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Verfahrenstechnik 1-2/2017

Verfahrenstechnik 1-2/2017

TOP-THEMA I PUMPEN

TOP-THEMA I PUMPEN Clever kombiniert Pumpe ermöglicht Flüssigkeitszugabe direkt am Feststoffdosierer Kostengünstig, leistungsstark, von hoher Qualität und mit flexiblen Einsatzbereichen – die hier vorgestellte Pumpe ist speziell für Anlagen konzipiert, in denen die vorhandene Schneckentechnik am Feststoffdosierer mit der Flüssigeinbringung kombiniert werden soll. Die Saugpumpe Wangen Bio-Feed kann als Zentralpumpe in einer Biogasanlage genutzt werden, bietet aber auch weitere vielfältige Einsatzbereiche. Durch das Abschieben der Schneckenanbindung wird aus der Pumpe eine leistungsstarke Saugpumpe. Diese besonderen Eigenschaften der Pumpe können in vielen industriellen und kommunalen Anwendungen genutzt werden: 01 Die Verschleißteile der Pumpen können einfach und ohne Demontage der Pumpe aus dem Rohrleitungssystem gewechselt werden n Rückführung von Klärschlämmen n Feststoffeintrag in Biogasanlagen (z. B. kurzgehäckselte Feststoffe, wie Maissilage, Stroh und Grassilage, Ganzpflanzensilage, Hühnertrockenkot, zerkleinerte Zuckerrüben, Lebensmittel- und Speiseabfälle und weitere) n Großvolumige Saugpumpe mit integrierter Förderschnecke für hochviskose Anwendungen Autoren: Robert Frick, Astrid Klug, Marketing, beide Pumpenfabrik Wangen GmbH, Wangen im Allgäu 20 VERFAHRENSTECHNIK 1-2/2017

PUMPEN I TOP-THEMA Technische Details der Pumpe n Großvolumiges Mischgehäuse n Pumpgehäuse mit vier Anschlüssen DN150 und einem Anschluss DN400 zur einfachen Einbindung in die bestehende Anlage. Die Anschlüsse können zusätzlich als Reinigungsöffnungen und zum Spülen des Mischgehäuses genutzt werden n Robuster Lagerstuhl für sichere Kraftaufnahme n Moderne Dichtungstechnik (LDW-Patrone) n Ausgereifte, robuste Kardangelenke mit Zuführschnecke n Flexible Antriebswahl n Problemloser Flüssigeintrag bei nassen und wässrigen Feststoffen ohne zusätzliche Flüssigkeit möglich n Einfaches Wechseln der Verschleißteile durch ein Schnellwechselsystem; wechselbar mit wenigen Handgriffen und ohne Demontage der Pumpe aus dem Rohrleitungssystem 02 Die Saugpumpe ist bereits in einigen Biogasanlagen im Einsatz n Förderung von nicht fließfähigen Medien durch Anmischen im Mischgehäuse mit Flüssigkeit Anwendungsbeispiele Biogas Bei einer Anwendung der Pumpe in einer Biogasanlage stellt sich folgende Ausgangslage dar: Die Anlage arbeitet mit einem Feststoffeintrag über Schneckentechnik aus einem Vario-Dosiercontainer mit Trogschnecke, Steigschnecke und Stopfschnecke in den Fermenter. Der Versuchsaufbau mit der Wangen Bio-Feed: Die neu entwickelte Eintragstechnik wurde über einen definierten Zeitraum in einer Biogasanlage in Vreden als Ersatz zur bestehenden Beschickung des Fermenters für die Feststoffeinbringung eingesetzt. Der Versuch wurde über die Firma Terbrack Maschinenbau GmbH durchgeführt. Bereits in der Planung des Testlaufs wurden Erfahrungswerte mit der Pumpe Bio- Mix mit einbezogen. In dieser Anlage erfolgt die Steuerung der Pumpe mit einer Siemens S7-1200 SPS. Statt wie bei der Bio- Mix Pumpe den Füllstand im Rachen über eine Niveauregulierung zu steuern, wurde im Bio-Feed die Erfassung der Substratmenge im Mischgehäuse über elektronische Druckschalter gelöst. Die weitere Steuerung erfolgt analog der Steuerung der Bio-Mix Pumpe. Mit einer Gesamtfördermenge von 40 m³/h wurden über den definierten Zeitraum im Schnitt ca. 8 bis 10 t/h Feststoffe eingetragen. Diese bestanden aus 3/5 Maissilage, 1/5 Hühnertrockenkot und 1/5 Grassilage. Bei anspruchsvollen Feststoffen, wie z. B. länger geschnittenes Gras und Mist, werden die Feststoffmengen pro Stunde geringer ausfallen, da das Mischungsverhältnis aus fester und flüssiger Phase angepasst werden muss. Der Energiebedarf des Testaufbaus liegt bei ca. 1,5 kW pro m³ Feststoff. Die Anschlussleistung der Gesamtanlage mit 7,5 kW Substratpumpe, 15 kW Wangen Bio-Feed und 15 kW Vario-Eintragssystem wurde mit einem 63-A-Stromanschluss abgedeckt. Der Betreiber der Anlage in Vreden war sehr zufrieden mit dem Testaufbau und bestätigt die guten Testergebnisse. Dosieren über Nassfütterung Bei einer zweiten Anwendung war die Ausgangslage so: Die Biogasanlage in der Nähe von Augsburg hat eine elektrische Leistung von 1 MW. Die Fütterung der Biogasanlage erfolgte über einen Dosierer und eine Stopfschnecke. Diese Art der Fütterung bereitete in den vergangenen Jahren jedoch mehr und mehr Probleme. Die Idee der Umsetzung der Nassfütterung begleitete die Betreiber von Anfang an, die Umrüstung erschien den Betreibern jedoch zu teuer und daher nicht wirtschaftlich. Auf einer Messe haben sich die Betreiber der Anlage und die Ingenieure der Pumpenfabrik Wangen über das Problem ausgetauscht und sich die neue Pumpe vorstellen lassen. Nach einer schnellen Lieferung innerhalb von acht Tagen wurde die Pumpe problemlos und innerhalb eines Tages in die bestehende Anlage eingebaut. Größere Umbaumaßnahmen und Anpassungen waren dank der neuen Form des Pumpenaufbaus nicht notwendig. Es kam zu keinen Ausfallzeiten bei den BHKWs. Die Betreiber versprechen sich aufgrund der Flüssigeinbringung eine Reduzierung der Stromaufwendungen, besonders bei der Rührwerksleistung, sowie kürzere Eintragszeiten. Des Weiteren wird von einem geringeren Verschleiß, Vermeidung von Schwimmschichten und einer wesentlich definierteren Substratzusammensetzung ausgegangen. www.wangen.com VERFAHRENSTECHNIK 1-2/2017 21

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