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Verfahrenstechnik 1/2021

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Verfahrenstechnik 1/2021

VERFAHREN UND ANLAGEN

VERFAHREN UND ANLAGEN Nachhaltige Kartoffelverarbeitung Kesseltechnik reduziert CO 2 -Emissionen um 15 Prozent Kundenspezifische Dampf-, Heißwasser- und Heizkesselanlagen stellen Prozesswärme effizient für alle Anwendungsgebiete zur Verfügung. Ein Hersteller von Kartoffelprodukten spart durch ein neues Dampfkesselsystem Kosten und erhört die Wirtschaftlichkeit seiner Anlage. Die Hans Henglein und Sohn GmbH aus dem fränkischen Wassermungenau hat ein neues Bosch-Dampfkesselsystem in Betrieb genommen, das eine nachhaltigere und umweltfreundlichere Verarbeitung von Kartoffeln und Teigwaren unterstützt. Dafür erhielt das Unternehmen KfW-Förderungen in Höhe von 30 % auf die Investition in die effizienzsteigernden und damit CO 2 -reduzierenden Komponenten. Autorin: Annemarie Wittmann, Thermotechnology, Marketing, Bosch Industriekessel GmbH, Gunzenhausen „Mit unserer technischen Dokumentation, kundenindividuellen Auslegung und 3-D- Symbolen gelang es, Planungsaufwand und Schnittstellen zu reduzieren und die spezifizierte Effizienz zu erzielen“, sagt Dr. Alexander Vollet, der das Projekt bei Bosch als Vertriebsingenieur leitete. Letzteres war auch die Basis für die Zusage der Fördermittel. Besonders positive Effekte mit Einsparungen von Brennstoff und CO 2 -Emissionen in Höhe von 15 % erzielen die eingesetzten Effizienzkomponenten wie zwei Abgaswärmetauscher. Lag der Wirkungsgrad der alten Kessel ohne Economiser bei rund 85 %, erreicht der neue Bosch-Dampfkessel nun über 100 %. Das gesamte Design des eingesetzten Dampfkessels vom Typ UL-S ist auf hohe Energieeffizienz ausgelegt. Der große Feuerraum sowie die durchdachte Kesselund Brennerkombination ermöglichen zudem besonders niedrige NO x -Werte. Hier unterschreitet der Kessel die geltende und zukünftige Gesetzgebung deutlich und reduziert gegenüber seinen Vorgängern die NO x -Emissionen um etwa 35 %. Optimierung durch digitalen Assistenten Bei der Verbesserung der Energieeffizienz im Betrieb leisten Industrie-4.0-Anwendungen einen wichtigen Beitrag, so auch bei Henglein. Die Integration des digitalen Assistenten MEC Optimize von Bosch war Teil des Effizienzprojekts und erleichtert es künftig, Wartungen rechtzeitig zu planen, Fehler zu beheben oder die Betriebsweise hinsichtlich Effizienz zu optimieren. Intelligente Algorithmen sammeln und interpretieren die Betriebsdaten, werten die Lebensdauer von Komponenten anhand der Schaltspiele aus und analysieren Wasserwerte. Energieverluste und damit höhere Emissionen sowie kritische Zustände erkennt der digitale Assistent unmittelbar und spielt dem Bediener proaktive Handlungsempfehlungen zu. Mit Effizienz und Intelligenz optimiert das neue Kesselsystem die Prozesse und hilft dabei, den CO 2 -Fußabdruck deutlich zu reduzieren. „Für uns spielt das Thema Umweltfreundlichkeit eine Schlüsselrolle, die wir mit energieeffizienten Anlagen und Transparenz aller Energieströme kontinuierlich verbessern“, so Geschäftsführer Norbert Henglein. In Sachen Prozesswärme steht Bosch Industriekessel Henglein zur Seite und machte die CO 2 - Reduktion technisch möglich. Foto: Bosch Industriekessel www.bosch-industrial.com 14 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/2021 www.verfahrenstechnik.de

