Charge musste warten, bis dieser eine Stempelsatz komplett gereinigt war. Stattdessen wurde dem Kunden empfohlen, den Wechselrotor zu nutzen, über den er sowieso verfügte. Anwender können mit solch einem Rotor auf Basis wechselbarer Segment- und Matrizenscheibenpakete die Maschine schnell auf unterschiedliche Formate umrüsten. In dem genannten Beispiel folgte der Kunde der Empfehlung und wechselte regelmäßig die Stempelformate. Während ein Format noch gereinigt wurde, konnte bereits das nächste in Betrieb gehen. Dadurch ergab sich eine Einsparung von 1,5 Stunden pro Reinigung. Im Jahr sind das bei 800 Reinigungen insgesamt 1200 Personalstunden oder umgerechnet 60 000 EUR. Dem gegenüber standen einmalige Kosten von 9950 EUR für das Consulting, das heißt für die Datenerfassung im Vorfeld, die Beratung vor Ort und das anschließende Reporting. In manchen Fällen kommen zur Beratung noch technische Upgrades hinzu – wenn etwa ein Wechselrotor erst angeschafft werden muss. Doch auch dann handelt es sich meist um einmalige Investitionen, die sich zügig amortisiert haben. Ermittlung von Qualifikationslücken in Teams anhand von Einzeltests; individuelles Trainingsangebot, um die Produktionsexellenz zu erhalten Hohe Einsparpotenziale Wie hoch die jeweiligen Einsparmöglichkeiten sind, hängt in erster Linie vom Produkt ab. Ein Beispiel ist die Herstellung von Zwei-Schicht-Tabletten, bei der für eine Tablette zwei unterschiedliche Presskräfte benötigen werden. Die Herstellung ist komplizierter, weil die Komponenten der Maschine präzise auf die Presskräfte abstimmt werden müssen. Produktverluste von bis zu zehn Prozent sind hier durchaus üblich. Bei einer Produktion von Zwei-Schicht-Tabletten erzielte ein Kunde einen Ertrag von 92,5 %. Er wollte den Wert jedoch noch steigern. Dafür überprüften Performance-Berater den gesamten Tablettierprozess. Schließlich konnte der Hersteller durch einen Wechsel der Druckstationen und weiterer Komponenten die Anzahl der Schlechttabletten reduzieren. Er sparte insgesamt 2800 kg Rohstoff pro Jahr ein. Bei einem Kilopreis von 35 EUR ergibt das jährlich 98 000 EUR. Das Investment lag in etwa gleicher Höhe, fiel aber nur einmalig an, während der Ertrag dauerhaft auf 96 % stieg. Bei teureren Produkten kann sogar schon 1 % mehr Ertrag über 1 Mio. EUR Ersparnis bedeuten. Diese Beispiele zeigen, dass Anwender in der pharmazeutischen Industrie auch ohne aufwändige Neuvalidierungen verborgene Leistungsreserven erschließen können. Es müssen nur die richtigen Hebel bei laufenden Prozessen in Bewegung gesetzt werden. Die systematische Performance-Optimierung ist dabei ein wichtiger Baustein zur Effizienzsteigerung. www.fette-compacting.com *ca. 5.750 montierte Förderanlagen zeigen unsere Erfahrung u.a. mehr als 1.880 Rohrkettenförderer: Bei Rohrkettenförderer sind Richtungsänderungen in der Ebene und im Raum möglich. Dadurch sind sie nahezu überall einsetzbar und bei schwierigen räumlichen Bedingungen oftdie einzig mögliche Förderlösung. Lassen Sie sich objektiv zu der für Sie optimalen Förderanlage beraten. Rufen Sie uns an! Schrage GmbH Anlagenbau Bahnhofstraße 40, 26452 Sande Telefon: +49 (0) 44 22 95 12 - 0 E-Mail: info@schrage-gmbh.de www.schrage-gmbh.de Ein Unternehmen der SCHRAGE-Gruppe.

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