Aufrufe
vor 2 Wochen

Verfahrenstechnik 10/2017

Verfahrenstechnik 10/2017

BETRIEBSTECHNIK I TITEL

BETRIEBSTECHNIK I TITEL Sauberkeit gleich Sicherheit Einfache Reinigung in der Produktion von Katalysatoren Das Thema Sauberkeit nimmt überall dort einen besonderen Stellenwert ein, wo die Anforderungen des Staubexplosionsschutzes gelten. Das gilt beispielsweise für die Produktion des Evonik-Geschäftsgebietes Catalysts in Marl. Hier kommen zwei Staub-Ex-Sauger zum Einsatz. Autor: Gerald Scheffels, Fachjournalist, Wuppertal Beschleunigen und Energie sparen: Das sind die beiden Hauptaufgaben von chemischen Katalysatoren. Sie setzen die Aktivierungsenergie herab, die für eine bestimmte Reaktion erforderlich ist, und beschleunigen damit auch den Prozess, ohne sich selbst zu verändern. Damit schaffen sie die Voraussetzung für hohe Effizienz bei der Produktion von chemischen Erzeugnissen – und sind aus eben diesem Grund sehr gefragt. Evonik hat lange Tradition in der Entwicklung und Produktion chemischer Katalysatoren. Das Geschäftsfeld Catalysts ist ein wichtiger Teil des Segmentes Resource Efficiency, in dem das Unternehmen die Spezialchemieaktivitäten für industrielle Anwendungen bündelt. Es bietet Hochleistungsmaterialien für umweltfreundliche und energieeffiziente Systemlösungen, die u. a. im Automobilsektor, in der Farben-, Lack-, Klebstoff- und Bauindustrie zur Anwendung kommen. Das Segment erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 mit mehr als 8 900 Mitarbeitern einen Umsatz von rd. 4,5 Mrd. EUR. 38 VERFAHRENSTECHNIK 10/2017

TITEL I BETRIEBSTECHNIK Breites Spektrum Dennis Frühling, Assistant Plant Manager Catalysts: „In Marl stellen wir Festbettkatalysatoren für chemische Prozesse her, mit denen sich Fein- und Industriechemikalien gezielt und kosteneffizient herstellen lassen. Außerdem produzieren wir Katalysatoren für andere Evonik-Geschäftsfelder.“ Basis der Festbettkatalysatoren sind Trägersubstanzen, die z. B. als Pulver, Granulat oder Kugeln vorliegen. Deren Oberfläche wird mit einer aktiven Komponente – zum Beispiel einem Metalloxid oder einer Metallsalzlösung – imprägniert bzw. beschichtet. Wegen der Vielfalt der in Marl produzierten Katalysatoren steht eine breite Palette an Verfahrensschritten und entsprechenden Anlagen zur Verfügung. Charakteristische Prozesse sind Formgeben, Imprägnieren, Beschichten und thermisches Behandeln. Dennis Frühling: „Wir sind ein typischer Chargenbetrieb, der Mengen bis zu 100 t pro Auftrag erzeugt.“ Hohe Standards Beim Staub-Ex-Sauger kann zuverlässig ausgeschlossen werden, dass es an elektrischen Antriebs- und Steuerungskomponenten zu einer Funkenbildung kommt Dabei lässt sich Staubentwicklung nicht vollständig vermeiden – schließlich verarbeitet der Betrieb überwiegend Feststoffe. Dennoch ist nirgendwo Staub zu sehen. Dennis Frühling: „Wir legen großen Wert auf Sauberkeit und saugen Rückstände, die beim Umfüllen oder bei einem Produktwechsel anfallen, sofort auf. Das geschieht aus Gründen der Arbeits sicherheit – Stichwort Ex-Schutz – und des Gesundheitsschutzes.“ Für diese Aufgabe wurden zwei Staub- Ex-Sauger von Ruwac angeschafft, die von Grund auf für den Einsatz in staubexplosionsgefährdeten Bereichen konstruiert wurden. Bei ihnen kann zuverlässig ausgeschlossen werden, dass es an elektrischen Antriebs- und Steuerungskomponenten zu einer Funkenbildung kommt, denn es werden ausschließlich Staub-Ex-geeignete Bauteile eingesetzt, die entsprechend abgedichtet sind. Eine elektrostatische Aufladung, die ebenso zur Funkenbildung führen kann, wird durch die Verwendung eines ableitfähigen Gehäusewerkstoffs (GFK) verhindert. Und selbstverständlich ist sichergestellt, dass die explosionsfähigen Stäube auch nach dem Aufsaugen, d. h. beim Transport durch den Saugschlauch und im Sammelbehälter, keine Explosion hervorrufen. Auch die maximal zulässigen Oberflächentemperaturen, die zur Staub-Ex- Kennzeichnung gehören, werden zuverlässig unterschritten. Reaktion unerwünscht Beim Saugen ist also – ganz im Gegensatz zu den Katalysatoren, die Evonik produziert – eben keine Reaktion der Materialien erwünscht. Was hingegen gewünscht wird, ist ein hohes Maß an Flexibilität. Das wird durch den einfachen Transport der mobilen Sauger zum jeweiligen Einsatzort gewährleistet sowie durch die unterschiedlichen Saugdüsen, -bürsten etc., die Evonik als Zubehör bei Ruwac geordert hat. Sie sorgen dafür, dass jede Reinigungsaufgabe auf dem Boden oder an bzw. in den Maschinen effizient und gründlich mit dem richtigen „Werkzeug“ erledigt werden kann. Die Forderung nach Flexibilität gilt aber auch im Hinblick auf das Sauggut. Dennis Frühling: „Wir verarbeiten ja unterschiedliche Feststoffe, die sich u. a. in ihrer Explosionsfähigkeit und ihrer Einstufung als Gefahrstoff unterscheiden. Da die Sauger sämtliche Substanzen aufsaugen, haben wir hohe Maßstäbe an die Filterklasse und damit an die Rückhalterate bzw. den Durchlassgrad der Filter angesetzt. Die Sauger sind mit einem Taschenfilter der Staubklasse M und einem Reststaubfilter der Klasse H ausgestattet. Damit sind wir auf jeden Fall auf der sicheren Seite, was den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter betrifft.“ Das gilt auch deshalb, weil die Filter – das ist typisch für Ruwac-Sauger – großzügig dimensioniert sind. Leisesauger im Einsatz Weiterhin legt Evonik großen Wert auf einen möglichst geräuscharmen Betrieb von Maschinen und Anlagen. Deshalb ist einer der beiden Ruwac-Ex-Sauger der Serie DS 1 mit 2,2 kW, die bei Evonik im Einsatz sind, als „Leisesauger“ ausgeführt. Diverse schalldämmende Maßnahmen reduzieren den Geräuschpegel auf angenehme 59 db(A) – ohne Einbußen bei der Leistungsfähigkeit. Zu den konstruktiven Merkmalen dieser Serie gehört auch die einfache Entleerung der Staubwanne über eine patentierte Fußhebelentleerung. Sie trägt ebenso zur einfachen Handhabung der mobilen Staub-Ex- Sauger bei wie die kompakten Abmessungen der Geräte, mit denen die Verantwortlichen im Catalysts-Produktionsbetrieb von Evonik in Marl rundum zufrieden sind. www.ruwac.de VERFAHRENSTECHNIK 10/2017 39

Ausgabe