VERFAHREN UND ANLAGEN Hohe Durchflussraten bei der Tiefenfiltration Die neuen Tiefenfilterkerzen eignen sich für Filtrationsprozesse, in denen eine hohe Durchflussleistung und Partikelaufnahmekapazität gefragt sind. Daher kommen Becoc Protect HF HighFlowund CL Coreless-Tiefenfilterkerzen vorwiegend in der Vor- und Feinfiltration von Wasser zum Einsatz. Die HighFlow-Tiefenfilterkerzen bieten absolute Abscheideraten von 1, 3, 5 oder 10 µm und eignen sich damit für die Feinfiltration. Sie bestehen aus plissiertem, mehrlagigem und thermisch gebundenem Polypropylen-Filtermaterial (PP), das durch seine maximierte Filterfläche von 4,9 m 2 pro 40"-Element hohe Durchflussraten bei außerordentlicher Effizienz ermöglicht. Die Tiefenfilterkerzen Coreless ermöglichen eine Vorfiltration mit absoluten Abscheideraten von 5, 10, 20 oder 40 µm. Diese Tiefenfilterkerzen sind gewickelt und für eine hohe Partikelaufnahmekapazität von grob nach fein abgestuft. Die Filterkerzen werden in 40" ohne Außenstützkörper und Endkappen mit großen Durchmessern gefertigt, wodurch sich hohe Durchflussraten bei niedrigem Differenzdruck erzielen lassen. Beco Integra Cart KHF-Kerzengehäuse stellen eine Ergänzung zur neuen HighFlow-Filterkerzenreihe dar. Sie werden aus Edelstahl AISI 316L gefertigt und sind Atex-zertifiziert. www.eaton.de/filtration Bis zu 600 °C heiße Abgase nutzen Alfa Laval hat einen kompakten Wärmetauscher für die Abwärmerückgewinnung in einer Vielzahl industrieller Anwendungen entwickelt. Das neue System Alfa Laval Micro kann die Energie aus Verbrennungsprozessen nahezu jeder Quelle mit warmen Abgasen wieder nutzbar machen. Eine typische Anwendung sind Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren. Der äußerst kompakte Wärmetauscher eignet sich speziell für die Abwärmerückgewinnung aus kleineren Gasturbinen und Motoren. Das System nutzt die Abwärme zur Erwärmung von Medien wie Wasser, Triethylenglykol (TEG) und Thermoöl (TFO). Das eröffnet Möglichkeiten für viele Industrieanwendungen von der Dampferzeugung über die Erhitzung thermischer Flüssigkeiten bis zur Erwärmung von Kesselspeisewasser. Alfa Laval Micro hat eine Heizfläche aus koaxialen Röhren gebündelt in einer vertikalen oder horizontalen zylindrischen Platte. Der robuste Wärmetauscher erreicht eine Leistung von 250 bis 5 000 kW und ist geeignet für bis zu 600 °C heiße Abgase. Der Ausstoß kann den Anforderungen entsprechend angepasst werden. Besonders vorteilhaft sind laut Hersteller die kleine Aufstellfläche und der geringe Wartungsaufwand. Die Reinigung kann bei laufender Maschine oder Turbine erfolgen durch Pyrolyseprozess im Trockenlauf oder durch Einsatz von Druckluft, Wasser und Dampf. www.alfalaval.de Digitale Plattformen in der Pharmaindustrie Gea hat sein Portfolio für Remote Services für die Pharmaindustrie überarbeitet und optimiert. Die Remote Services umfassen Prozesssimulationen, der Einsatz sogenannter digitaler Zwillinge, Augmented/Virtual Reality (VR) Systeme und Remote-Support- Lösungen. Auch wichtige Meilensteine wie zum Beispiel Werkabnahmeprüfungen (FATs) können jetzt online abgeschlossen werden. Der Vorteil von Remote-Tools und der Möglichkeit, Online- Support anzubieten, erstreckt sich auch auf das Arbeiten vor Ort beim Kunden, einschließlich Installation und IQ/OQ-Tests. Das Schulungsprogramm wurde ebenfalls teilweise digitalisiert. Eine Schulung mit Ausrüstung vor Ort ist nicht mehr unbedingt nötig. Es können nun Virtual-Reality-Tools eingesetzt werden, die den Bedienern zeigen, wie sie Maschinen montieren, demontieren, umrüsten und bedienen können. Digitale Zwillinge bieten eine realistische Erfahrung bezüglich Betrieb, Reinigung und Wartung der Anlagen. Darüber hinaus haben finite Elemente und Strömungssimulationen die Entwicklung hochgenauer virtueller Modelle der Forschungs- und Fertigungsanlagen von Gea erleichtert. Dies stellt eine schnelle und kostengünstige Alternative zu den traditionellen Forschungsprogrammen dar, die auf realen Prüfungen an den Anlagen basieren. www.gea.com

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