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Verfahrenstechnik 10/2018

Verfahrenstechnik 10/2018

TOP-THEMA I EX-SCHUTZ

TOP-THEMA I EX-SCHUTZ UND ARBEITSSICHERHEIT Erkennen und unterdrücken Aromenhersteller schützt Mitarbeiter und Anlagen mit aktivem Explosionsunterdrückungssystem Wer Pulverstoffe lagert, verarbeitet und transportiert, ist einem ständigen Risiko ausgesetzt – nicht nur, was die Reinheit der Rohstoffe anbelangt, sondern vor allem, was deren sichere Aufbewahrung betrifft. Schließlich kann die Gefahr einer Explosion bei Pulvern erheblich sein. Die industrielle Produktion von Aromastoffen, - extrakten und komplexen Gemischen erfordert ein Höchstmaß an Erfahrung und Expertise sowie leistungsfähige Anlagen, die moderne Sicherheitsstandards erfüllen. Durch Destillation, Extraktion und andere Trennverfahren gewinnen die Experten von Silesia die Grundbestandteile hochwertiger Geschmacksstoffe für Lebensmittel. Pulverförmige Aromen sind das Kerngeschäft des Traditionsherstellers am Niederrhein. Autor: Markus Häseli, Director of Sales Europe, IEP Technologies GmbH, Ratingen Der Stammsitz von Silesia befindet sich in Neuss. Um der stetig wachsenden Nachfrage nach Aromen gerecht zu werden, entschied sich der Hersteller 1998 allerdings dafür, eine zusätzliche Produktionsstätte in Betrieb zu nehmen. Dazu Geschäftsführer Michael Mausbach: „Mit dem Bau eines weiteren Werks in Kalkar reagierten wir auf die steigende Nachfrage nach pulverförmigen Aromen, deren Herstellung in unserem Stammbetrieb an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Gleichzeitig nutzen wir dies als Chance, unseren Aktionsradius zu erweitern. Daher haben wir uns an unserem neuen Standort auf die Herstellung pulverförmiger Aromen für die Lebensmittelindustrie fokussiert.“ Neues Explosionsschutzkonzept Der Umzug brachte jedoch nicht nur mehr Platz für die Produktionsausweitung und moderne Steuerungsanlagen, sondern forderte auch ein effizientes Konzept im Bereich des Explosionsschutzes. Denn bei der Herstellung von Aromen werden verschiedenste Technologien wie beispielsweise die Sprühtrocknung, die Granulierung oder die Extrusion eingesetzt. Diese ermöglichen unter anderem die Umwandlung flüssiger in pulverförmige Stoffe. Bei der Sprühtrocknung wird ein flüssiges Aroma mit Wasser und diversen Trägerstoffen zu einer Emulsion verarbeitet. Diese wird über Düsen in den Sprühturm injiziert und dort in ein trockenes Pulver umgewandelt. Technical Plant Manager Michael Tacke erläutert: „Bei der bei uns im Einsatz befindlichen thermischen Trocknung lassen sich explosionsgefährdete Staub-Luft-Gemische im Zerstäubungstrockner nicht völlig ausschließen. Die durchschnittliche Staubkonzentration liegt in der Regel zwar 30 VERFAHRENSTECHNIK 10/2018

EX-SCHUTZ UND ARBEITSSICHERHEIT I TOP-THEMA 01 02 unterhalb der temperaturbezogenen Explosionsgrenze. Da die meisten Zerstäubungstrockner im Bereich des Auslaufs jedoch konisch zulaufen, kann dort eine explosionsfähige Staubkonzentration nicht vollständig ausgeschlossen werden.“ Des Weiteren kann sich das Produkt exotherm zersetzen. Es können Anbackungen oder Beläge an den Trocknerwänden entstehen. Diese erwärmen sich im ungünstigsten Fall bis auf Glimmtemperatur und bilden durch die hohe Lufteintrittstemperatur im Zerstäubungstrockner ein Glutnest. Solche Glutnester können je nach Zündverhalten zu einem Brand oder einer Staubexplosion führen. Höchstmögliches Sicherheitsniveau Bei der Planung der Anlagen wurden umfassende Explosionsschutz-Lösungen von IEP Technologies implementiert. Sie schützen effizient und umweltverträglich sowohl Mitarbeiter als auch die Produktionsanlagen. Im Falle einer anlaufenden Explosion sorgt die Explosionsunterdrückungsanlage für Sicherheit: Der erhöhte Explosionsdruck wird mittels dynamischer Drucksensoren in Millisekunden erkannt und die Explosionsflammen durch Löschpulver abgelöscht. Damit wird der zu erwartende maximale Explosionsüberdruck unter die Grenze der Druckfestigkeit der Anlage gesenkt. Das Explosionsunterdrückungssystem bei Silesia besteht aus einem Detektionssystem, der Steuerzentrale sowie High Rate Discharge, kurz HRD, Löschmittel-Druckbehältern. Diese sind mit Löschpulver auf Basis von Natriumbikarbonat gefüllt und mit einem Stickstoffdruck von 60 bar beaufschlagt. Spezialventile geben im Ernstfall den gesamten Öffnungsquerschnitt im Millisekundenbereich frei. Mithilfe eines speziellen Düsensystems wird so eine optimale und gleichmäßige Löschmittelverteilung in der zu schützenden Trocknungsanlage erreicht. 01 Die Löschmittel-Druckbehälter sind mit Löschpulver auf Basis von Natriumbikarbonat gefüllt und mit einem Stickstoffdruck von 60 bar beaufschlagt 02 Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Explosionen zu unterdrücken: beim vorliegenden Konzept wird die Explosionsflamme durch Löschpulver abgelöscht Neben der Implementierung der Explosionsunterdrückungslösungen ist IEP Technologies auch für den regelmäßigen Service bei Silesia verantwortlich. Das System konnte optimal auf die zu betreibenden Anlagen abgestimmt werden und stellt für den Aromenhersteller eine hochmoderne konstruktive Schutzmaßnahme gegen eine eventuelle Staubexplosion dar. Fotos: Hoerbiger, IEP Technologies www.ieptechnologies.com Weil uns die Natur vertraut. Gefahrstofflagerung | Know-how | Arbeitsschutz | Industriebedarf | 0800 753-000-3 | www.denios.de

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