Aufrufe
vor 8 Monaten

Verfahrenstechnik 12/2015

Verfahrenstechnik 12/2015

Auf eine gute

Auf eine gute Zusammenarbeit Chemieunternehmen nutzt Global-Engineering-System für Informationsaustausch In Zusammenarbeit mit einem Chemieunternehmen hat ein Software- Hersteller eine maßgeschneiderte Lösung entwickelt, die allen Anforderungen des Kunden entspricht. Sie trägt wesentlich zur besseren Kooperation der Unternehmensbereiche bei und sorgt aufgrund der höheren Effizienz für Kosteneinsparungen, die über die Implementierungskosten hinausgehen. Eastman Chemical Company verdankt seinen Erfolg Investitionen in zuverlässige, innovative Lösungen. Als etwa in den späten 1980er Jahren kein Zeichnungsverwaltungssystem den Anforderungen des Unternehmens gerecht werden konnte, entwickelte Eastman ein eigenes. So entstand die branchenführende RDCP (Record Drawing Change Process)-Software, die dem Unternehmen 25 Jahre lang wertvolle Dienste leistete. Doch mit der Zeit war Eastman auf eine höhere Informationssicherheit und -zuverlässigkeit sowie auf eine kostengünstigere Software-Wartung angewiesen. Die neue Lösung wurde auf Basis der Bentley- Plattform Projectwise erstellt. chen wie Entwicklung und Konstruktion, Wartung und Zuverlässigkeit, Betrieb und Support, Beschaffung und Immobilien erfolgreich verwaltet“, erklärt Jan Shumate, Director bei Eastman Chemical Company. „Wir benötigten ein Entwicklungsinformationssystem, das mit dem Unternehmen mitwächst, einen Mehrwert bietet, keine ausufernden Lebenszykluskosten verursacht und unsere Funktionsanforderungen erfüllt“, erläutert Shumate. Darüber hinaus musste die Informationssicherheit verbessert werden, um die internen Sicherheitsrichtlinien einzuhalten. Hierbei sollten standardmäßige Zugriffssteuerungsfunktionen und benutzerdefinierte Features verwendet werden. Gleichzeitig musste Eastman seine bestehenden Entwicklungs- und Konstruktionsprozesse aufrechterhalten, einschließlich der internen Microsoft Sharepoint-Umgebungen und RDCP. Mit der RDCP-Software können mehrere Benutzer die Kopie eines „As-Built“-Hauptdatensatzes auschecken, aktualisieren und/oder überarbeiten und Benutzerdefiniertes Dokumentenverwaltungssystem Jahrelang konnte Eastman die Dokumente für benutzerdefinierte Systeme mit dem eigenen RDCP-Zeichnungsverwaltungssystem – in Verbindung mit Workflow-Management und unternehmensweiten CAD- Standards – verlässlich auf dem neuesten Stand halten. „Wir haben rund 4 Mio. Dateien für weltweit 2500 aktive Nutzer aus Berei­ 01 Die „As-Built“-Hauptdatei ist immer auf dem neuesten Stand 26 VERFAHRENSTECHNIK 12/2015

