Aufrufe
vor 7 Monaten

Verfahrenstechnik 11/2017

Verfahrenstechnik 11/2017

TOP-THEMA I KOMMENTAR

TOP-THEMA I KOMMENTAR Industrie 4.0 – Chancen für die Prozessindustrie austauschs Technik im September. 200 Ingenieure aus der Verfahrenstechnik, Automatisierungstechnik und Instandhaltung der IGR-Mitgliedsfirmen und externe Referenten diskutierten über die aktuellen Herausforderungen. Klar wurde, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit eine wachsende Bedeutung für den digitalen Wandel in der Prozessindustrie hat. Planer, Konstrukteure, Anlagenbauer, Betreiber und Instandhalter werden daher immer enger zusammenarbeiten, IT-Technologien werden in der Produktion an Bedeutung gewinnen. Bisher vorhandene proprietäre Lösungen bei der Verwendung von Geräte- und Diagnosedaten erfüllen nicht die Anforderungen der Anwender nach Einfachheit, Durchgängigkeit, Standardisierung und IT-Security. Dies betrifft Feldgeräte genauso wie Pumpen oder Wärmetauscher. Schließlich müssen alle Kompo nenten einer prozesstechnischen Anlage Industrie-4.0-tauglich sein und vernetzt werden. Dazu braucht es aber auch einheitliche Standards und offene Strukturen, wie zum Beispiel NOA – Namur Open Architecture, die Daten der bisherigen Welt der Kernautomatisierung durch offene Schnittstellen wie OPC-UA in die Systemwelt für Monitoring- und Optimierungsaufgaben exportieren. Durch geeignete Security-Maßnahmen Dipl.-Ing. Thomas Grein, Interessengemeinschaft Regelwerke Technik (IGR) e. V., Frankfurt/M. Globalisierung und Digitalisierung von Wertschöpfungsketten fordern Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie heraus. Produktionsweisen und Geschäftsmodelle werden sich grundlegend verändern. Um vernetzte Anlagen auch in der Praxis verfügbar und sicher zu betreiben, sind einheitliche Standards beim Datentausch wichtiger denn je. Hierzu errichtet die IGR eine Testplattform. Zudem gilt es, Risiken bei der IT-Security zu begegnen. Die Digitalisierung ist auf breiter Front in der Chemie- und Pharmaindustrie angekommen. Immer mehr Unternehmen nutzen digitale Technologien oder sehen sich als Innovatoren digitaler Entwicklungen. Treiber für den digitalen Wandel in der Prozessindustrie sind mehr Ressourcen- und Energieeffizienz sowie höhere Produktivitätsziele. Soweit wie in der Fertigungsindustrie ist man allerdings noch nicht, da in der chemischen Industrie sehr hohe Sicherheitsanforderungen bestehen. Der digitale Wandel benötigt hier deutlich mehr Umsicht und eine den besonderen Erfordernissen angepasste IT-Security. Digitalisierungsstrategien für die Prozessindustrie standen im Mittelpunkt unseres diesjährigen IGR-Erfahrungswie die „Datendiode“ und „Verification of Request“ kann sichergestellt werden, dass die Automatisierungstechnik nicht durch ungewollte Manipulation von außen beeinträchtigt wird. Die IGR installiert zurzeit im Industriepark Höchst eine Demonstrationsund Testanlage. Sie soll realistische Mess- und Diagnosedaten zur Nutzung durch Gerätehersteller, Forschungsinstitute, Softwareunternehmen und Anwender bereitstellen. Insbesondere können prozesstechnische Fehlzustände erzeugt werden, mit dem Ziel, Diagnosesoftware zu überprüfen bzw. anzulernen. Es ist geplant, Industrie-4.0-Komponenten zu testen sowie Standards zur Übertragung von Gerätedaten und IT-Security-Maßnahmen voranzutreiben. Der Betrieb der Testanlage soll zudem die Alltagstauglichkeit von Konzepten zur Messwertverarbeitung sowie Datenanalyse in der Cloud prüfen und optimieren. Frei nach dem Motto: Wir ertrinken in Daten und dürsten nach Wissen. www.igrtechnik.com 36 VERFAHRENSTECHNIK 11/2017

