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Verfahrenstechnik 11/2017

Verfahrenstechnik 11/2017

TOP-THEMA I SPS IPC

TOP-THEMA I SPS IPC DRIVES Smarte Lösungen Das Internet der Dinge beginnt mit einem Sensor Das Internet der Dinge befindet sich täglich um uns herum – unabhängig vom Einsatzbereich ist der Sensor der wichtigste Datenlieferant und somit das Herzstück des IoT-Prozesses. Die Keller AG, ein Hersteller von Drucksensoren, hat zusammen mit internationalen Unternehmen bereits viele smarte, kundenspezifische Gesamtlösungen in diversen Anwendungsgebieten entwickelt. Eine Pegelmessung mit Fernübertragungseinheit ist sehr sinnvoll für Pegeloder Füllstandanwendungen – auch in Biertanks. In dieser Anwendung arbeiten zwei Drucksensoren, die den Flüssigkeitsstand im Tank messen und mit der Fernübertragungseinheit GSM-2, Mobilfunknetz und Internet eine Warnmeldung per E-Mail senden. Diese automatisierte, smarte M2M-Lösung (Machine-to-Machine) reduziert den Betriebs- und Wartungsaufwand erheblich. Neben Wasser und Getränken sind Brennstoffe weitere Flüssigkeiten, die sich ideal für die Verwaltung mit automatisierten, smarten Prozessen eignen. Die Fernüberwachung der Füllstände bei Heizöl-, Diesel- und Benzintanks ist für Mineralölkonzerne eine große Unterstützung. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Mineralöllieferanten das Fernüberwachungssystem Easyoil entwickelt. Der Druck bzw. der Ölstand wird an der untersten Stelle des Tanks gemessen, entsprechend der Tankform der aktuelle Inhalt in Liter berechnet und die Daten via GSM übermittelt. Eine Besonderheit dieser Anwendung ist die kundenspezifische Software. Sie enthält die unterschiedlichsten Daten, die immer wieder aktualisiert werden und so einen optimierten Prozess ermöglichen. Einsatz in Ex-Zonen Bei der Füllstandüberwachung in explosionsgefährdeten Bereichen wird die Fernübertragungseinheit GSM-3 verwendet, der Drucktransmitter, der in einer solchen Umgebung misst, muss eigensicher sein. Die zusätzlich eingebaute Sicherheitsbarriere begrenzt die abgegebene elektrische Leistung des Messsystems innerhalb der explosionsgefährdeten Zone und verhindert auf diese Weise die Entstehung eines Funkens. Explosionsgefahr ist auch ein wichtiges Thema bei Chemikalien. In den Lagern von Chemieherstellern und -distributoren befinden sich zahlreiche verschiedene Chemiefässer mit unterschiedlichsten explosiven Inhalten. Der Füllstand von Chemiefässern wird in den meisten Fällen weder gemessen, noch außerhalb des Fasses optisch angezeigt. Es besteht die Möglichkeit, einen medienverträglichen Schwimmer einzubauen, jedoch reicht dieser nicht aus, um einen sicheren Transport zu garantieren und die Tankinhalte währenddessen permanent zu kontrollieren. Eine permanente Kontrolle ist jedoch sehr wichtig, um eine normengerechte Lieferung zu garantieren. Am Anfang von IoT (Internet of Things) steht immer ein Sensor. Denn nur mit einem Sensor können Dinge Zustände erfassen und Aktionen ausführen. Diese beiden Tätigkeiten sowie die Verbindung zum Netz machen diese Gegenstände ohne menschliche Hilfe intelligent. Drucksensoren beispielsweise sind wichtige Elemente bei der Realisierung von IoT-Lösungen für die Prozessindustrie. Wird zusätzlich zum Füllstand der Innendruck im Fass gemessen, lässt sich kontrollieren, ob das Fass ordnungsgemäß verschlossen ist oder ob es während des Transportes geöffnet wurde. Zudem zeigt die Aufzeichnung, ob das Fass übermäßigen Beschleunigungen ausgesetzt wurde. Der Füllstand wird auch in dieser Anwendung mit zwei Drucksensoren gemessen. Da das Fass unter Druck steht, wird der Differenzdruck zwischen dem Fassdeckel und dem Fassboden ermittelt, womit der Pegel berechnet werden kann. Keller hat eine Lösung entwickelt, die den Tank in seiner ursprünglichen Form belässt. Dazu wurden im Innenbereich des Fasses zwei kompakte Druckaufnehmer der Serie 7 LD eingebaut. Die digitalen Sensoren bieten neben den oben genannten Vorteilen zusätzlich die Temperaturinformation, die für die Überwachung von Chemikalien sehr hilfreich ist. Schließlich übermittelt eine Fernübertragungseinheit die aufgezeichneten Daten. Mit der Anbindung an das Internet of Things können zusätzlich noch weitere Informationen zugänglich gemacht werden, wie beispielsweise der Standort des Fasses. Fotos: Keller, Shutterstock Halle 3A, Stand 419 www.keller-druck.com 34 VERFAHRENSTECHNIK 11/2017

