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Verfahrenstechnik 10/2019

Verfahrenstechnik 10/2019

KÜHLANWENDUNGEN

KÜHLANWENDUNGEN ENTKEIMEN In der produzierenden Industrie spielt die Kühlung eine große Rolle. Kühlanwendungen treten heute allenthalben in Erscheinung, sei es in der Energieerzeugung oder in der Lebensmittelproduktion. Das Kühlmedium ist oftmals Brauch- oder Oberflächenwasser. Hier will man einerseits den Übertritt des Kühlmittels in den Produktionskreislauf verhindern oder umgekehrt unbedingt vermeiden, dass z. B. Proteine von der Produkt- auf die Kühlerseite gelangen und dort zu massiver Schaumbildung führen. Außerdem will man dafür Sorge tragen, dass die verfügbare Kühlleistung durch einen flächenhaft auftretenden Biofilm nicht geschmälert wird. Typischerweise setzt man dem Kühlwasser ein Desinfektions mittel zu, um die Bildung eines Bakterienrasens in den Kühler leitungen zu unterbinden. Bewährt hat sich dabei Chlordioxid, da es direkt den Biofilm abbaut, über einen weiten pH-Bereich wirksam ist und auch beim Zusatz von Korrosionsinhibitoren, die den pH-Wert erhöhen, seine Wirkung behält. Insbesondere eignet sich Chlordioxid für den Einsatz in offenen Rückkühlwerken, wodurch auch die neuen Vorschriften der 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (42. BimSchV) eingehalten werden können. 02 Clorious2-Reaktor hergestellt werden. Dies ist aufgrund von chlorierten Nebenprodukten wie Chlorgas, die dabei entstehen, nicht ganz unproblematisch. Heute gibt es Clorious2, ein Chlordioxid in ultrareiner und langzeitstabiler Form, das in einem patentierten Verfahren hergestellt wird. Es kann ohne die bisher auftretenden negativen Begleiterscheinungen unkompliziert auf zwei Weisen eingesetzt werden. Für kleinere Anwendungen wird das Chlordioxid in Form von Clorious2-Fassware geliefert und kann direkt dosiert werden. Für größere Dosiermengen oder die bedarfsorientierte Erzeugung kommt der Clorious2- Generator zum Einsatz. Damit ist die Anwendung ähnlich einfach wie bei freiem Chlor und alle Vorteile des effektiveren und wirkungsvolleren Desinfektionsmittels Chlordioxid können genutzt werden. DESINFEKTION VON ABWASSER Am Ende der Abwasserbehandlung steht meistens das Einleiten des Ablaufwassers in natürliche Gewässer. Gerade in den Sommermonaten kommt es vor, dass die Gewässer sehr wenig Wasser führen und dann unter Umständen hauptsächlich aus dem Ablaufwasser von Kläranlagen bestehen. Dies kann eine Desinfektion notwendig machen. Vor allem die Verbreitung multiresistenter Keime durch Abwassereinleitungen ist zurzeit ein Problem. Diese Keime können durch die bisher eingesetzten Abwasseraufbereitungsschritte nicht vollständig zurückgehalten werden. Die Entfernung der gefährlichen Krankheitserreger und Keime durch Desinfektionsverfahren wird in nächster Zukunft in Kombination mit Verfahren der Spurenstoff- Elimination eine zunehmende Verbreitung erfahren. Die UV-Desinfektion allein reicht hier nicht aus. Und eine Chlordosierung ist in Deutschland aufgrund der chlorierenden Eigenschaften nicht akzeptabel. Ozon und Chlordioxid haben als Desinfektionsmittel das größte Potenzial, in Kombination mit Aktivkohle und mechanischen Trennverfahren einen effektiven Schutz vor der Verbreitung der gefährlichen Keime zu bieten. EINSATZ IM FOOD-BEREICH Im Lebensmittelbereich wird überwiegend Peressigsäure verwendet. Sie desinfiziert breitbandig Nahrungsmittel aller Art: Von Hähnchenfleisch bis hin zu Salaten in Verbrauchsverpackungen. Welcher Stoff in welcher Konzentration in der jeweiligen Anwendung eingesetzt werden darf, bestimmen Gesetze. Chlordioxid eignet sich für Reinigungsprozesse in der Lebensmittelindustrie, da es im Gegensatz zu Chlor keine organischen Chlorverbindungen bildet und sich leicht auswaschen lässt. Die Flaschenreinigung in der Getränkeindustrie ist ein typisches Anwendungsfeld. In Europa bestimmen nationale Gesetze, welche Komponenten zugelassen sind. Dies ist in Deutschland insbesondere die Liste der nach Trinkwasserverordnung zugelassen Substanzen. Während in der Nahrungsmittelindustrie in Deutschland Chlordioxid nur partiell erlaubt ist, findet in Frankreich die Verwendung von freiem Chlor eine breite Anwendung, um verpackte Lebensmittel, wie bspw. verzehrfertige Salate, zu desinfizieren. Fotos: Endress+Hauser www.de.endress.com CLORIOUS2-ERZEUGUNG NACH BEDARF Die Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG liefert eine Komplettlösung zur Herstellung von Clorious2 inklusive Automatisierung, Service und Inbetriebnahme. Der Clorious2-Generator ist der erste, kontinuierlich arbeitende Chlordioxidgenerator, der nach dem Chlorit- Peroxodisulfat- Verfahren arbeitet. Dazu wurde das bisher bekannte Verfahren modifiziert und an eine moderne Reaktionsführung angepasst. Die Produktionsmethode ermöglicht eine vollständige Umsetzung der Edukte – ganz ohne die Verwendung von Salzsäure oder freiem Chlor (Cl 2 , OCl – , HOCl). Es entsteht eine stabile, hochreine, gebrauchsfertige Chlordioxidlösung. Clorious2 wurde gemeinsam mit den Unternehmen a.p.f. Aqua System AG und der Brenntag AG entwickelt, die Lösung wird gemeinsam vermarktet. S6 SUPPLEMENT 2/2019

