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Verfahrenstechnik 10/2017

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TOP-THEMA I MESSTECHNIK

TOP-THEMA I MESSTECHNIK Neues Kalibrierbewusstsein QS-Systeme und Anlageneffizienz rücken die Überprüfung von Messgeräten in den Fokus Kalibrieren wird oft als eine zweitrangige Aufgabe im Anlagenbetrieb betrachtet, als etwas, das man „irgendwie“ nebenbei erledigt. Doch die Haltung ändert sich. Autor: Matthias Bundschuh, Head of Product Management Calibration Technology, Wika Alexander Wiegand SE & Co. KG, Klingenberg her die Genauigkeit, umso häufiger muss kalibriert werden. Normen legen jedoch keine konkreten Prüfzyklen fest. Sie fordern lediglich eine gewisse Regelmäßigkeit ein, die der Anlagenbetreiber in der QS-Dokumentation festzulegen hat. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) hat in dem Zusammenhang Empfehlungen für die Abfolge von Kalibrierungen ausgesprochen. Bei Druckmessgeräten etwa reichen die Intervalle von einmal jährlich bis zu alle fünf Jahre. Das Kalibrieren selbst bedeutet, kurz zusammengefasst, das Vergleichen der Anzeige eines Prüflings mit dem Messwert eines Referenzgeräts, das wiederum von einem nationalen oder internationalen Normal geprüft wurde. In Deutschland bewahrt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt den nationalen Standard, auf den sich alle Kalibrierresultate über eine Vergleichskette rückführen lassen. Lückenlose Messungen Die Kette der Vergleichsmessungen bis hinauf zum Nationalnormal darf nicht unter- Kalibrierungen geben Aufschluss über die messtechnischen Eigenschaften des Messgeräts. Sie bestätigen den Messwert oder können rechtzeitig auf eine Veränderung aufmerksam machen. Damit sichern diese Untersuchungen das metrologische Kontrollund Steuersystem einer Anlage ab. Sie sind ein entscheidender Faktor, wenn es um die Sicherheit von Mensch und Maschine, die Wirtschaftlichkeit von Produktionsabläufen und die Optimierung von Prozessen geht. Angesichts des Stellenwerts der Kalibrierung von Messgeräten stellt sich automatisch die Frage der Häufigkeit. Beim Tüv oder dem Eichen hat der Gesetzgeber klare Fristen festgeschrieben. Die gibt es für die Kontrolle von Messgeräten in der Industrie nicht. Generell hängen Prüfzyklen von der Art des Messgeräts, seiner Aufgabe und der jeweiligen Applikation ab. Bei Druckmessgeräten zum Beispiel hat sich die Faustregel eingebürgert: Je mehr Elektronik und je höbrochen werden. Die Messunsicherheit muss bei jedem Glied der Kette bekannt sein, um die Gesamtunsicherheit des Prüflings berechnen zu können. Übergeordnete Messgeräte sollten in der Regel eine dreibis viermal so hohe Messgenauigkeit aufweisen. Angesichts des für ein DAkkS-Zertifikat notwendigen messtechnischen und dokumentarischen Aufwands können und wollen sich nur vergleichsweise wenige Unternehmen ein eigenes akkreditiertes Kalibrierlabor leisten. Die meisten Firmen nehmen für die Überprüfung ihrer Messgeräte einen externen Dienstleister in Anspruch. So verfügen auch Hersteller von Messtechnik wie Wika über anbieterunabhängige Kalibrierlabore. Prüflinge werden normalerweise eingeschickt. Bis sie nach der Kontrolle im Labor wieder zurück und re-installiert sind, muss der Prozess ruhen oder mit entsprechenden Ersatzgeräten bestückt werden. Diese Phasen können mit der Anforderung eines mobilen Kalibrierlabors reduziert werden. Die Prüflinge werden vor Ort je nach Aufgabenstellung in der Anlage oder im Laborfahrzeug kalibriert. Bei dieser Lösung entfällt für den Auftraggeber der logistische Aufwand. Wika zum Beispiel hat deutschlandweit mehrere solcher Fahrzeuge im Einsatz, die auch DAkkS-akkreditiert sind. www.wika.de 26 VERFAHRENSTECHNIK 10/2017