SPS IPC DRIVES I TOP-THEMA Elektronikgehäuse schützen 4.0-Anwendungen Ob Indoor- oder Outdoor-Einsatz, raue Industriebedingungen oder Büroatmosphäre, mobile oder stationäre Anwendung: Bopla bietet für jeden Zweck das entsprechend kleine oder große, leichte oder robuste Kunststoff- oder Metallgehäuse mit der jeweils erforderlichen Schutzart. Dazu zählen auch die modern gestalteten, kompakten Gehäuse der neuen Bopad-Serie. Sie gestatten die Integration von Folientastaturen, Touchscreens und Displays. Speziell die beiden „großen“ der insgesamt fünf Bopad- Gehäusevarianten – Bop 7.0 und Bop 10.1 für die Tisch- und Wandanwendung – wurden eigens für die Touchintegration und die Aufnahme von Li-Ionen-Akkus der Standardbauform 18650 optimiert. Sie sind auf die Zweihandbedienung im Querformat ausgelegt und erlauben die Realisierung kosteneffizienter und anwenderfreundlicher Geräte mit Touchbedienung mithilfe handelsüblicher Standardkomponenten. Dabei kann die Integration kapazitiver Touchdisplays unter einer hochwertigen Glasfront bei Bopla im Haus durchgeführt werden – beispielsweise im Optical Bonding Verfahren, das eine hohe optische Qualität und mechanische Stabilität sowie gleichzeitig eine optimale Funktionalität des kapazitiven Touchsystems garantiert. Halle 5, Stand 329 www.bopla.de Erweiterung des Getriebemotorenprogramms Der Antriebstechnik-Hersteller Weg erweitert zur diesjährigen SPS IPC Drives das Getriebemotorenprogramm WG20 um Stirnrad-, Flach- und Kegelstirnradgetriebe für Nennmomente bis 5 000 Nm. Die Gehäuse der neuen Getriebe sind aus Grauguss gefertigt und besonders robust, sodass sie auch für besondere Anwendungen wie beispielsweise in der Stahl- und Schwerindustrie zum Einsatz kommen. In Kombination mit leistungsstarken Motoren bis Energieeffizienzklasse IE4 bieten die Getriebemotoren viel Leistung auf wenig Raum. Zweites Highlight sind die erstmals in Deutschland gezeigten Schaltschranklösungen des spanischen Weg-Tochterunternehmens Autrial. Von dessen Sitz in Valencia aus beliefert der brasilianische Antriebstechnik-Hersteller den europäischen Markt mit kompletten industriellen Schaltschranksystemen. Darüber hinaus zeigt Weg eines der umfangreichsten Portfolios an energieeffizienten Elektromotoren sowie die aktuellen Automatisierungsprodukte für den europäischen Markt, von Frequenzumrichtern über Softstarter bis hin zu Niederspannungsschaltgeräten. „Durch die Erweiterung des WG20-Getriebemotorenprogramms können wir jetzt auch Anwendungen mit größeren Drehmomenten abdecken. In diesen anspruchsvollen Applikationen kommen die hohe Robustheit, Verarbeitungsqualität und Leistungsdichte unserer Getriebemotoren besonders zum Tragen“, erklärt Wilmar Henning, Geschäftsführer bei Weg in Deutschland. Halle 3, Stand 250 www.weg.net Einfache Implementierung sicherer EAs Neben Profisafe unterstützt HMS mit dem neuen Ixxat Safe T100/ CS nun auch das CIP Safety Protokoll gemäß CIP Volume 5 V2.14 und ermöglicht somit die einfache Modul-basierte Implementierung sicherer EAs für CIP Safety. Das Modul ist die Komplettlösung für eine einfache und schnelle Implementierung von konfigurierbaren, sicheren Einund Ausgänge in Anwendungen bis SIL3 und PLe Kat. 4. Das Modul verfügt über drei zweikanalige Eingänge – mit der Möglichkeit zur Aufdeckung externer Verkabelungsfehler – sowie über einen zweikanaligen Ausgang. Alle Ein- und Ausgänge arbeiten mit 24-V-Signalen. Parallel zu eventuell bereits bestehenden, nichtsicheren Gerätefunktionen, kann mit dem neuen Modul z. B. eine sichere Not-Halt-Funktion für Antriebe oder Prozesssteuerungen (Schweißen, Kleben, Nieten etc.) implementiert werden. Der Endanwender erhält somit ein Gerät, das sichere und nichtsichere Funktionen über nur eine Schnittstelle zur Verfügung stellt. Dies vereinfacht sowohl die Konfiguration als auch die Projektierung des Gesamtsystems maßgeblich. Halle 2, Stand 419 www.hms-networks.de Gestaltungsfreiräume in der Sensorik Mit Plastosens T präsentiert Jumo ein neues Verfahren zur Herstellung von Temperaturfühlern. Die Sensoren werden dabei nicht wie bisher üblich in einem Metallrohr vergossen, sondern im Spritzgussverfahren mit Kunststoff ummantelt. Daraus resultiert der Vorteil, dass die Formgebung der Sensoren individuell erfolgen kann und sich die Produkte an die jeweilige Einbausituation anpassen lassen. So kann zum Beispiel ein Temperatursensor komplett in eine Kunststoff-Rohrleitung integriert werden. Weiterer Vorteil neben dem geringen Gewicht ist die hohe Reproduzierbarkeit. Aktuell sind ein Fühler mit einer Isolationsfestigkeit von 5 kV für den Einsatz in Transformatoren, ein vibrationsfester Einsteckfühler für das Medium Öl und ein wasser- und dampfdichter Fühler für Sterilisationsanwendungen in der Entwicklung. Sie eignen sich für Temperaturbereiche von – 50 bis zu + 200 °C. Durch den Einsatz von Spezialkunststoffen kann dabei eine vergleichbare Wärmeleitfähigkeit wie bei Metall erzielt werden. Die Verwendung spezieller Additive ermöglicht die Entwicklung maßgeschneiderter Kunststoffe für zahlreiche Applikationen. Verfügbar sind die Produkte sowohl als Katalogware als auch in Einzelfertigung. Halle 4A, Stand 435 www.jumo.net VERFAHRENSTECHNIK 11/2017 35

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