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Verfahrenstechnik 10/2019

Verfahrenstechnik 10/2019

WERTSCHÖPFUNG DURCH

WERTSCHÖPFUNG DURCH RECYCLING VON „GEFÄHRLICHEN ABFÄLLEN“ UMWELTTECHNIK Metallhaltige Schlämme, Stäube und Pulver müssen nicht teuer und mit hohem Aufwand entsorgt werden, sondern lassen sich einer weiteren Nutzung zuführen. Neben der Einsparung von Energie und Ressourcen beim Primärabbau hilft das Recycling auch, CO 2 -Emissionen zu vermeiden und Deponiekapazitäten einzusparen. Alleine in Deutschland fallen jährlich ca. 200 000 t metallhaltige Schlämme und 950 000 t metallhaltige Pulver an. Diese sind oftmals überwachungspflichtig und werden als „gefährlicher Abfall“ deklariert. Sie weisen wechselnde Anteile an Metallen, Ölen, Wasser und Schleifmittel auf und müssen teuer entsorgt werden. Je nach bearbeiteten Werkstoffen können im Abfall noch wertvolle Rohstoffe wie Nickel-, Chromoder Wolframrückstände vorliegen. Existierende Recycling-Lösungen sind meist unzureichend und entsprechen eher einem Downcycling mit einhergehendem Qualitätsverlust dieser Materialien. In der Regel werden Filterstäube und Autorin: Alia Smektala, Inbound Sales Manager, Cronimet Envirotec GmbH, Bitterfeld-Wolfen mit Öl oder Wasser verunreinigte Schlämme in Deponien oder Verbrennungsanlagen entsorgt, wodurch wertvolle Ressourcen verloren gehen und nicht in den Rohstoffkreislauf zurückfinden. Neben diskutablen Auswirkungen dieser Lösungen auf die Umwelt wird diese Art der Entsorgung für Unternehmen außerdem zunehmend teurer. Deponieplätze in Deutschland sind rar, was dazu führt, dass die Entsorgungskosten steigen. Cronimet Envirotec bietet sich an als Anlaufstelle für sämtliche Kunden aus der Industrie, die metallhaltige Produktionsabfälle aller Art sinnvoll verwerten möchten. Der Mutterkonzern ist weltweiter Spezialist für Edelstahlschrott, Ferrolegierungen und Primärmetalle. Am Standort in Bitterfeld-Wolfen wird dieses Portfolio um das Recycling von metallhaltigen Schlämmen und Pulvern bzw. Stäuben ergänzt. GEWINNUNG VON METALLEN In einem vakuum-thermischen Destillationsprozess werden Schlämme mittels einer Flüssig- und Feststofftrennung aufbereitet. Als Output entsteht neben Öl und Wasser reines Metallpulver. Die Abwesenheit von Sauerstoff unterbindet eine Oxidation, wodurch eine ansonsten bei einigen Metallen notwendige teure Reduktion entfällt. Auch sonstige im Abfall vorliegende organische Stoffe, die im Bearbeitungsprozess vieler Betriebe entstehen, werden entfernt. In diesem Prozess verliert der Abfall seine Deklaration als gefährlich. Nach dem Destillationsprozess kann das aufbereitete Metallpulver in der Brikettierungsanlage des Unternehmens weiter recycelt werden. Filterstäube, Schleifpulver und andere feine Metallpartikel lassen sich so wiederverwerten. Die Briketts können aufgrund der hohen Festigkeit und Qualität ohne weitere Prozessschritte in den S12 SUPPLEMENT 2/2019

emerkbar, wodurch die Metallbriketts nicht verunreinigt werden. Von großer Bedeutung ist, dass während des gesamten Recycling- Prozesses die Eigenschaften der Materialien und somit ihr Wert erhalten bleiben. Nach dem Destillationsprozess kann das aufbereitete Metallpulver in der Brikettierungsanlage des Unternehmens weiter recycelt werden Produktionskreislauf zurückgeführt werden. Durch den Einsatz eines neuartigen Bindemittels beim Brikettieren von Metallpulvern ist es außerdem möglich, High Speed Steel (HSS) Stäube zu brikettieren. Dies war bislang nicht in dieser Qualität möglich. Das organische Bindemittel ist zudem anschließend in der Schmelze nicht PRIMÄRROHSTOFFE ERSETZEN Die aus Schlämmen und Pulvern wiedergewonnenen Briketts stellen ein Substitut für Stückschrott und Primärrohstoffe dar und können in der Stahlproduktion ohne Weiteres wieder eingesetzt werden. Werden Schlämme und Stäube mit einem hohen Legierungsanteil aufbereitet, kann aus einer Kostenstelle in Betrieben für die Entsorgung so mitunter ein weiteres Profitcenter kreiert werden. Für ein deutsches Unternehmen der Werkzeugindustrie konnte auf diese Art ein Mehrwert geschaffen werden. Der in der Werkzeugherstellung entstandene Schleifschlamm mit einem Nässeund Ölanteil von rund 20 % wurde zuvor als gefährlicher Abfall deklariert und in einer Verbrennungsanlage entsorgt. Im Schlamm enthaltene wertvolle Metalle wie Wolfram, Molybdän, Chrom und Cobalt gingen auf diesem Weg verloren. Durch die Bearbeitung des Materials in der Vakuumdestillations- Anlage konnten mehr als 700 t HSS wiedergewonnen und so eine Vergütung des Materials im Gegensatz zu hohen Entsorgungskosten in der Verbrennung realisiert werden. Neben dem ökologischen Vorteil, der durch den eingesparten Rohstoffabbau entsteht, ergab sich durch die Aufbereitung für den Werkzeughersteller so außerdem ein erheblicher ökonomischer Mehrwert. Fotos: Cronimet, Kadmy/stock.adobe.com www.cronimet-envirotec.com

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