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Verfahrenstechnik 1-2/2018

Verfahrenstechnik 1-2/2018

VERFAHREN UND ANLAGEN

VERFAHREN UND ANLAGEN Wider das Hüpfen Optimale Kontrollsiebung von Kunststoffgranulaten Bei der Absiebung von Kunststoffgranulaten und insbesondere von Masterbatches geht es darum, zu große Partikel und zu feine Körner vom „guten“ Produkt zu trennen. Mit dem Siebprozess soll dadurch eine bessere Qualität erreicht werden. Die Absiebung von Kunststoffgranulaten erhöht die Qualität des Produkts, ist jedoch nicht ganz einfach: Das Problem muss genau analysiert werden, und es müssen oft zahlreiche Versuche durchgeführt werden, bis die Theorie in die Praxis umgesetzt werden kann und das gewünschte Resultat erreicht wird. Die Problematik besteht darin, dass sich Kunststoffgranulat beim Sieben nicht so verhält wie viele andere Güter. Die meisten Siebmaschinen, die zur Absiebung von Kunststoffgranulaten im Einsatz sind, arbeiten nicht zufriedenstellend – wobei das eigentliche Problem darin liegt, dass die zu langen Granulate, die abgesiebt werden sollen, meist trotzdem beim guten Produkt landen. Entweder war die Siebfläche zu groß oder die Siebtechnik wurde falsch gewählt. In den meisten Fällen treffen sogar beide Ursachen zu. Autorin: Beate Kerkhoff, Public Relations, Fuchs Maschinen AG, Granges-Paccot, Schweiz „Hüpfende“ Granulate Beim überwiegenden Teil der Siebgüter wird die Qualität bzw. der Durchsatz des gesiebten Gutes besser, je größer die Siebfläche ist. Beim Absieben der zu langen Teile in Kunststoffgranulaten trifft dies jedoch nicht zu. Denn: Je größer die Siebfläche, desto größer die Gefahr, dass ein zu langes Granulat sich irgendwie aufstellt und durch ein ihm „angebotenes“ Lochs hindurchfällt. Wenn nun noch die falsche Siebtechnik gewählt wird (z. B. ein Vibrationssieb), dann „hüpfen“ die Granulate, und die Gefahr, dass dadurch ein zu langes Granulat in die senkrechte Lage gebracht wird und dabei durch ein Loch fällt, ist groß. Die Fuchs Maschinen AG hat sich des Pro blems „Absiebung von groben Partikeln“ angenommen und folgendes festgestellt: n Die Schichtdicke sollte am Anfang und möglichst auf der ganzen Länge des Siebes (in diesem Fall Lochblech) 2–5 cm betragen. Damit wird verhindert, dass sich ein zu langes Granulat „aufstellt“ und dadurch durch ein Loch fällt. n Optimal wäre, wenn die Schichtdicke während der ganzen Siebdauer gleichbleiben würde. Wenn die Schichtdicke nicht mehr gewährleistet wird, z. B. bei zu langer Siebfläche, haben die nun „vereinzelten“ Granulate die Tendenz, äußerst unkontrolliert über die verbleibende Siebfläche zu „hüpfen“. Dabei kommt es häufig vor, dass ein langes Granulat in eine senkrechte Lage gerät und durch ein Loch fällt. Die Siebfläche darf also nicht zu groß sein. Sie muss dem jeweiligen Siebdurchsatz angepasst werden. n Die Bewegung des Siebes sollte keine vertikale Komponente enthalten, diese würde nur den „Hüpf-Effekt“ verstärken. n Die Frequenz der Bewegung des Siebes sollte möglichst niedrig sein. Es wurde festgestellt, dass das beste Siebresultat mit einer langsamen Siebbewegung erreicht wird. Je schneller sie ist, desto mehr hat das Granulat Tendenz zum „Hüpfen“. Eine gewisse Frequenz wird jedoch benötigt, um die Förderung des Siebgutes, vor allem auf dem feinen Sieb, zu gewährleisten. 12 VERFAHRENSTECHNIK 1-2/2018

