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Verfahrenstechnik 10/2015

Verfahrenstechnik 10/2015

Freiheit für

Freiheit für Verfahrenstechniker Multifunktionscontroller schließt Lücke zwischen Standardregler und SPS Peter Pschichholz Mit einem Multifunktionscontroller sind Verfahrenstechniker befähigt, Ablaufsteuerungen inklusive Regelungstechnik selbst zu erstellen – und das ohne Programmierkenntnisse. Die Firma Hesch aus Neustadt bei Hannover entwickelt bereits seit den 70er-Jahren erfolgreich Produkte der Mess- und Regeltechnik für industrielle Temperaturanwendungen. Als Alternative zu SPS-Anlagen brachte der Automatisierungsexperte nun eine Reglerplattform für Industrie prozesse auf den Markt, die sich für weit mehr als nur den Einsatz in Thermoprozessen eignet: den Multifunktionscontroller HE 5697 MFC. Das intelligente „Multitalent“ ist in Gefriergeräten, Schmelz- oder Warmhalteöfen ebenso einsetzbar wie auch als Prozessrechner oder in der Pumpensteuerung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Temperaturreglern kann der Multifunktionscontroller auch komplexe Autor: Peter Pschichholz, Assistent der Geschäftsführung, Hesch Industrie-Elektronik GmbH, Neustadt Abläufe in der Prozessindustrie steuern. „Mit dem Multifunktionscontroller haben wir eine Neuheit auf den Markt gebracht, die Verfahrenstechnikern neue Freiheitsgrade ermöglicht“, so Werner Brandis, Geschäftsführer von Hesch. „Wir bieten nicht nur eine moderne Reglerplattform, sondern gleichzeitig auch die Möglichkeit, komplexe Ablaufsteuerungen selbst zu erstellen.“ In allen Bereichen der Industrie werden Ablaufsteuerungen benötigt. Zeitgleich gilt es, verschiedene Nebenprozesse zu regeln. So müssen zum Beispiel in Abhängigkeit vom Temperaturverlauf Pumpen gesteuert, Medien gewechselt oder Ofentüren verriegelt werden. Hesch hat mit dem Multifunktionscontroller eine Lösung entwickelt, die problemlos mehrere Prozesse gleichzeitig regelt. „Unser Multifunktionscontroller unterstützt nahezu alle Verfahren der Prozessindustrie, wie z. B. Begrenzungs-, Verhältnis- oder Kaskadenregelung“, so Brandis weiter. Personal- und Kostenaufwand gesenkt Bislang führte der übliche Weg in Prozessen mit Individuallösungen für Temperaturregelungen und Ablaufsteuerungen fast immer zwangsläufig über die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS). Das setzt jedoch nicht nur hohe Anschaffungskosten voraus, sondern auch spezifische Programmierkenntnisse. Für viele Unternehmen ist es jedoch zu aufwändig und zu teuer, bei jeder Inbetriebnahme oder Prozessoptimierung einen oft externen Programmierer einzusetzen. „Mit unserem Multifunktionscontroller können Verfahrenstechniker nun ihre Abläufe selbst erstellen und steuern – und das ohne einen Quellcode schreiben zu müssen“, erklärt Werner Brandis. Prozesse können dank der Lösung von Hesch jederzeit kosten neutral angepasst, optimiert und weiterentwickelt werden. Damit lassen sich nicht nur Kosten und Ressourcen sparen, auch wertvolles Prozess-Know-how bleibt im Haus. Das moderne Bedienkonzept und das attraktive Frontend, verbunden mit dem leistungsfähigen Rechnerkern, ermöglichen eine große Flexibilität bei der Gestaltung der Steuerungsabläufe. Funktionsblöcke werden in Bibliotheken zur Verfügung gestellt. Diese Bausteine können dann im EasyTool MFC, der PC-Software zum Gerät, einfach per Drag & Drop zum gewünschten Prozessablauf zusammengestellt und verdrahtet werden – ganz intuitiv und ohne große Einarbeitungszeiten. Mit dem Tool lassen sich benutzerdefinierte Bedienseiten, Programmabläufe und Applikationen erstellen. Damit diese zunächst getestet werden können, bevor sie live geschaltet werden, bietet das Tool auch eine Simulationsfunktion. Die Online- Darstellung von Prozesswerten unterstützt dabei nicht nur den Programmtest, sondern sorgt auch für eine reibungslose Inbetriebnahme der Reglerplattform. Da Hesch großen Wert auf bestmöglichen Service und höchste Kundenzufriedenheit legt, bietet das Unternehmen auch Produktschulungen vor Ort an. Interessenten haben die Möglichkeit, die Software „Easytool MFC“ kostenlos unter www.multifunktionscontroller.de herunterzuladen und zeitlich unbegrenzt zu testen. Controller spart Platz im Schaltschrank Der Multifunktionscontroller ist nicht nur ein Allrounder, er ist auch ein kleines Raum- 20 VERFAHRENSTECHNIK 10/2015