Messgenauigkeit und niedrigere Wartungskosten Honeywell Process Solutions stellt seinen Ultraschallgaszähler Q Sonicmax vor, der laut Hersteller die höchste derzeit verfügbare Messgenauigkeitsklasse im eichpflichtigen Verkehr besitzt und dabei sehr robust ist, um die individuellen betrieblichen Anforderungen zu erfüllen. Der 8-Pfad-Ultraschallgaszähler mit einer Kombination aus Reflexions- und Direktpfaden, zeichnet sich durch sein patentiertes Design aus. Durch die Reflektionspfade und ausgereiften Diagnosefunktionen ist sichergestellt, dass Drall, Verunreinigungen und Flüssigkeiten im Innern der Rohrleitung vom Zähler schnell erkannt werden. Die Direktpfade bieten eine verbesserte Stabilität für eine höhere Reglerstörfestigkeit und Messungen bei Gasen mit hohem CO 2 -Gehalt. Dadurch kann der Q Sonicmax Störungen im Gasstrom unter allen Bedingungen erkennen und korrigieren, die durch kurze Einlauflängen, Erweiterungen, Reduzierungen, Verteiler, Rohrbögen und andere in Erdgasanlagen vorkommende Rohrelemente entstehen. Interne Druckund Temperatursensoren sorgen für eine präzise Berechnung der Reynoldszahl und eine dynamische Korrektur des Zählergehäuses. Damit wird eine wiederholbare und akkurate Durchflussmessung sichergestellt, selbst bei variierenden oder von der Kalibrierung abweichenden Prozessbedingungen. www.honeywellprocess.com Universell spezialisiert. Zwei Universalmesseingänge (RTD, TC, Ω, mV) Hohe Genauigkeit von 0,1 Kmit Pt100-Sensor Ausgang 4bis 20 mA (einkanalig, loop-powered) Verschiedene Gehäuseausführungen: B-Kopf oder Hutschiene HART®-7-Protokoll SIL 2/3 – Hardware/Software – nach IEC 61508:2010 Zweikanal-Temperaturmessumformer-Serieer-Seri JUMO dTRANS T07 Willkommen bei JUMO. www.jumo.net 70044 Besuchen Sie uns auf der SPS/IPC/DRIVES am 28. bis 30.11.2017 in Halle4A, auf Stand 435 Detektion geringster Gaskonzentrationen Füllstand Jumbo.indd 1 18.09.2017 14:22:01 Mit den NDIR-Sensoren der Serien Smart Modul Flow und Smart Modul Premium von Smart Gas können Gase in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen nachgewiesen werden. Die langzeitstabilen Messfühler zeichnen sich durch niedrige Detektionsgrenzen, eine sehr geringe Drift, einen großen Temperaturbereich sowie schnelle Ansprechzeiten von 12 s à 0,7 l/min aus. Im Vergleich zu chemischen Messverfahren sind die NDIR-Sensoren von Smart Gas außerdem wartungsarm. Die Sensoren der Serie Smart Modul Flow messen zuverlässig die Konzentration von CO, CO 2 , SO 2 und CH 4 und unterstützen so Unternehmen dabei, strenge Umweltauflagen zu erfüllen und Unfälle zu vermeiden. Der NDIR-Sensor Flowevoco (0–2 000 ppm) detektiert bspw. den CO-Gehalt in Abgasen bis auf 1 ppm genau. Er kann damit als CO-Meter oder Rauchgasanalysator in Verbrennungs- und Biogasanlagen ebenso eingesetzt werden wie in der Wissenschaft. Speziell für die Prozesskontrolle, Laboranalytik und Umweltüberwachung wurde der Flowevo CO 2 konzipiert. Der Sensor zeichnet sich durch hohe Präzision und Selektivität sowie eine lange Lebensdauer und eine geringe Signaldrift (≤ ± 2 %) aus. Es gibt ihn in Messbereichen von 0–5, 0–10 und 0–20 Vol. %. www.smartgas.eu Altbewährtes hat ausgedient. Jetzt: Ultraschall-Grenzschalter von AFRISO! USG 20 www.afriso.de/usg Molchfähig: Frontbündiger Einbau ohne Störkonturen für beste Reinigungsergebnisse Integrierbar, selbst bei kleinen Rohrquerschnitten Unterschiedliche Prozessanschlüsse für verschiedenste Einsatzmöglichkeiten: G½, G¾, G1, Einschweißmufffe, Tri-Clamp, Milchrohr, VARIVENT, u.v.m. Non-invasive Messung durch Kunststoffbehälter oder -Rohrwände möglich VERFAHRENSTECHNIK 10/2017 27 AFRISO.indd 1 02.02.2017 09:18:20

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