VERFAHREN UND ANLAGEN 01 In vier Schritten zum perfekten Siebergebnis 1. Siebfläche Die Siebfläche sollte der Siebleistung so genau wie möglich angepasst sein, um Fehler zu verhindern. 3. Siebdicke Bei fortschreitendem Siebprozess sollte die Schichtdicke möglichst gleichbleiben, um ein „Hüpfen“ der Granulate zu verhindern. Lösung des Problems Ergebnis dieser Erkenntnisse ist, dass grundsätzlich eine Plansiebmaschine des Typs Fuchs Siftomat den Voraussetzungen am besten entspricht, da sie keine vertikale Komponente enthält. Außerdem hat die rechteckige Bauform gegenüber der runden den wesentlichen Vorteil, dass die Sieb breite bei fortschreitendem Siebprozess nicht zunimmt – im Gegenteil: der Hersteller unterteilt die Siebfläche, also 2. Frequenz Die Frequenz der Siebbewegung darf nicht zu hoch sein, das wirkt sich negativ auf die Qualität der Siebung Optimal aus. abgesiebtes Kunststoffgranulat 4. Siebbewegung Die Siebbewegung darf keine vertikale Komponente enthalten. In vier Schritten zum perfekten Siebergebnis das Lochblech, in mehrere Segmente gelochter und ungelochter Bleche. Damit kann die gelochte Fläche jeweils der benötigten Kapazität angepasst werden, und es werden nur so viele gelochte Segmente eingelegt wie notwendig. Die anderen Segmente sind ungelocht, damit wird eine zu große Siebfläche verhindert. Die Frequenz der planen kreisförmigen Bewegung des Siebes wird hierbei so niedrig wie möglich gehalten, ohne dabei die Förderung des Siebgutes zu beeinträchtigen. Die niedrige Frequenz beschleunigt paradoxerweise den Siebprozess und verhindert gleichzeitig, dass sich zu lange Granulate aufrichten und durch ein Loch zum „guten“ Produkt fallen. Sie kann mittels eines Frequenzumrichters den Umständen angepasst und optimiert werden. Auch die Siebneigung kann reguliert werden. So kann beispielsweis bei großer Leistung, die auch eine gute Förderung des Siebgutes bedingt, dem Sieb mehr Neigung gegeben werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Siebkasten mit den Sieben modular aufgebaut wurde. Für die Reinigung des Siebkastens und der Siebe, wie z. B. beim Wechseln auf ein anderes Kunststoffgranulat, können Siebe und Zwischenrahmen sehr schnell und problemlos aus dem Siebkasten herausgenommen und wieder hineingelegt werden. Bei Versuchen im eigenen Betrieb sowie bei diversen namhaften in der Branche führenden Kunststoffgranulat-Herstellern wurden bereits überzeugende Resultate erzielt. Im Vergleich zu Vibrations- oder Rundsiebmaschinen schnitt die Siftomat-Plansiebmaschine beim Sieben von Kunststoffgranulaten deutlich besser ab. Fotos: Shutterstock, Fuchs Maschinen AG www.fuchsag.com Servicefälle erkennt man am beSten, bevor sie entstehen. Stand B13-4 ihre AerZen Maschine steht an einer schlüsselposition ihrer Produktion. Ausfälle können entsprechend folgenreich sein. Auch wenn das in der regel selten vorkommt, ist es gut zu wissen, dass unser service bereitsteht. im vorfeld. im ernstfall. in der Zukunft. vom real time Monitoring über Field services, von der schnellen original-ersatzteil-versorgung weltweit bis zum praktischen Mietmaschinen-einsatz – der Aerzen service betreut sie ganzheitlich. Für höchste Maschinenverfügbarkeit und effiziente Prozesse. www.aerzen.com

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