SCHÜTTGUT I MESSE-SPECIAL Ihre Anwendung Ihr Anspruch Unsere Kompetenz CONIKA Die neue Siebmühle 01 Der Multifunktionscontroller ist die Lösung für jede Anwendung im Bereich der industriellen (Therm)-Prozesse mit Ablaufsteuerung > Intuitiver Touchscreen > Invertiert konische Mahlkammer > Pharma-Ausführung optional > Qualität “made by IKA ® ” wunder: Das Schalttafeleinbaugehäuse hat mit den Maßen 98 × 98 × 115 mm ohne Stecker eine geringe Bautiefe, was zu einer Platzersparnis im Schaltschrank führt. Durch den Industriestandard nach IP65 ist das Gerät nicht nur staubdicht, es hält frontseitig auch Strahlwasser und nassen Umgebunden stand – und das bei Temperaturen zwischen 0–55 °C. Auch die Benutzerfreundlichkeit des Gerätes ist hervorzuheben: Der Anwender benötigt keine lange Einarbeitung, um den Multifunktionscontroller zu bedienen. Die Bedienung und die Anzeige der Werte erfolgen zeitgemäß über ein resis tives 3,5"-Touch- Display mit einer Auflösung von 320 × 240 Pixel. Auf der Frontseite des Gerätes befinden sich außerdem vier frei programmierbare Funktionstasten sowie zwei LEDs für Zustandsanzeigen. Ein galvanisch getrennter Mikro-USB-Port sorgt an der Gerätefront für einen sicheren Datentransfer. Mit dem ARM Cortex A8 verfügt der intelligente Regler über eine CPU, die Industrieanwendungen mehr als gerecht wird. Zudem ist der Multifunktionscontroller mit einer netzausfallgepufferten Echtzeituhr aus gestattet. Als Massenspeicher für Logdaten stehen 2 GB intern zur Verfügung. Der Controller bietet darüber hinaus vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten via Profinet, Profibus, Modbus, Canbus oder HPR-Bus. Weitere Protokolle können auf Anfrage bedient werden. Galvanisch getrennte Einund Ausgänge Auch was die Ein- und Ausgänge angeht, ist der Multifunktionscontroller nicht nur flexibel, sondern auch sicher konzipiert. Auf der Rückseite des Gerätes befinden sich Steckplätze für zwei I/O-Karten. Um Messwertverfälschungen durch eventu elle Potenzialdifferenzen zu vermeiden, sind die I/Os auf galvanisch getrennten „Potenzialinseln“ mit einer hohen Trennspannung angelegt. Die sechs digitalen Ports können einzeln als Ein- oder Ausgang konfiguriert werden, zwei davon optional als schneller Zählereingang. Die Analogeingänge verfügen über je zwei Kanäle für Temperatur messungen, die Analogausgänge sind mit einem Spannungsund einem Stromausgang ausgestattet. Die I/Os lassen sich bei Bedarf auch mit dem HIMOD-System von Hesch erweitern. Die Anwendung außerhalb des Schaltschranks sowie die Anbindung mehrerer Knoten ist über die Anbindung an den Modbuskoppler HE 5813, den Ethernetkoppler HE 5814, den CAN-Buskoppler HE 5811 sowie das Powermodul HE 5850 über HPR-Bus für kurze Distanzen ebenfalls möglich. Halle 6, Stand R44 Fotos: Fotolia, Hesch www.hesch.de Zuverlässiges Desagglomerieren und Vermahlen Ihrer Ausgangsstoffe www.ikaprocess.com 02 Auf der Rückseite des Multifunktionscontrollers befinden sich Steckplätze für zwei I/O-Karten: um Messwertverfälschungen durch eventuelle Poten zialdifferenzen zu vermeiden, sind die I/Os auf galvanisch getrennten „Potenzial inseln“ mit einer hohen Trennspannung angelegt German technology

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