® STAUBBINDUNG INDIVIDUELL PLANEN Durch Neugestaltung und Überarbeitung der TRGS 504 (Technische Regeln für Gefahrstoffe, Exposition von A- und E-Staub) sind neue Arbeitsplatzgrenzwerte für alle Betriebe mit Staubaufkommen vorgeschrieben. Die Einhaltung der Werte durch ein Schutzmaßnahmenkonzept zur Staubminderung wird von Aufsichtsbehörden wie Gewerbeaufsichtsämtern überprüft. Nebolex Umwelttechnik GmbH hat sich vor 15 Jahren mit einem breiten Spektrum von klein und fein bis groß und weit auf Staubbindung durch Wassernebel spezialisiert. Je nach Einsatz wird durch unterschiedliche Größe bzw. Anzahl der Düsen und durch Variieren des Wasser- bzw. des Luftdrucks ein äußerst feiner Wassernebel generiert. Je kleiner die Wassertropfen sind, desto größer ist die Gesamtoberfläche des Wassers, umso mehr Staub kann gebunden werden. Der Hersteller geht zusammen mit dem Kunden auf die speziellen Anforderungen ein, um das jeweils bestmögliche Ergebnis zu erzielen. www.nebolex.de FEINRECHENSIEBE REINIGEN ABWÄSSER Die neuen Feinrechensiebe der Reihe Aqua-Screen wurden speziell für anspruchsvolle Anforderungen in der Behandlung von Kommunal- oder Industrieabwasser entwickelt. Sachgerechtes Sieben gehört zu den wichtigsten Prozessschritten einer Abwasserbehandlungsanlage. Um optimale Ergebnisse sicherzustellen, müssen kritische Parameter, wie Anwendung, Zustrom, Belastung, Zusammensetzung und Größe des Siebguts berücksichtigt werden. Das Andritz Aqua-Screen-Feinrechensieb verwendet standardisierte und gebräuchliche Rahmenteile. Diese Konstruktion bietet laut Hersteller diverse Vorteile wie kürzere Wartungszeiten, geringeren Bedarf an unterschiedlichen Ersatzteilen, benutzerfreundliche Bedienung mit der verbesserten Zugangstür sowie die aus- und einklappbare Ausführung der Siebrechen und -paneele in Modulbauweise (komplette Filterelemente können in weniger als 30 min aus- und eingebaut werden). Je nach ausgewähltem Siebsystem kann das Feinrechensieb eine Abscheiderate von bis zu 85 % erreichen. Eine höhere Abscheiderate reduziert die Wartungskosten, weil weniger Feststoffe die weiteren Komponenten (Pumpen, Laufrad, Belüftungsturbinen sowie Belüftungskompressoren) erreichen. www.andritz.com Innovationen rund ums Heizen und Beheizen Flexible elektrische Heiztechnik • Analyseschläuche • Ex-Beheizungen • Begleitheizungen • Heizmanschetten • Sonderlösungen KUPFERAUSBEUTE AUS MOTOR-ANKERN UND ELEKTROMOTOREN OPTIMIERT BHS-Sonthofen hat ein neues Verfahren zur Verarbeitung sogenannter Meatballs entwickelt, um die Kupferausbeute beim Recycling zu erhöhen. Die Elektromotoren und Motoranker stellen eine Restfraktion aus der Müllverbrennung oder dem Großshredder dar und lassen sich nur schwer sortenrein aufschließen. Dafür enthalten sie mit einem Anteil von bis zu 22 % besonders viel wertvolles Kupfer. Im Rotorshredder lassen sich die Meatballs selektiv aufschließen. Die an einer vertikalen Welle befestigten Hämmer übertragen Schlagkräfte auf das Aufgabematerial, und die Teile prallen auf die Öffnungen der Rostsegmente in den Türen, die wie Statorelemente wirken. Die Ingenieure von BHS haben speziell für diese Anwendung die Halterungen der Rostsegmente so angepasst, dass sich die Anhaftungen aus der Müllverbrennung nicht dahinter sammeln können, was die Maschine auf Dauer verstopfen würde. Nach dem Materialauswurf läuft das geschredderte Metall unter einem längs zum Austragsband angeordneten Überbandmagneten durch, der die ferritische Fraktion vom restlichen Material abtrennt. Ein Querstromsichter befreit mithilfe eines Luftstroms schließlich die Kupferfraktion von Edelstahlteilen und erhitzten, unmagnetischen Eisenteilen. Das Ergebnis ist hochwertiges Metallkonzentrat, das qualitativ auf einer Stufe mit aus Kabeln recyceltem Kupfer steht. www.bhs-sonthofen.de Hillesheim GmbH Am Haltepunkt 12 D-68753 Waghäusel Tel.: 0 72 54 / 92 56-0 E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de www.hillesheim-gmbh.de

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