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Verfahrenstechnik 10/2017

Verfahrenstechnik 10/2017

BETRIEBSTECHNIK

BETRIEBSTECHNIK Instandhaltung effektiv betreiben Reverse Engineering schließt Ersatzteillücke in der Prozessindustrie Beim Reverse Engineering werden die Konstruktionselemente aus einem bereits gefertigten Bauteil extrahiert. Diese Daten werden benötigt, wenn Zeichnungen oder das 3-D-Modell des Bauteils fehlen. Der Nachkonstruktionsprozess mit optischen und taktilen Messsystemen erfasst effizient und präzise die Geometrie von Bauteilen und Urmodellen. Autor: Robert Norrenbrock, Geschäftsführer, Norrenbrock Technik GmbH & Co. KG, Emden Mit dem Reverse Engineering helfen wir unseren Kunden durch die schnelle Abwicklung des Verfahrens, Ausfallzeiten stark zu reduzieren und die Produktion nach kurzer Zeit wieder aufzunehmen. Robert Norrenbrock Unternehmen sammeln seit geraumer Zeit Daten, um ihre Maschinen und Anlagen besser zu kennen, Wartungen zu planen und so letztendlich Kosten zu sparen. Doch wie verhält es sich, wenn es trotzdem zu einem Defekt kommt und planmäßige Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr rechtzeitig durchgeführt werden können? So kann es vorkommen, dass benötigte Ersatzteile nicht mehr erhältlich sind oder der Hersteller beispielsweise vollständig vom Markt verschwunden ist. Neue Technologien und Verfahren bieten hier die Chance, die Kooperation zwischen Mensch und Maschine dennoch zu optimieren. Eine neue Methode zur Rekonstruktion von Bauteilen bietet das 3-D-Reverse-Engineering. Vor allem dort, wo spezielle oder maßgefertigte Anlagen zum Einsatz kommen, stehen Betriebe häufig vor großen Herausforderungen, wenn sich Verschleiß an einzelnen Teilen oder sogar ganzen Segmenten einstellt. In der Prozessindustrie, in der Anlagen miteinander verknüpft sind, führt der Ausfall einer einzelnen Maschine bereits zum Ausbleiben der 42 VERFAHRENSTECHNIK 10/2017

BETRIEBSTECHNIK kompletten Produktion. Unternehmen legen daher großen Wert auf Instandhaltung beziehungsweise die schnelle Beschaffung nötiger Ersatzteile. Grundsätzlich trägt das Thema Instandhaltung nachhaltig zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bei. Wird diese effektiv durchgeführt, generieren Betriebe eine höhere Produktqualität und gestalten das Asset-Management effizienter. Als bekannteste und älteste Instandhaltungsstrategie darf sich wohl die reaktive Instandhaltung nennen lassen: Fehler behebt der Anlagenmanager, sobald sie auftreten. Schnelle Lösung Zunehmende Verkettung von Komponenten und Anlagen in der Prozessindustrie und stetig steigende Kosten durch Stillstandzeiten zwingen Unternehmen jedoch dazu, noch schneller zu handeln. Um dies möglich zu machen und Ersatzteile bereitzustellen, die nicht mehr verfügbar sind, führt die Norrenbrock Technik GmbH & Co. KG aus Emden 3-D-Reverse-Engineering durch. Das Verfahren zur Flächenrückführung oder Nachkonstruktion von Einzelteilen sowie größerer Komponenten bildet das vorliegende Objekt mithilfe eines 3-D- Scans exakt ab, um es auf dieser Grundlage zu rekonstruieren. Auch stark beschädigte oder unvollständige Segmente sind auf diese Weise abbildbar, weil das Reverse Engineering unregelmäßige Geometrien digital aufarbeitet. Auf dieser Grundlage erstellt Norrenbrock Technik CAD-Modelle. Abschließender Schritt des Reverse Engineerings ist die Fertigung des Ersatzteils, die knapp zwei Stunden in Anspruch nimmt. Mit weiteren zwei Stunden, die Scanvorgang und Konstruktion benötigen, ist die Bereitstellung des angeforderten Teils oder Segments nach nur vier Stunden abgeschlossen. Bei der Fertigung müssen die speziellen Eigenschaften der zu verwendenden Materialen beachtet werden, um ein einwandfreies Produkt bereitzustellen. Diese Kenntnisse nutzt das Emder Unternehmen bei allen anstehenden Projekten, wozu unter anderem auch Aufträge zu Tiefziehteilen und Blechkonstruktionen zählen. Je nach Auftragseigenschaften reagiert Norrenbrock Technik und passt das Fertigungsverfahren den entsprechenden Gegebenheiten an. Flexibel agieren Insbesondere bei Objekten mit Freiformflächen beziehungsweise bei komplexen, von Hand gefertigten Teilen wendet Norrenbrock Technik Reverse Engineering an. Mobile Systeme sorgen dafür, dass Unternehmen Aufträge unabhängig vom Standort umsetzen können. Besonders bei großen Bauteilen, die nachkonstruiert werden sol- 01 Objekte lassen sich durch einen 3-D-Scan exakt abbilden 02 Die Daten des 3-D-Scans sind Grundlage für das CAD-Modell len, stellt dies einen großen Vorteil dar: Defekte Teile entfernt Norrenbrock Technik direkt beim Kunden, führt das Reverse Engineering durch und setzt das fertige Element in die Maschine ein. Ebenso führt das Unternehmen sämtliche Arbeiten auch in den eigenen Hallen durch. In diesem Fall liefert der Auftraggeber das entsprechende Segment ab und lässt es nachkonstruieren. Die weitreichende Vielfalt der Anwendungsgebiete bestätigt zudem die Flexibilität des Verfahrens. Ersatzteile von Maschinen rekonstruiert Norrenbrock Technik, erweitert aber auch Anlagen oder baut sie um. Bei Originalteilen, die in der Vergangenheit zum Beispiel als Gussteil hergestellt wurden und jetzt zur Nachkonstruktion gegeben werden, verwendet das Unternehmen zur Erzielung optimaler Ergebnisse moderne Prozesse. So werden auch geringe Stückzahlen problemlos hergestellt und gleichzeitig wird der Arbeitsaufwand reduziert, wenn alternative Methoden wie beispielsweise das Zerspanen oder die Kombination mehrerer Fertigungsverfahren angewendet werden können. Zusätzlich spart eine neuartig angepasste Fertigungsmethode in der Prozessindustrie Kosten ein. Durch die schnelle Abwicklung des Verfahrens fallen Ausfallzeiten kurz aus und die Produktion kann schnell fortgeführt werden. So reagieren Instandhaltungsmanager besonders auf unvorhergesehene Ausfälle und sparen Kosten, die durch langwierige Beschaffungsprozesse entstehen. www.norrenbrock-technik.de VERFAHRENSTECHNIK 10/2017 43

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