SPS IPC DRIVES I TOP-THEMA Kontaktlose und wartungsfreie Energieübertragung Eine Energieübertragung findet in der industriellen Automatisierung in der Regel mit Steckverbindern statt. Bei dieser „herkömmlichen“ Lösung sind abgebrannte, verbogene oder verschmutzte Kontakte ein häufiger Grund für zeit- und kostenintensive Produktionsausfälle. Das gilt umso mehr für Applikationen, in denen häufige Steckzyklen erforderlich sind. Für diese Art von Applikationen hat Weidmüller die kontaktlose, wartungsfreie Energieübertragung Freecon Contactless entwickelt. Das System erlaubt es, Energie mittels induktiver Resonanzkopplung kontaktlos über einen Luftspalt von bis zu 5 mm zu übertragen – gänzlich verschleißfrei und besonders effizient. Das System überträgt mittels induktiver Resonanzkopplung eine Leistung von 240 W – 24 V DC und 10 A – bei einem Wirkungsgrad von bis zu 90 %. Ein neues Wärmemanagement und der hohe Wirkungsgrad ermöglichen die besonders hohe Leistung. Bei Freecon Contactless wird auf der Primärseite über eine Spule ein magnetisches Feld erzeugt. Der Empfänger besteht ebenfalls aus einer Spule, in der durch das magnetische Feld eine Spannung induziert wird. Sobald an der Spule eine elektrische Last angeschlossen wird, kommt es zum Stromfluss – eine elektrische Leistung wird übertragen. Der aus dem Übertragungsprinzip resultierenden erhöhten Wärmeentwicklung begegnet Weidmüller mit einem Thermomanagement, das die Wärmeentwicklung in handhabbaren Grenzen hält und eine kompakte Bauform des Systems zulässt. Halle 9, Stand 351 www.weidmueller.com Automatisieren außerhalb des Schaltschranks Im Bereich Steuerungstechnik stellt Pilz auf der SPS IPC Drives mit PSS67 PLC die erste sichere SPS-Steuerung mit Schutzart IP67 vor. Durch die vollvergossene Modulelektronik ist diese Steuerung mechanisch besonders robust. Sie lässt sich direkt an der Maschine montieren und benötigt nur wenig Platz. Das reduziert den Verkabelungsaufwand gegenüber Schaltschrank-basierten Systemen deutlich und erhöht die Flexibilität bei der Umsetzung von modularen Anlagen-Architekturen. Zudem stellt das Unternehmen seine neue Sicherheitsschaltmatte Psenmat vor. Eine Weltneuheit ist die integrierte Ortsdetektion, die neue Maschinenbedienkonzepte ermöglicht. Der Werker kann beispielsweise über definierte und markierte Mattenbereiche die integrierte Schalterfunktionalität nutzen und freihändig arbeiten. Psenmat vereint in einem Sensor die sichere Flächenüberwachung mit der Bedienung von Maschinen und Anlagen. Die drucksensitiven Sensoren von Psenmat eignen sich besonders für raue Umgebungsbedingungen mit Blick auf Lichtverhältnisse, Verschmutzung und Abschattung. Halle 9, Stand 370 www.pilz.com Sensorlösungen in der Smart Factory Sick präsentiert intelligente und kommunikative Sensoren und Sensorlösungen für die Smart Factory. Arbeitsstationen können damit ihre Abläufe und Funktionen eigenständig koordinieren. So entstehen Einheiten, die sich selbst organisieren und optimieren. Die Voraussetzung dafür: Neue Funktionalitäten im Sensor, die die benötigten Daten an die Smart Factory liefern. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema Safety. Auf Applikationen abgestimmte Sicherheitssysteme bestimmen mehr und mehr die Zukunft der funktionalen Sicherheitstechnik. Der Hersteller bietet deshalb seinen Kunden einbaufertige Pakete und entwickelt die Komponente zum Sicherheitssystem weiter. Hierin enthalten sind die Hardware samt der kompletten Dokumentation und alle für die Zertifizierung relevanten Informationen. Zudem erweitert der Spezialist diese Systeme um speziell auf die Fertigungsindustrie abgestimmte Sicherheitsdienstleistungen. Halle 7A, Stand 340 www.sick.de Positionssensoren für Ex-Bereiche MTS Sensors hat die Sensoren der Temposonics T-Serie um eine Canbus-Schnittstelle erweitert. Diese ist auch entsprechend der NEC Standards 500, 505 und 506 sowie CEC und auch Atex und IECEx zertifiziert. Weitere wichtige Neuerungen für die T-Serie sind die Zertifikate für explosionsgefährdete Bereiche in den russischen und japanischen Märkten. Die nun verfügbare Canbus-Schnittstelle bietet den Vorteil, dass außer den Positionsdaten weitere Informationen digital und bis auf 2 µm genau übertragen werden können. So können die Statusinformationen im Betrieb überwacht werden und im Fehlerfall stehen umfangreiche Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung. Diese magnetostriktiven linearen Positionssensoren wurden speziell für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen entwickelt, in denen sie bspw. Flammen oder ätzenden Stoffen ausgesetzt sind. Das extrem genaue, berührungslose Temposonics Messverfahren ist besonders für anspruchsvolle Applikationen heutiger Industrieanwendungen geeignet. Halle 7A, Stand 410 www.mtssensors.com VERFAHRENSTECHNIK 11/2017 37

Ausgabe