TITEL I MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN Herr Gerke, auf der Achema 2015 waren viele Besucher fasziniert von Ihren Präsentationen. Was wurde da gezeigt? Wir haben fortschrittliche Lösungen für Informationsmobilität und Realitätsmodellierung vorgestellt. Die neue Bentley-Applikation Navigator Connect Edition wurde vorgeführt, sodass sich die Besucher ein Bild davon machen konnten, wie Techniker, Bediener und Instandhaltungsmitarbeiter mit 3-D-Modellen schnell und effizient auf Informationen zugreifen und mühelos den Projektstatus überwachen können. Bei der neuesten Occulus Rift- Technologie tauchten die Besucher in das Innere eines 3-D-Modells ein. Die Technologie wird eingesetzt, um die Interaktion mit der digitalen Welt auf eine neue Ebene zu heben. Projektteams können Optionen innerhalb des virtuellen Modells besprechen und erörtern; Bediener und Instandhaltungsmitarbeiter werden im Umgang mit Anlagen geschult, die erst mehrere Monate später im Werk aufgestellt werden. Darüber hinaus gab es einen Ausblick auf bald verfügbare Funktionen zur Halterung von industriellen Rohrleitungen innerhalb der Anlagenplanungslösung 02 Carsten Gerke, Vice President Professional Services bei Bentley Systems, Ismaning Openplant. Mit Openplant Support Engineering können die Entwickler komplexe Stützelemente und Stützeinrichtungen für Rohrleitungen, elektrische Komponenten und HLK-Anlagen im Handumdrehen modellieren und positionieren. Stichwort Interoperabilität: Wie treiben Sie bei Bentley Systems dieses Thema voran? Interoperabilität – also das Zusammenarbeiten unterschiedlichster Systeme – kann man auf verschiedenen Ebenen betrachten, die alle von Bentley abgedeckt werden. Zum einen gibt es eine Vereinbarung zwischen Bentley und Autodesk über das gegenseitige zur Verfügung stellen von Programmbibliotheken. Dieses wird seit einigen Generationen von Microstation und Projectwise genutzt, um native dwg-Daten zu lesen, zu schreiben und zu verwalten. Darüber hinaus ermöglicht Bentleys i-Model-Technologie, Grafik und Business Intelligence unterschiedlichster Systeme und Anbieter zusammenzufassen und für spätere Bearbeitungsschritte zur Verfügung zu stellen. Für den Anlagenbau baut unsere Lösung Openplant auf dem Industriestandard ISO15926 als Datenmodell auf. Dies ermöglicht‚ intelligente Daten auf eine nicht proprietäre Weise zu halten und auszutauschen. Somit wird dem Anwender die Oberhoheit über seine Daten zurückgegeben und ein Höchstmaß an Interoperabilität erreicht. Eine praktische Implementierung dieses Prinzips stellt die Interoperabilität zwischen Bentleys Openplant und der Siemens-Lösung Comos dar. (eli) mit nahtlosen Aktualisierungen wieder einchecken. Bei anschließenden Aktualisierungen derselben Zeichnung muss stets die neueste Version erkannt werden. So wird sichergestellt, dass die „As-Built“-Hauptdatei immer auf dem neuesten Stand ist. „Unter anderem spielte aufgrund unseres globalen Wachstums die Interoperabilität mit den Anwendungen und Dateitypen anderer Anbieter eine wesentliche Rolle“, fügt Shumate an. „Und wegen der Verlagerung auf datenzentrierte Entwurfsprozesse und -anwendungen kam es entscheidend darauf an, dass unsere Lösung neben CAD-Zeichnungen noch weitere Arten von Informationen verarbeiten kann. Kundenanforderungen erfüllt Projectwise erfüllte jedoch nicht alle Bedürfnisse sofort. Zu den gewünschten Anpassungen gehörten die aktive Einbindung des individuellen RDCP von Eastman, die Integration in interne Sharepoint-Umgebungen und die Anwendung interner Informationssicherheitsrichtlinien. Dazu bot Bentley eine Benutzerschulung an und beteiligte sich an eingehenden Tests, der Systemmigration und der unternehmensweiten Implementierung. Es wurden individuelle Sicherheitsfunktionen entwickelt, die der Eastman-Nomenklatur und den internen Sicherheitsrichtlinien entsprachen. Mit diesen Funktionen sicherte Eastman die nahtlose Integration in die Lösungen externer Geschäftspartner, die in der Projectwise- Umgebung arbeiten. Bentley stellte eine maßgeschneiderte Lösung bereit, die alle Anforderungen und Erwartungen des Unternehmens erfüllte. Die Lösung wurde bis Mai 2014 für 13 Standorte implementiert. „Wir haben alle Dateien in einem Zeitraum von 12 Monaten außerhalb der Geschäfts- und Betriebszeiten migriert“, erklärt Shumate. „Die Datenintegrität war äußerst wichtig. Gleiches galt für den nahtlosen Übergang und die konstante Systemleistung.“ Zwischen den Migrationsdurchgängen wertete Eastman die Systemleistung aus und machte sich gemeinsam mit Bentley an die Behebung von Problemen, um das Optimum aus der Lösung herauszuholen. Inzwischen ist Projectwise ein integraler Bestandteil des neuen Eastman-Systems für den globalen Austausch von Entwicklungsinformationen. Projectwise unterstützt zahlreiche Dateitypen sowie die Interoperabilität von Softwareplattformen und ermöglicht Live-Verknüpfungen mit externen Anwendungen und Prozessen. Daraus ergeben sich Chancen auf beträchtliche Geschäftsvorteile. Globale Projektzusammenarbeit Die Projectwise-Plattform erleichtert die unternehmensweite Kooperation bei Eastman. Da sie in der modernen IT-Infrastruktur des Unternehmens verlässlich funktioniert, kann die IT-Abteilung ordnungsgemäße Backups und Wartungen sowie die angestrebte Netzwerkleistung sicherstellen. Mit den integrierten Kooperationswerkzeugen von Projectwise können Mitarbeiter und Geschäftspartner weltweit mit entsprechender Berechtigung auf alle Arten von Informationen zugreifen. Für eine effektive Zusammenarbeit müssen Entwickler und Designer also nicht mehr im selben Raum sitzen. Sie müssen sich nicht einmal auf dem gleichen Kontinent befinden. Auch seine Produktivität – und das Geschäftsergebnis – konnte Eastman mithilfe von Projectwise steigern. So sind etwa die Lebenszykluskosten der Software niedriger, da die IT-Infrastruktur schlanker ausfällt und der jährliche Supportaufwand sich verringert. „Diese Effizienzen ergeben sich aus der Single-Sign-on-Funktionalität, dem Stapeldruck umfassender Zeichnungspakete, den automatischen Uploads in investitionsintensive Sharepoint-Umgebungen und den Titelblockverknüpfungen zwischen Projectwise- und Microstation- Umgebungen“, bemerkt Shumate. „Hinzu kommt, dass Benutzer ein breites Spektrum an Dateitypen einfach hochladen und sofort zur Verfügung stellen können, sodass sicher darauf zugegriffen werden kann.“ Bilder: Fotolia, Bentley www.bentley.de VERFAHRENSTECHNIK 12/2015 27

Ausgabe